Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 8 (1933)
- Issue
- 3 (3.1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9582242-9623192-9621120--0956-9621123- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Meier Levi 2., welcher schon seit 1898 ununterbrochen Vorstand der Ehewroh ist, und Frau Rosa May. Die Versammlung fand in der Wohnung des Herrn Julius May statt. Herr Ludwig May eröffnete den offiziellen Teil durch eine gut durchdachte, längere Ansprache, in welcher er die Gründung des Vereins besonders hervorhob. Nach ihm sprach Herr Lehrer Vormberg aus Reinheim, der als Gast zugegen war. Frau Irma Haas und Frau Helene Kahn erfreuten die Anwesenden durch gesangliche Vorträge, begleitet von dem 18jährigen Schüler Erich May. Das Beisammensein war recht gemütlich und die Zeit verstrich rasch. Erst nach Mitternacht trennte sich die Versammlung. Mainz. Am 1. Adar war die 80. Wiederkehr des Einweihungstages der (jetzt geschlossenen) Hauptsynagoge in der Synagogenstraße. Zum dauernden Gedächtnisse an den Einweihungstag würde auf Anregung des ersten Rabbiners, Dr. Josef Aub (vorher in Bayreuth, nachher in Berlin) und unter Beteiligung aller Kreise der einheitlichen Religionsgemeinde Mainz der Verein zur Unterstützung und Erziehung mittelloser Waisen der israelitischen Religionsgemeinde Mainz begründet. Vorsitzender dieses noch heute segensreich wirkenden Vereins ist Herr Justizrat Dr. Lichten; Herr Eduard Simon gehört dem Vorstandskollegium nunmehr seit vier Jahrzehnten ununterbrochen als Kassierer' an. Mommenheim. Am 20. März wird der Rentner A. Loeb früher Mommenheim (Rheinhessen), jetzt Frankfurt a. M., Unterlindau 51 in voller Rüstigkeit und geistiger und körperlicher Frische achtzig Jahre alt. Ter Jubilar, der fast 30 Jahre Vorstand der Gemeinde Mommenheim war, besucht heute noch jeden Samstag die Synagoge. Mühlheim a. M. Am Sonntag den 12. Februar feierten Herr Gerson Strauß und seine Frau Reöekka geb. Rollmann das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Ans diesem Anlaß versammelte sich die ganze Gemeinde in der Synagoge, wo Herr Lehrer Oppenheimer, Groß-Steinheim das Jubelpaar in gebührender Weise feierte und ehrte. Allen Anwesenden wurde eine große Ueberraschung zu Teil. Herr Adolf Rollnmnn, der selbst im Krieg einen Sohn verloren hat, ließ in hochherziger Weise in der Synagoge eine schöne Gedenktafel für die im Weltkrieg aus hiesiger Gemeinde Gefallenen anbringen, die dem Ernste angemessen in einfach schmuckem Grün prangte. Auf besonderen Wunsch war von einer größeren Feier Abstand genonnnen worden. Herr Dr. Manfred Strauß, Offenbach, überbrachte beste Wünsche für den Frontbund und für den Kultnrausschuß der Loge. Trebur. Anl 19. Febr. feierte die Gemeinde Trebur die hundertste Wiederkehr des Stiftnngstages ihrer Ehewroh gemilus chasodim. Die gesamte Gemeinde versammelte sich zum Abendgebete in der Synagoge, wo Herr Lehrer Neuhaus aus Frankfurt die Zwecke und Ziele eines solchen Vereins darlegte und einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der feiernden Gemeinde warf. Ein gemütliches Beisammensein vereinigte dann noch alle Teilnehmer im gastlichen Hause des Vorstehers Herrn Erich Goldschmidt, der im Verein mit seiner wackeren Gattin und seiner wiirdigen Mutter seinen Güsten einige genußreiche Stunden erleben ließ. Treis an der Lumda. Vor ca. fünf Monaten war es, als man die irdischen Ueberreste des weit über die hiesigen Grenzen bekannten und von jedermann geachteten Kaufmannes Marcus Wetzstein zu Grabe trug. Niemand der damals an dem Grabeshügel des 9t jährigen stand, hätte daran gedacht, daß ihm seine Enkelin im jugendlichen Alter von 31 Jahren bald folgen sollte. Eine große von tiefem Schnrerz ergriffene Teilnehmerschar aus der Nähe und Ferne, gab am 15. Februar d. I. Frau Jda Wolf, der Tochter bes Gemeindeältesten Levi Wetzstein, das letzte Ehrengeleit. Ein tückisches Leiden hatte die Heimgegangene ihrem Gatten, den schwergeprüften Eltern