Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 9 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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133 Um sich aber nicht fortwährend nur unangenehmen Gedanken hinzugeben, inachte er den Versuch zu erraten, was sein Freund Aubitschka plötzlich von ihm wünschen mochte, und es entstanden die sonderbarsten, wenn auch nicht sinnreichsten Vermutungen in seinem Aopse. „Esscher," vermutete er, „ist er von seinem Bruder, dem Förster, eingeladen worden, auf die Feiertage, was jetzt bald sein werden hinaus zu kommen und braucht zu der Reise e warmen Pelzrock und ein Paar feste Pelzstiefel, hin!" ineinte er, diesen Gedanken weiter spinnend, „bei Elije Ulühlhausen Hab' ich vorgesterii e Pelz gesehen, der gäbet ihn billig, — oder", fiel ihm jetzt ein, „hat fein ältester Sohn 'der Soldat etwas Geferes*) mit seinem Hauptmanne, und Aubitschka will ihni ein paar Dukaten schenken, und ich soll ihm das Gold einwechseln oder . . . bah!" unterbrach er endlich laut seine Gedanken, „zu was soll ich mir deii Aops zerbrechen, ich werd's ja so bald . erfahren!" So in Nachdenken versunken war Magdeburger bei den: oberstburg- * gräflichen Palais angelangt. Bei den: Eintritte in den Flur stieß er gleich auf den rothaarigen Jäger Franz, den er feiner Frau als besonders boshaften Judenfeind bezeichnet hatte. Aaum erblickte ihn der Jäger, streckte er die Zunge aus dein Nlunde, schnitt Gesichter und ries dem Alaune, der ihn nie beleidigt oder geschädigt hatte, und der ruhig an ihm. vorüberschritt, die gemeinsten, pöbelhaftesten Schimpsworte nach. Scheinbar ohne sich darum zu kümmern, ging Magdeburger nach Aubitschka's Wohnung. Dort wurde er freundlich empfangen. „Ah!" rief ihm der Portier entgegen, „gut, daß Ihr gleich gekommen seid, es handelt sich um ein gutes Geschäft für Euch, — nicht mit mir, ich weise es Euch blos zu, das heißt, eigentlich meine Schwester . . . Ihr sollt das Geschäft mit einer vornehmen Person machen, aber vor allenr müßt Ihr verschwiegen sein, es darf's kein Nlensch aus der ganzen Welt erfahren, dann müßt Ihr klug sein ,und müßt's fein anstellen, und dann müßt Ihr ehrlich zu lDerke gehen, —■ freilich das brauch' ich Euch nicht zu empfehlen, dafür kenn' ich Euch, . . . dann ..." „Herr Aubitfchialeben," unterbrach ihn Bcagdeburder ungeduldig, „werden Sie schon einmal fertig mit Ihrer langen Red, ich bin schon ganz neugierig, also was is das für ein Alaffematten**), und mit wem soll ich ihn machen?" *) Verdrießlichkeiten, Unannehmlichkeiten. — *-) Geschäft.