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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1933-05-01 · 5 (5.1933) · p. Seite 2

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
8 (1933)
Issue
5 (5.1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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ftmtflcu, unseren Brüdern nnd Schwestern Almosen zu geben, für ihre einfachsten Bedürfnisse <;u sargen. Unsere Pflicht ist es, ihnen zu helfen, das; sie eine neue Grundlage ihrer Ernsten; finden, eine Arbeit, n.it der sie sich selbst erhalten, die ihnen' wieder eine Aufgabe, ihrem Leben einen Inhalt gibt! Sinnlas allerdings wäre es, wenn nnsere Menschen sich wahllos ans einzelne Berufe stürzen wallten, die ihnen irgendwie naheznliegen scheinen. Ausgabe der dazii berufenen Stellen wird es sein, sargfüllig zil prüfen, wo Platz und Raum für Arbeit jüdischer Menschen ist, dann aber ihnen auch die Möglichkeit zu geben, sich ans diese Arbeit umznstellen. Großes wird verlangt werden van der Fähigkeit unserer Menschen, sich nmznstellen, sich in neue Arbeiten und neue Verhältnisse zu finden. Großes niuß aber auch verlangt werden von der Opferfähigkeit der anderen, beiten eine solche Umstellung erspart bleibt. Wer das Glück hat, Arbeit und Einkommen zu haben, muß dem helfen, der alles verloren har. Wer noch die Möglichkeit hat zu geben, muß bis zum äußersten seines Könnens opfern! Bon jedem einzelnen muß das Höchste gefordert werden! Wer sich der Pflicht entzieht, ist ein Feind der Gemeinschaft. Jedes Opfer muß gebracht werden, jedes Opfer der Hilfe für die in Not Geratenen, jedes Opfer der Leistung aber auch an nnsere Gemeinden, mit denen unzählige Existenzen verknüpft sind. Schande über den, der durch mangelnden Opferwillen, durch sträfliche Stenerschen unsere Gemeinden zwingt, Beamte oder Angestellte zu entlassen. Keiner unserer Menschen darf durch uns brotlos und existenzlos werden! Nur in Einigkeit mtb Geschlossenheit können die Aufgaben, die unserer harren, erfüllt werden. Alle Meinungsverschiedenheiten zwischen uns, alles, was irns trennt, muß zurückgestellt werden. Die großen Organisationen und Hilfswerke des deutschen Judentums sind in dieser Richtung vorangegangen. Sie haben sich zusammengeschlossen zu gemeinsamer Arbeit im „Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau". In ihm schweigen alle Sonderinteressen und eigensüchtigen Wünsche. Die Menschen, die in ihm zusammenwirken, arbeiten nur mit dem einen großen gemeinsamen Ziel vor Augen: das Hilfswerk der deutschen Juden! Diese zentrale Stelle wird dafür sorgen, daß alles geschieht, was geschehen muß. Sie wird dafür sorgen, daß nicht nebeneinander und nicht gegeneinander, sondern m i t einander gearbeitet wird. Ihr werden die einzelnen Organisationen und Stellen ihre finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, so daß nicht der Zufall des Vermögensbesitzes und der Aufbringung entscheidet, welche Mittel für den einzelnen Zweck zur Verfügung stehen, sondern die Gesamtheit der zur Verfügung stehenden Mittel mit jeder einzelnen Mark da verwandt wird, wö sie am dringendsten gebraucht wird. Deutsche Juden, zeigt Euch der Größe der Aufgabe gewachsen! Glaubt nicht, daß die Probleme des deutschen Judentums ohne äußerste Opfer durch eine zügellose Auswanderung gelöst werden können. Es ist kein Verdienst, Deutschland