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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1933-01-01 · 1 (1.1933) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
8 (1933)
Issue
1 (1.1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Derer Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Siedlungen und Gemeinschaften und gab ein lebendiges Bild von der stetigen Auswärtsentwicklnng und dem ununterbrochenen Fortschritt in Dem Aufbau Erez Israels. In der ausgedehnten Diskussion wurden ausschliesslich Fragen praktischer Natur gestellt, die von dem Referenten auf Grund seiner reichen Kenntnisse beantwortet wurden. Groß-Gerau. Bei der am 20. November v. I. hier stattgefnn denen Neuwahl des Vorstandes der Israel. Religionsgemeinde wurden gewählt: Heinrich Hirsch zllm ersten Vorsitzenden; Julius Kahn zum stellvertretenden Vorsitzenden sowie Gustav Hirsch. Mainz. Nach mehrjähriger Panse hatte der jüdische Jugendverein zu einer größeren gesellschaftlichen Veranstaltung am Samstag, 7. Jan. abends tit den Räumen des Gntenberg-Kasinos einge laden. Ter Reinertrag der Festlichkeit war der Zentral-Wohpahrtsstelle der jüdischen Gemeinde zngedacht. In seinen Begrüßungsworten betonte der Vorsitzende Tr. Picard, daß der Jugendver'ein in den letzten Jahren sich erllster und nach innen gerichteter Arbeit gewidmet habe. Aus seinem Bestreben, ans sozialem Gebiet mit der Gemeinde zusammen tätig zu sein, habe er sich gerade in dieser Zeit mit dem Problem der Arbeitsbeschaffung befaßt. Darin niöge jeder einzelne dem Verein seine Hilfe leihen und darum habe der Abend den Leitsatz: durch Schaffung von Freude anderen wohl zu tun. Das Programm selbst stand unter dem Zeichen einer Revue „Ist das nicht wundervoll?". Sie wurde eingeleitet durch einen launigen Sketch, der Vereinsinterna ansplauderte. Die Revue selbst rollte in etwa 2 Stunde:: in bunter Folge, flott dargestellt, ab. Sie enthielt als eine besondere und reizvolle Ueberraschnng ein Kinderballett, das Hedi Stieler einftudiert hatte. Diese trat selbst als zündende Soubrette hervor; als Ansager und Stimmungssänger stand ihr Ernst Neuburger gleichwertig zur Seite. Besonderen Beifall fanden and; die Tanzdarbietungen von Else Schwarzschild. Das Ensemble entledigte sich seiner künstlerischen Aufgaben in so ausgezeichneter Weise, daß das Publikum an Beifall nicht geizte. Alle Mitspieler im Vorspiel wie in der Revue erwiesen sich als wirkliche „Stars" und trugen wesentlich dazu bei, die gemütliche und heitere - Stimmung zu schaffen, die den ganzen Abend keunzeichnete. Die zahlreich erschienenen Teilnehmer, die in lebendigen: buntem Bild den Saal füllten, hatten keine Langeweile. Die Kapelle Freund mit ihren flotten Weisen, die bereits die Revue musikalisch eingerahmt hatte, spielte zum Tanz ans und fand bis 2 Uhr unermüdliche Verehrer ihrer Kunst. Jedenfalls kan: Jung und Alt auf seine Kosten und eine Stinnne beherrschte die Anwesenden: daß es dem Jugendverein gelungen war, an diesen: Abend eine wirklich schöne alle unpassende Geselligkeit zu schaffen. Die Veranstaltung kann gerade darin als vorbildlich angesprochen werden. Mainz. Der Aufruf an die jüdischen Arbeitgeber unserer Stadt, zur Einstellung jüdischer Arbeitsloser, hat freudigen Widerhall gefunden. Durck) die Zusammenarbeit von Zentralwohlfahrtsstelle. Rhenusloge und Jüd. Jugendverein war es möglich, eine Reihe junger Menschen zur Weihnachtszeit vorübergehend zu beschäftigen. Die vorstehend genannten Organisationen möchten dem Wunsche Ausdruck geben,'daß dies in noch steigendem Maße auch in Zukunft möglich sei und gleichzeitig die jüdischen Arbeitgeber herzlich bitten, be'i Bedarf, sich ihrer Vermittlung zu bedienen. Die Zentralwohlfahrtsstelle, Tel. Anruf: 337 37, ist jeder Zeit bereit, geeignetes Personal nachzuweisen. Die gleiche Stelle nimmt immer noch Meldungen junger Leute im Alter von 20—25 Jahren für den freiwilligen Arbeitsdienst entgegen. Mühlheim a. Main. Am 27. Kislev entschlief sanft, Frau Reeis Stiefel Ww. geb. Strauß, im Alter von 84 Jahren. Mit ihr ist unser ältestes'Gemeindemitglied von uns gegangen. Unerschütterliches Gottvertrauen beseelte sie. Es half ihr über vieles Schwere und Bittere hinweg. Solange es ihr möglich war, gehörte sie zu den rührigsten und pünktlichsten