und einem zarten Kindlein von drei Jahren entrissen. Herr Provinzialrabbiner Dr. Sander widmete der Verstorbenen am Grabe einen warmen Nachruf. Ulrichstein (Oberhessen). Jur Alter von 54 Jahren starb Frau Lina Reiß, Gattin des allseits geachteten Herrn Moses Reiß. Ihre Beisetzung gestaltete sich zu einem imposanten Trauerzug. Bei der Trauerferer am Grabe rühmte Herr Lehrer Bick, Nieder-Ohmen die Vorzüge der Verstorbenen und gab den: Schmerze der Familie beredten Ausdruck. Vereine und verbände. Das Sommersemester an der unter Leitung des Herrn Genreinderabbiner Dr. Jakob Hoffmann stehenden Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" Frankfurt a. M. beginnt am Mittwoch, den 1. Jjar. (26. April 1933). . .. Anmeldungen für alle vier Abteilungen (Vorberettungsklape, Unter-, Mittel- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegenge¬ Der Unterricht erstreckt sich auf: Pentateuch und die spateren biblischen Bücher mit Kommentaren, hebr. Grammatik, Mischna und Talmud mit Kommentaren, Dezisoren. Für den Lehrgang in der Vorbereitungsklasse und der Unterstufe werden schulentlassene Knaben und Jünglinge ausgenommen, die schon einige Vorkenntnisse in Mischna und Talmud hesitzen. Den Schülern ist eventl. Gelegenheit geboten, sich in profanen Fächern unter fachgemäßer Leitung fortzubilden. Anmeldungen, denen beigefügt sein müssen: lückenloser Lebenslauf, sowie Zeugnisse über bisherige Vorbildung sind bis spätestens 1. Nissan (28. März) an das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" Frankfurt a. M., Theobaldstraße 6 zu richten, welches zu jeder näheren Auskunft bereit ist. Ifr. TIläbct]enaus|'tattungs=Derein I, JTlainz. Der Mädchenausstattnngs-Verein II hat sich aufgelöst und der größte Teil seiner Mitglieder ist dem Mädchenausstattungs-Verein I, der die gleichen Tendenzen verfolgt, beigetreten. Durch den Zuwachs sind wir in der angenehmen Lage noch öfters Verlosungen vornehmen zu können. Tie letzte hat am 18. Dezember 1932 stattgefunden und war Herr- Moritz Bernay der glückliche Gewinner des Brantlegats von RM. 3000.—, der es nach 16 unserer Statuten einem braven, jüdischen Mainzer Mädchen überwies. Wir bitten, den Verein, der seit 1724 besteht und schon so viel Gutes gestiftet hat, auch ferner, zu unterstützen. Durch regen Anteil und weiteren größeren Zuwachs ist es uns vielleicht möglich, schon im nächsten Jahre wieder ein Brautlegat verlosen zu können. — Eventl. Anmeldungen erbitten wir an unseren Kassierer Herrn Leopold Klein, Kaiserstraße 74, der auch sonst jede weitere Auskunft gerne erteilt. Der Vorstand. Perfonalnotizen. Geboren: Groß-Gerau: 17. 2.33 eine Tochter des Herrn Paul Oppenheimer. H e ß l o ch : 22. 2. 33 eine Tochter des Herrn Heinrich Herz. Barmizwoth: Groß-Gerau: 4.3.33 Robert Lindenberger, Sohn der Frau Martha Lindenberger, geb. Guthmann. Mainz: 11.3.33 Walter Sabel, Sohn des Herrn Alfred Sabel. O b e r - R a m st a d t : 1.4. 33 Albert May, Sohn des Herrn Max May. Verlobte: Fr a n k f n rt a. M—T^ rm st a d t : Fräulein Fanni Nußbaum mit Herrn -Liegfried Ternburg. N i e d e r - I n g e l h e i m — Köln: Frl. Trude Jesselsohn mit Herrn Alfred Marx. Vermählte: T a r m st a d t - F r a n k f u r t a. M.: 5.2.33 Max Mayer mit Sophie Mayer, geb. Götz. Silberne Hochzeit: Groß-Gerau: 19.2. 33 Siegfried Kahn und Frau, Frieda, geb. Lehmann. M i ch e l st a d t (Odenwald): 5. 2. 33 Emil.Strauß und Frau Frieda geb. Nebel. DARMSTADT Linoleum Gardinen \JUXGMAmi Darmstadt, Ludwigsplatz 6 Pohl’s Diabetiker Kräuter Paket RM 2.50 33jährige Erfahr, in der Drogenkunde Kräuter Pohl, Darmstadt Elisabethenstraße 36 Ecke Zimmerstr. Telefon 3460 Zuckerkranke haben Ruhrkohlen / Ruhrkoks Gaskoks / Unionbriketts liefert prompt in erstklassiger Qualität B.M.Hachenburgerrt* DARMSTADT Wiihelminenstr. 31 Telephon 9 Prima ausgelass , garant. reines in Dosen ä 5 und 8 V2 Pfd. Nettoinhalt versende! per Nachn. Wilh. Papelbaum, Berlin N 54, Rosenlhaler Str.36,Tel. D2 Weidendamm 9289