zu verlassen, um frei von dem Los der Brüder in Deutschland in Sorglosigkeit seine Zinsen zu verzehren, Niemandem wird dadurch geholfen, daß er ziellos ohne Aussicht auf eine Existenz ins Ausland wandert, um nun dort die Schar der Erwerbs- und Mittellosen zu vergrößern. Es wird jede Aussicht geprüft werden, jede Möglichkeit benutzt, um Menschen, die im deutschen Vaterlande nicht mehr die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Existenz haben, eine Existenz im Auslande gründen zu helfen! Aber verlaßt nicht sinnlos Deutschland! Erfüllt hier Eure Pflicht! Schiebt nicht blindlings Menschen ab einem ungewissen Schicksal entgegen. Keiner entziehe sich seiner Pflicht in der Stunde der Prüfung! Jeder trage an seinem Orte und nach feinem Können zu dem Werke der Hilfe bei! Die Stunde des deutschen Judentums ist gekommen, die Stunde der Verantwortung und die Stunde der Bewährung. Das deutsche Judentum möge sich ihr gewachsen zeigen! Die Mitglieder nnd das Büro des Oberrates des Landesverbandes sind jederzeit gerne bereit, Auskünfte bezüglich vorstehenden Aufrufes zu erteilen bezw. zu vermitteln. venondriung überausländische Arbeitnehmer. Sämtliche ausländische Arbeitnehmer (auch Angestellte) bedürfen einer Arbeitserlaubnis bezw. eines Befreinngsscheines, die Arbeitgeber solcher einer Beschäftignngsgenehmigung. Die neuen gesetzlichen Bestimmungen hierüber können in unserem Büro eingefehen werden. Zentralwohlfahrtsstelle. Mainz, Hindenbnrgstr. 44 (Eingang Gabelsbergerstr.) Personalnotiren. Geboren: M a i n z : 17.4. 33 eine Tochter des Herrn Erwin Drucker. 1. 5.33 eine Tochter des Herrn Nathan Wertheimer. Barmizwoth: M a i n z: 9. 5.33 zwei Töchter des Herrn Richard Kahn. 20.5.33 Fritz Kramer, Sohn des Herrn Dr. Emil Kramer. 20.5.33 Peter Löwensberg, Sohn des Herrn Heinrich Löwensberg. 20.5. 33 Kurt Erich Benjamin, Sohn des Herrn Martin Benjamin. 10. 6. 33 Norbert Strauß, Sohn des Herrn Ludwig Strauß. 70. Geburtstag: Gau-Bickelheim: 7. 5.33 Hermann Berger. Goldene Hochzeit: M a i n z: 6.5. 33 Herr Sigmund Fridberg u. Frau Berta, geb. Weiner. Gestorben: A r h e i l g e n : 20.3. 33 Heinrich Wechsler, 32 Jahre alt. Alzey: '28.3. 33 Max Maas, 72 Jahre alt. D a r m st a d t : 7. 3. 33 Wolf Levi, 74 Jahre alt. 7. 3. 33 Ferdinand Wartensleben. 29. 3. 33 Karl Marx, 72 Jahre alt. Mainz: 7. 4.33 Hermann Kallmänn, 79 Jahre alt. 24. 4. 33 Frau Johanna Thalheimer Ww., geb. Emrich, 88 Jahre alt. 27. 4. 33 Robert Nathan, 56 Jahre alt. 3. 6. 33 Carl Weis, 61 Jahre alt. 4. 5. 33 Frau Jda Reuter, geb. Wertheimer, 68 I. alt. 4. 5. 33 Frl. Lisette Metzger. O b e r w e s e l : 27. 3. 33 Theodor Gerfon, 70 Jahre alt. W o r ni s : 4. 4. 33 Oberkantor Leopold Agulnik, 64 Jahre alt. MAINZ I Rolli SH5 preiswerte Maß-Anfertigung MAINZ Schusterstraße 58 Ecke Christophstr. gegenüber Scheuer & Plaut Telefon: 437 97 Mainz, Schillerstr. 30-32 Telefon 330 76 AufWunscli ^Abholung Pelz-Aufbewahrung Moderne Hüte und Mützen in jeder Preislage nur bei FritzHäussler Huthaus am Leichhof Ideal- und Erika- Schreibmaschinen, B tirobedarf Löwenhofstraße 9, Tel. 341 85 SIE RECHNEN sparen und verdienen und KAUFEN sämtliche Schreibwaren u. Bürobedarf NUR BEI Telephon413 47 ' MAINZ Christophstrasse Geschenke Schillerstr. im Finanzamt Stadtpark- Restaurant Angenehmer Aufenthalt A. Weimer 2

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