Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 8 (1933)
- Issue
- 2 (2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Rabbiner-Seminar zu Berlin. des Landesverbandes israelitischer üleliglonsgemeinden Wens (Februar )933 8. Ishrg. ßr. 2 Erscheinungsort fllainj. Luschristen, welche das fllittcilungsblatt beireffen, sind an das 6üro des Landesverbandes, stlaint, ffindenburgstra^e 44 zu richten. Sencht über die Sitjung der Oberrats am 22. Januar 1933. Anwesend: der Verbandsvorsitzende Kommerzienrat B. A. Mayer- Mainz und sein Stellvertreter Löwensberg-Mainz. Tie Oberratsmitglieder bezw. Stellvertreter: Benjamin-Darmstadt; Ebert-Osthof'en; Justizrat Dr. Goldschmidt-Offenbach; Rechtsanwalt Dr. Goldschmidt-Wvrms; Hirsch-Groß-Gerau; Jsaac-Wallertheim; Kahn-Alsfeld; Rabbiner Dr. Levi-Mainz; Oppenheimer- Ober-Jngelheim; Rofdnthal-Oppenheim; Rechtsanwalt Rothenberger-Gießen; Rabbiner Dr. Sander-Gießen; Strauß-Offenbach. 1. Der Vorsitzende begrüßt die erschienenen Herren, gibt Kenntnis davon, daß sich die Herren Jnstizrat Dr. Marx-Bingen; Steinberger-Alsfeld; Krämer-Friedberg, letzterer zugleich auch seinen Stellvertreter wegen Nichterscheinens entschuldigt haben. Das zur Sitzung eingeladene stellvertretende Oberratsmitglied Oppenheimer-Alzey habe sich ebenfalls entschuldigt. 2. Das Protokoll der vorigen Sitzung wird vorgelesen und genehmigt. 3. Von den Berichten des Verbandsvorsitzenden über eingelaufene Mitteilungen, geführte Korrespondenzen und über die durch ihn erfolgte Begrüßung der am 16. November v. Js. in Mainz stattgehabten Tagung des Allgemeinen Rabbinerverbandes namens des Landesverbandes wird Kenntnis genommen. 4. Nach einem Referat des Vorsitzenden über die Kassenlage wird derselbe bevollmächtigt, die Höhe der für 1932 (Rj.) noch zu zahlenden Subventionen zu bestimmen. 5. Dem Gesuch einer Gemeinde um llebernahme ihrer Schuldigkeit an einen Lehrer kann nicht entsprochen werden. 6. Zu einer Subventionierung des Reichsbundes für jüdische Siedlungen in Deutschland ist der Landesverband zur Zeit nicht in der Lage. 7. Ans Antrag des Vorsitzenden, der wegen des Rückgangs der Beiträge eine Einschränkung der Ausgaben als notwendig erachtet, wird eine Finanzkommission bestehend aus je einem Mitglied der Gemeindevorstände in Mainz, Darmstadt, Osfenbach, Gießen und Worms, sowie den Herren Hirsch-Groß-Gerau und Oppenheimer-Ober-Jngelheim eingesetzt. 8. Herr Rabbiner Dr. Levi berichtet, daß er zur Ersparung von Reisekosten im März eine Neueinteilung des Stundenplans der Verbandslehrer herbeiführen werde. 9. In Verfolg eines besonderen Anlasses sollen die Verbandsgemeinden Bingen und Alzey ersucht werden, Vertreter für ihre unbesetzten Rabbinerämter zu bestellen. 10. Die Herren Benjamin und Rothenberger, für letzteren evtl, ein anderes Oberratsmitglied, werden den Landesverband bei der am 25. d. M. im Kultusministerium stattfindenden Konferenz der Kirchenbehörden mit dem Landesfinanzamt vertreten. 11. Nachstehende Resolution wird einstimmig gefaßt: Die seit Begründung des „Landesverbandes der Israelitischen Neligionsgemeinden Hessens" bei der Hessischen Staatsregierung unsrerseits vorgetragenen Gesuche, dem Landesverband Israelitischer Religionsgemeinden Hessens in paritätischer Weise mit den christlichen Landeskirchen ans Staatsmitteln regelmäßige Beitragshilfen zu gewähren, wurden mit Hinweis auf das noch ungeklärte Einignngsverfahren mit der evangelischen Landeskirche zurückgestellt. Im Verlaufe der inzwischen verstrichenen Jahre hat die wirtschaftliche Lage unsres Landesverbandes infolge der Steuernrückgänge in den Verbandsgemeinden eine derartige Verschlimmerung erfahren, daß die Durchführung der satzüngsgemäßen Aufgaben des Landesverbandes gefährdet ist. Erneut richten wir deshalb an die Regierung des Bolksstaates Hessen das Gesuch, durch Gewährung eines angemessenen Beitrages den notwendigen Fortbestand unsres Landesverbandes zu sichern. 12. Ter Oberrat des „Landesverbandes Israelitischer Religionsgemeinden Hessens" begrüßt den Aufruf des Verbandes' israelitischer Lehrervereine Deutschlands auf Verwirklichung des Versuches, den Reichsverband der deutschen Juden zu gründen. Wenn auch wesentliche finanzielle Leistung von dem neu p gründenden Reichsverband aus der Not der Zeit heraus nicht erwartet werden kann, so hat der Reichsverband doch sehr bedeutungsvolle ideelle Aufgaben. 13. Dem telefonisch übermittelten Ersuchen des Herrn Krämer- Friedberg um Vertagung der Beratung über den Bestenerungsmodus der oberhessischen Landjndenschäft kann nicht entsprochen werden. Nach eingehender Beratung und nachdem den Oberratsmitgliedern das Rescript Hessischen Kultusministeriums bereits früher abschriftlich übersandt war, wird eine Resolution einstimmig gefaßt. Es wird beschlossen, den Neligionsgemeinden Friedberg und Bad Nauheim von der Stellungnahme des Kollegiums Kenntnis zu geben. 14. Herrn Rabbiner Dr. Levi's Rücktritt von der Schriftleitung des Mitteilungsblattes ist von den Mitgliedern des Kollegiums mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen worden'. Es wird beschlossen, Herrn Oberkantor Jonas um llebernahme der Schriftleitung des Mitteilungsblattes zu bitten. 15. Herr Oppenheimer-Ober-Jngelheim berichtet über den Beitritt der Gemeinde Planig zum Landesverband und referiert über verschiedene llnterrichtserteilungen. 16. Verschiedene Gesuche werden bis zur Sitzung der Finanzkommission bezw. der des Schulansschnsses zurückgestellt. 17. Als Termin für die nächste Oberratssitznng wird der 2. April d. I. und für den nächsten Gemeindetag. der in Frankfurt a. M. stattfinden soll, der 23. April d. I. bestimmt. 18. Einem Studenten wird anstelle eines Beitrages zur mensa, eine Subvention in bar bezahlt werden.