Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 9 (1934)
- Issue
- 1 (1.1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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begiiiß seinen Geburtstag in der seinem religiösen und wohltätigen Wirken eigenen bescheidenen Zurückgezogenheit. — Tie beiderlei ugcit Ahnen des Jubilars sind seit undenklicher Zeit in Rheinhesien seßhaft. — Die Familie Koch, die mehr als 1*4 Jahrhundert in Mainz wohnhaft ist, gehört zu den Gründern der seit 1853 bestehenden Retigionsgesellschaft und seit 1810 dahier bestehenden Bretzenheimer-Kippe. Ifraei. £anbeslel]rerDerein im Dolksftaat Reffen. Anfarrgs Dezember v. Js. verließ der seitherige 1. Vorsitzende des Israelitischen Landeslehrervereins im Voltsstaat Hessen, Herr Lehrer Kahn-Alsfeld Deutschland, um nach Rew-'chork überznstedeln. Lein Weggang bedeutet für den Verein einen großen Verlust. Vor acht Jahren hat er mit Gleichgesinnten die jüdischen Lehrer Hessens nacy langen Jahren der Spaltung zu eine m Verein zusammengesugr und dessen Anschluß an den Reichsverband der jüdischen t:ehr ervereine ermöglicht, dem bisher nur ein Teil der hessischen jüdischen Lehrer angehört hatte. ^eit dieser Zeit war Kollege Kahn 1. Vorsitzender dieses neugebildeten Vereins; er hat sein Amt mit Treue und Gewissenhaftigteit,^iir Gerechtigkeit und selbstloser Hingabe verwaltet. l£üt Mann des Friedens und der Versöhnlichkeit, ist er inuner bestrebl gewesen, Gegensätze anszugleichen und Streitigkeiten zu schlichten. Traditionell gesetzestreu und von einer schlichten, tief innerlichen Frömmigkeit, ist er doch duldsam und ausgeschlossen auch gegen die gewesen, die in religiöser Hinsicht auf einem anderen Boden standen. Er war der warnrherzige Fürsprech des jüdischen Lehrers in allen Grenzen, in denen er seinen Stand zu vertreten hatte, und trat mit Leidenschaft und Ueberzengungstreue und meist mit Erfolg für die Rechte seiner Berufsgenossen und deren soziale Besserstellung ein. Ebenso nachdrücklich forderte er die geistige Fortbildung und Höherentwicklung des jüdischen Lehrerstandes. Für all dieses dankt ihm der Israelitische Landeslehrerverein im Volksstaat Hessen aufs herzlichste. Seine großen Verdienste um den Vereill und die jüdischen Lehrer werden ihm unvergessen bleiben. In Würdigung dieser großen Verdienste und als Ausdruck der immerwährenden Verbundenheit hat der Israel. Landeslehrerverein Herrn Kahn in die Reihe seiner Ehrenmitglieder aufgenonrmen. Die besten Wünsche seiner Kollegen und Freunde bereiten den Scheidenden in seine neue Heiniat; möge er dort ein rhn befriedigendes Arbeitsfeld finden uild auch hier wirken zum Besten seiner Mitmenschen und der jüdischen Gemeinschaft, von ganzem Herzen rufen sie ihm und seiner Familie für die fernere Zukunft ein n'-s zu. * Infolge Uebersiedlung des seitherigen 1. Vorsitzenden des Jsr. Landeslehrervereins im Volksstaat Hessen nach Rew-Aork hat einstweilen der 2. Vorsitzende des Vereins, Herr Lehrer Jakob Strauß in Offenbach a. M., Hermann Göringstraße 23, den Vorsitz im Verein bis zur nächsten Hauptversammlung übernommen. vereine und verbände. Wir deutschen Juden. Unter diesem Motto veranstaltete der Landesverband des Centralvereins für Hessen und Hessen-Nassau eine Werbewoche in der Zeit vom Sonntag, dem 10. bis Donnerstag, dem 14. Dezenlber 1033, in welcher auf die Bedeutung der Arbeit des Centralvereins auf dem Gebiete des Rechtsschutzes und in den Fragen der Beratung der Wirtschaftspolitik hingewiesen wurde. Amtsgerichtsrat i. R. Dr. Fritz G o l d s ch m i d t, Dezernent der Berliner Geschäftsstelle des C.-V. und Dr. Wolfgang S. Matzdorff, Syndikus des Landesverbandes für Hessen-Rassau und Hessen, sprachen in Gemeindeversammlungen am Sonntag, dem 10. Dezember in Kassel, am Montag, dem 11. Dezember in Hanau a. M., am Dienstag, dem 12. Dezember in Friedberg, am Mittwoch, den: 13. Dezember in Worms, am Donnerstag, dem 14. Dezember in Tarmstadt. Tie Veranstaltungen, welche durchweg einen überaus starken Besuch zu verzeichnen hatten und welche zum Teil wegen Ueberfüllung wiederholt werden mußten, standen unter dem Eindruck der von dem Centralverein in den Vordergrund seiner Bestrebungen gerückten Bemühungen um die Erhaltung der jüdischen Menschen m Deutschland. U. a. wurde darauf hingewiesen, daß die Rechtsschutzarbeit des C.-V. im besten Sinn des Wortes D i e n st an der Gesamtheit ist, weil sie erfolgt im Auftrag der Reichsvertretung der deutschen Juden. Es wurde in vielen Einzelfällen ein Ueberblick über die juristisch-wirtschaftliche Arbeit des Centralvereins gegeben und darauf hingewiesen, daß es in vielen Fällen in Verhandlungen mit Behörden gelungen sei, Existenzen zu sichern, daß aber auf der anderen Seite diese Arbeit vom C.