Besuchern unseres Gotteshauses. Sie hatte'noch das Glück, vor kurzem der Barmizwoh ihres jüngsten Enkels beiwohnen zu können. Osthofen (Kreis Worms). Auf den: Friedhof der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde wurden zwei schwere Grabsteine umgestürzt und eine am Eingang des Friedhofes befindliche Ruhebank, welche im Boden eingelassen war, mit Gewalt herausgerissen und nmgeworfen. Die Gendarmerie hat die nötigen Feststellungen sofort aufgenonnnen. Seitens der israelitischen Religionsgemeinde ist auf die Ergreifung der Täter eine namhafte Belohnung ausgesetzt. Hoffentlich'gelingt es, die Friedhofsschänder der gerechten Sühne zuzuführen.' Ober-Ramstadt. Bei der am 8. Tezen:ber 1932 stattgefundenen Wahl zweier Mitglieder zum Steuerausschnß wurden die Herren Simon Bendorf und Josef Stern auf die Dauer von 3 Jahren gewählt. Seligenstadt i. Hessen. Am 5. Januar feierte der 1. Vorsitzende unserer Gemeinde, Herr Abraham Stein, seinen 70. Geburtstag. Außerdem kann er in diesem Jahre auf eine 30jährige Wirksamkeit als Vorstandsmitglied znrückschanen. Durch seine stete Hilfsbereitschaft hat er sich die Sympathie weitester Kreise erworben. i Lücherschau. Biro-Bidschan, die Judenrepublik von E. M. Alberton, E. Prager-Verlag Leipzig-Wien, 288 Seiten und eine Karte ist ein in seiner Aneinanderreihung lebloser Szenen weder als Roman noch in seiner oberflächlichen Behandlung der Frage von Jndensiedlnngen in Biro-Bidschan als aufschlußreicher Bericht wesentliches Buch. Es erübrigt sich deshalb, weiter darauf einzngehen. H. L. „Bilder aus jüdischer Vergangenheit und Gegenwart" — so könnte man das neue Heft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums überschreiben. Professor Samuel Klein von der Jerusalemer Universität schildert das Gasthanswesen der alten Zeit, insbesondere die Einrichtung, daß mir den Synagogen Unterknnftsstätten für Fremde verbunden waren. Jesajas Preß, gleichfalls ans Jerusalem, bringt Glauben und Aberglauben der palästinischen Landbevölkerung in Freud und Leid anschaulich zur Darstellung. Auch auf die Wurzeln des europäischen Judenhasses fällt neues Licht. In einem mittelfranzösischen Gedicht fand Heinz Pflaum eine Anspielung auf Raschi als den Verfasser (!) des Talmud. Von hier ans untersucht er die Wege, auf welchen die Kenntnis mancher Talmndstellen über Jesus in die christliche Gelehrtenwelt kam; die traurige Rolle des Vermittlers spielt ein ehemaliger Fnde, der zwar zum Christentum übertrat, aber dem neuen Glauben innerlich so wenig zugetan war wie dem alten. So erscheinen Abfall und Indenfeindschaft bereits im Mittelalter in treuem Bunde. Tie Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums darf auf diesen Jahrgang der Monatsschrift mit Stolz zurückblicken. Trotz der Nöte der Zeit ist es ihr gelungen, ihren Mitgliedern für den Preis von RM. 10.— einen Band von über 600 Seiten zu bietet:, abgesehen von den Ermäßigungen, die sie beim Bezug ihrer Schriften gewährt. Für das Jahr 1933 stehen wertvolle Abhandlungen auch aus dem Gebiet jüdischer Weltanschauung in Aussicht. Tie Gesellschaft hofft daher mit Bestimmtheit auf die Unterstützung weitester jüdischer Kreise. Wer Mitglied zu werden wünscht, braucht nur den Beitrag von RM. 10.— auf das Postscheckkonto der Gesellschaft (Berlin 7030) einzusenden, oder an einen der Vertrauensmänner, welche in jedem Heft der Monatsschrift anfgeführt sind. Purimspiel „Haman" von Moritz S ch e r b e l. Gerade rechtzeitig vor den: diesjährigen Purinpest erscheint eine Nenansgabe des beliebten Purimspiels „Haman" des Dichters Moritz Scherbel. Mit seinen: Drei-Akter „Haman" hat Moritz Scherbel, dessen 100. Geburtstag vor kurzem in allen jüdischen Zeitungen gefeiert wurde, e:n humorvolles Purimspiel geschaffen, das durch seine Leichtver- DARMSTADT Linoleum Gardinen I JUNGMANN | Darmstadt, Ludwigsplatz 6 Ruhrkohlen / Ruhrkoks Gaskoks / Unionbriketts liefert prompt in erstklassiger Qualität B.M. Hachenburger rt* DARMSTADT Wilhelminenstr. 31 Telephon 9 Zuckerkranke haben Pohi’s Diabetiker Kräuter Paket RM 2.50 33jährige Erfahr, in der Drogenkunde Kräuter Pohl, Darmstadt Elisabethenstraße 36 EckeZimmerstr. Telefon 3160 Kaufen Sie bei den Inserenten unseres Blattes. An alle Leser! 8

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