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Israelitischer Jugendfreund · 1895-01-01 · 9 (1895) · p. Seite 138

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
1 (1895)
Issue
9 (1895)
Date
1895-01-01
Page
Seite 138 (sequence 10)
Language
German
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138 wenn sein Name genannt wird? Erfüllt nns nicht bei dem Gedanken an Alfred Krupp, der ans eigener Kraft außerordentliche Erfolge auf praktischem Gebiete errungen hat, die höchste Bewunderung für diesen Mann? welches Israeliten Herz bliebe gleichgiltig bei dem Namen des größten Menschenfreundes unseres Jahrhunderts Moses Montefiore? M seht, die Namen sind von öem Wesen und wirken dieser Männer unzertrennlich; die Namen sprechen es deutlich aus, werihre Träger gewesen sind und was sie für die Menschheit gewirkt haben. Gewiß, meine Lieben, die Namen, die wir führen, sollen nicht nur als äußeres, bequemes Merkmal der Unterscheidung gelten, nicht bloß „Schall und Rauch" sein, sondern sie sollen in noch höherem Grade das wertvollste Kennzeichen unseres Geistes und Charakters sein. Darum ist es begreiflich, wenn wir Glicht dulden, daß man leichtfertig von unseren - Namen spricht oder uns nicht die Achtung Zollt, die man ihnen nach unserer Meinung schuldig ist; denn in der Verletzung unseres Namens liegt eine ' Geringschätzung, die, wenn sie unverdient ist, sehr wehe thut. Der eine Name, den wir nach unserer Geburt bekommen, ist unser Vorname. Mit welcher Liebe und Innigkeit sprechen Vater und Mutter, Geschwister und verwandte, erfüllt von den schönsten Hoffnungen und Ahnungen für das junge Geschöpf, den Nanien aus! Und die große Freude, wenn das Kind nach kurzer Zeit mit einem freundlichen Blick, mit einem Lächeln antwortet, als wollte es sagen, es wisse schon, daß ihm der Ruf gelte, daß man sich mit ihm freue und es lieb habe. Jit der Chat prägt sich in öem Vornamen eininniges Verhältnis zwischen Eltern und Kind aus, es ist der reinste von Zweifeln und Enttäuschungen noch ungetrübte Ausdruck der Liebe. Ein anderer Name, den man uns giebt, ist der Familienname. Llnfer Familienname ist einer der teuersten Schätze, die wir von unseren Vätern empfangen; und ihn rein und makellos, frei von Fehlern und Vorwürfen vor der Welt und den Menschen zu bewahren, ist eines der edelsten Ziele, nach denen wir zu streben haben. Ein Lohn kann Vater und Mutter nicht besser ehren als dadurch, daß er ihrem Namen überall Achtung und Ansehen verschafft, und eine Tochter das Andenken ihrer Eltern nicht besser pflegen als dadurch, daß sie deren Nanien mit allen Gefühlen der Pietät und liebevoller Anhänglichkeil schmückt, ver Charakter eines Menschen läßt sich oft an der Art und weise erkennen, wie er seinen Familiennamen als Perle behütet, wie ein echter Soldat der Fahne, unter der er dient, niemals Schande bereitet, „so wird auch ein treues und gutes Kind jeden Makel von dem guten Namen

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