-V. gemacht wird in aller Bescheidenheit und ohne daß von vornherein unerfüllbare Versprechungen gemacht werden. Es wurde ferner über die Arbeit im engeren Landesverband berichtet und hierbei besonders betont, daß die Arbeit des Centralvereins dann von Erfolg begleitet sein wird, wenn jeder Einzelne durch genaue und schnelle Information dem Centralverein die Möglichkeit gibt, die Schritte zu ergreifen, welche erforderlich sind, um das Schicksal der jüdischen Menschen nach Möglichkeit zu erleichtern. Die juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Landesverband Hessen Rassan und Hessen, Sitz Frankfurt a. M., Steinweg 0, Zimmer 22 bearbeitet Kollektiv- und Einzelschritte bei Behörden, Verbänden und Firmen, außerden: die Fragen beruflicher Fachausschüsse und die Rechtsberatung in Einzelfällen im Einvernehmen mit der jüdischen Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe. Es wird gebeten, wegen starker Belastung des Syndikus, möglichst die Sprechstunden zwischen 11—1 Uhr täglich außer Sanistag und Sonirtag in Anspruch zu nehmen, zu einem anderen Zeitpunkt nach vorheriger Anmeldung. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Centralverein sich mit seiner Rechtsschutzarbeit und Beratung in Fragen der Wirtschaftspolitik allen deutschen Juden zur Verfügung gestellt hat. Kadimah Mainz. Unter diesenr altbekannten und bewährten Flamen hat sich die gesamte Mainzer jüdische Jugend (früher: JPT. lind Hqbonim) wieder zusammengeschlossen. Damit ist die gemeinsanie Erziehungsarbeit an mlseren Jungens und Mädels (nufere Mitgliederzahl beträgt jetzt über 100) gewährleistet. Den: Jüdischen Jugendverein Worms wurde kürzlich eine Schachgruppe angegliedert, die sich in Herrn Eule, dem ehemaligen Pfalzmeister, eine ausgezeichnete Lehrkraft sicherte. Die neugegründete Gruppe, der viele gute Spieler angehören, würde gerne mit benachbarten Vereinerl Frenndschaftskänipfe austragen und würde sich freuen, wenn auch auswärtige Schachfreunde zu ihren Spielabenderl kämen. Anschrift A. Katz, Worms, Karmeliterstraße J, Telephon 5013. Sportgruppe bes Reid]sbunbes jüb. Frontfolbaten ITlainz. Schon kurz nach Bestehen unserer Sportabteilung war es uns rnöglich, dank der aufopfernden Trainingsarbeit der einzelnen Leiter, Wettspiele gegen auswärtige Mannschaften auszutragen. Vorerst wurde eine erste Fußball- und Handballmannschaft zusammengestellt, denen im Laufe dieses Monats zweite Garntturerr folgen werden. Eine Jugendmannfchaft wird im Januar das erste Mal einem Gegner gegenübergestellt. Am 3. Dez. v. Js. wurde der Reigen der Wettspiele in Frankflrrt nlit einem Handballspiel gegen die Erste der „Bar-Kochba" Frankfurt eröffnet, Rach ziemlich ausgeglichenem Spiel, das durch die anhaltende Kälte stark beeinträchtigt war, unterlag unsere Mannschaft, in der der Tormann Metzger und der Verteidiger Edinger die besten Leute waren, knapp mit: 2:3 (0:2) Toren. Ter 10. Dez. v. Js. brachte das erste Fußballwettspiel gegen die erste Mannschaft der Frankfurter „Jacosco". Unsere Mannschaft, die aus zahlreichen früheren Ligakämpfern besteht, gewann gegen die mit 10 Mann angetretenen Frankfurter überlegen mit 4:1 (2:0) Toren. In die Tore teilten sich Warner und Willi Hirsch. Um unseren Mannschafteir Gelegenheit zu geben, sich öfters mit anderen Mannschaften unseres Gebiets zu messen, traten wir der Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher jüd. Turn- und Sportvereine, Sitz Frankfurt, bei, der ungefähr 20 Vereine des Rhein- Main-Gebiets angehören. Am 17. Dez. v. Js. fand das erste Verbandsspiel gegen R. j. F. Darnrstadt, in Tarmstadt statt. Unsere Fußballer gewannen nach hartem Kampf mit 3:2 (2:0) Toren, die alle drei der hervorragende Mittelstürmer Willi Hirsch nach schönen Vorlagen der Jnnenstürnrer schoß. Leider wurde das Spiel von Darmstädter Seite sehr hart dnrchgeführt, sodaß 2 Darmstädter und unser rechter Verteidiger vom Platz gestellt werden mußten. Das Spiel litt sehr unter der nachsichtigen Leitung des Unparteiischen aus Friedberg. Die ersatzgeschwächte Handball-Elf verlor gegen eine kombinierte erste, zweite und dritte Mannschaft des R. j. F. Darmstadt 10:2 (8:1). Die Darmstädter waren jederzeit überlegen und warfen die Tore in regelmäßigen Abständen. Die besten Spieler unserer Mannschaft waren der Jugendspieler Max Eis, sowie der Mittelläufer Ernst Simon. Hoffen wir, daß unseren Mannschaften schöne Erfolge beschieden sind und weiter in der Mainzer Gemeinde dasselbe rege Interesse entgegengebracht wird wie bisher. Allen, die uns unterstützen, sei auch an dieser Stelle nochmals unser herzlichster Dank ausgesprochen. Seit dem Erscheinen des letzten Mitteilungsblattes hat sich unsere Gruppe um ungefähr 50 Mitglieder vergrößert, sodaß wir 4