Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- 8 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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121 stellten sich die Bekannten In seinem Hanse ein; Ein jeder möchte gerne Ein Freund von Freimut sein. Denn Freimut stand beim Hos in Gnad', Sein Wort dort großen Einfluß hat. „Willkommen in der Heimat! Willkommen lieber Freund! Denkst du wohl noch der Zeiten, Da uns so oft vereint Der Becher und die Lebenslust, Da uns vor Freude schwoll die Brust?" „Auch mich srentS, dich zu sehen, Sei herzlich mir gegrüßt, Der du zu großen: Danke Mir noch verpflichtet bist; Du weißt, du hast in srüh'ren Stunden Ost Rat und Hilf bei mir gefunden." „Nicht Rat und Hilfe suchtest, O Freimut, du bei mir; Doch wirst du mich noch kennen, Schulfreunde waren wir; Die Freundschaft unsrer Jugendzeit Sei mit dem hent'gen Tag erneut." — So rufen all die Freunde Freimut's Erinnrung wach; Nicht blieben Übertreibung Und Selbstlob hintennach. Freimut reicht jedem still die Hand Und nun er vor dem letzten stand. — Der saß zurückgezogen Im Eck und blickte stumm Herrn Freimut in das Auge, Und der ihm wiederum; Doch Freudenthränen machten kund, Was nicht anssprach der beiden Mund. — Es pocht die wahre Freundschaft Ans ihre Werke nicht; Und oft fehlt grad' die Tugend, Von der man so viel spricht. Freundschaft bei großem Redeschwall Ist meistens nur ein leerer Schall. S. Grünewald Geseke. Wein Beburksyaus. Von Dora Basch. Schülerin der I. SU d. Mädchenschule d. jüd. Gemeinde zu Berlin. Wenn ich meinen lieben Mitschülerinnen mein Geburtshaus beschreibe, so werden sie sich wahrscheinlich eine schöne Villa oder gar ein herrlich gelegenes Schlößchen vorstcllcn; denn von einem einfachen Hause kann man doch unmöglich so viel erzählen. Es war schlicht und bescheiden, wie ein in einer kleinen Kreisstadt gelegenes Häuschen nur sein kann, und dennoch hat es seine besonderen Reize für mich, und ich glaube, kein Gras ist stolzer ans sein Schloß, wie ich auf die Stätte meiner Kindheit. Wie oft überspringe ich die sieben Jahre meines Aufenthaltes in der Großstadt in meinen Gedanken, wie denke ich so gern zurück an das kleine, zwischen