Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 9 (1934)
- Issue
- 8 (4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 92 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 92 Nr. 8 Walter Holzmaan entwickelte als Vertreter des Jugendverbandes das Programm der gesamtjüdischen Idee. Josef Domb r o w e r gab Aufschluss über die wirtschaftliche und geistige Situation der deutschen Juden. Berhard David zeichnete Leben und Werk Ludwig Börnes. Die Abende wurden ergänzt durch Aussprachen über Gegenwartsfragen. Die Junggruppen zeigten in einem Elternmittag Ausschnitte aus ihrer Arbeit. Die Zahl der Junggruppen hat sich im Laufe des letzten Jahres verdoppelt. Erfreuend und erfrischend der kameradschaftliche, bündische Geist der Gruppen, der aus den Darbietungen unwillkürlich ersichtlich war. Entzückend das improvisierte Spiel der jüngsten Mädelsgruppe: Emil und die Detektive; oder der Versuch der Gestaltung eines Heimmittags durch die älteste Mädelsgruppe. Bezeichnend für künstlerische Gemeinschaftsarbeit der Sprechchor oder die zahlreichen Bastelarbeiten der Gruppen. In seinem Beferat: Elternhaus—Bund— Gemeinde rollte Josef Dombrower eines der wichtigsten Probleme auf, das der Erziehung unserer Jugend. Er forderte, dem Kinde im Elternhause das Judentum zu einer Welt der Werte zu machen, den jungen Menschen im Bund sich seine Welt in der Gemeinschaft selbst gestalten zu lassen. Ausführlich behandelte er die Fragen der Umwelt, Wesen und Ziel bündischer Erziehung, zeichnete die gesamtjüdische Idee mit der Forderung für die Einheit des deutschen Judentums sich einzusetzen. Als Schlusstein dieser jüdischen Erziehung bezeichnete er die Tatbereitchaft des jüdischen Menschen in der lebendigen Gemeinde, die dem jüdischen Verbundensein ihren Ausdruck geben müsse.— Eine Aussprache mit den Eltern zeigte die Notwendigkeit, das Interesse für den Bund zu wecken und Einblick in die Arbeit zu vermitteln. _ Arbeitsplan für April Mittwoch, 3. AK I. Mittwoch, 10. Dr. Bienheim: Das Pesachfest im Lichte der Hagadah. Donnerstag, 18. Sederfeier: Anmeldungen bis' spätestens 8. 4. Freitag, 26. AK II. Zionistische Vereinigung Darmstadt Montag, den 15. April 1935: Der politiscbe Zionismus: Theo dor Herzl (2. Abend). Montag, den 6. Mai 1935: Der kulturelle Zionismus: Achad Haam (3. Abend). Montag, den 20. Mai 1935 Die neuere Entwicklung: Buber, Gordon, Klatzkin (4. Abend). An den dazwischen liegenden Montag-Abenden werden voraussichtlich u. a. folgende Veranstaltungen stattfinden: Mischa Babinowitsch, Frankfurt am Main: „Sinn der jüdischen Jugendbewegung" — Frau Dr. Stern-Levy, Berlin: „Zionistische Frauenbewegung" — „Palästina-Film" — „Jüdische Musik", Siegfried May, Oskar Kleinberg, Erwin Eschwege und Janko Kaufmann, Frankfurt am Main. Die Abende finden jeweils pünktlich 8 Uhr 45 Min. in den Räumen des Hotel „Stadt Frankfurt", Darmstadt, Bleichstr. 22 statt. Haus für feine Damen-Moden Mainz Vom 14. IV.-30. IV. wird im Trausaal der Synagoge Hindenburgstrasse 44 die Ausstellung „Plastisches und Drastisches zur jüdischen Geschichte und Gegenwart" gezeigt. Das Material dieser Lehrausstellung wurde nach Angaben von Richard Fuchs von den Mainzer und Binger Jugendbünden hergestellt. Es handelt sich um einen neuen Versuch, Zusammenhänge der jüdischen Geschichte und Tatsachen der Gegenwart auf eine eindrucksvolle W^eise aufzuzeigen, um einen neuen Weg, jüdisches Wissen zu vermitteln., Oeffnungszeiten: Sonntag, den 14. IV. #12-13 und 16-19 Uhr. An den beiden ersten und den beiden letzten Feiertagen vom Schluss des Gottesdienstes bis 13 Uhr. Dienstag, den 30. IV. nach der Schuleröffnungsfeier bis 13 Uhr. Da ein einmaliger Besuch zur gründlichen Besichtigung nicht genügt, empfiehlt es sich, bereits am Sonntag, den 14. IV. (Sonntag vor Ostern) mit der Besichtigung zu beginnen. Eintritt frei. Vom Hilfsverein der deutschen Juden Im Mittelpunkt der Arbeit stand die Auswanderer- Fürsorge. Die Beratung in Auswanderungsangelegenheiten erstreckte sich auf 15.700 Fälle bezw. 39.300 Personen, da viele von den Ratsuchenden nicht für sich allein, sondern für ihre Familien vorsprechen. 25.000 Briefe wurden versandt. Die Zahl der Korespondenten, Komitees, Organisationen und Gemeinden, die den Hilfsverein mit Informationen versehen, ist weiter gewachsen. Das „Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen" vom August 1934, das sehr wertvolles Informationsmaterial enthält, ist in 4000 Exemplaren verbreitet worden. 3.200 Menschen wurde die Auswanderung durch finanzielle Beihilfen des Hilfsvereins ermöglicht. Beträchtlich war die Zahl der Auswanderer, denen nur Beratung zuteil wurde, sowie Informationen und Empfehlungsbriefe gegeben wurden. Der Hilfsverein betreut nach wie vor Auswanderer, die aus dem Osten über Deutschland nach Uebersee gehen. Den Bahnhofsdienst des Hilfsvereins am S c h 1 e s ischen Bahnhof passierten 1934 12.795 Durchwanderer, davon 5.331 Männer, 5.116 Frauen und 2.348 Kinder. Der Bahnhofsdienst nimmt sich besonders auch der Chaluzimtransporte an, die über Deutschland ihre Wanderung nach Palästina fortsetzen. In Hamburg und Bremen versehen die Komitees des Hilfsvereins in Fortsetzung ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit den Fürsorgedienst für die Aus- und Rückwanderer, die diese Häfen passieren. In S c Ii w i e b u s, an der Ostgrenze, wirkt seit Jahren ein Vertrauensmann. Es galt auch im Jahre 1934, Waisen sowie Studenten, die unmittelbar vor dem Abschluss ihres Studiums tanden, zu betreuen. Die Auswanderung ist eine Schicksalsfrage für viele. Nie stand der Hilfsverein vor ernsteren Aufgaben. Es sollte keinen jüdischen Mann und keine jüdische Frau geben, die nicht dem Hilfsverein angehören. Nie war der Zusammenschluss für Hilfs- und Aufbauarbeit notwendiger als heute. Nur das Bewusstsein der treuen Mitarbeit aller, wird den Hilfsverein befähigen, sein Werk fortzuführen. Can Schürmann & Co Peter Gemeinderstr. 2a Ruhrkohlen - Ruhrkoks Gaskoks - Unionbriketts liefert prompt in erstklassiger Qualität B. M. Hachenburger^x DARMSTAD T/\ | Empfehlenswerte Gefchäfte in Darmffadf [ RotftttltiM Peter Oemeinderstrasse 31 Telephon 9 Eine Anzeige in dieser Größe kostet Mk. 2.50 Das moderne Kaufhaus DARMSTADT, MARKT