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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1933-01-01 · 1 (1.1933) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
8 (1933)
Issue
1 (1.1933)
Date
1933-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Januar 1933 8. Iahrg. fllr. 1 fflutteilunpfifoff des Lsndesverbsnkies istaelMscher lkieligionsgemeinkien Sjelftns krschtinungsort fllainj. Zuschriften, welche das Mitteilungsblatt betreffen, find an das 6üro des Landesverbandes, ftloinr, hindenburgstraße 14 zu richten. LeKanntmachungen. Die Herren Mitglieder des Oberrats werden hiermit auf Sonntag, den 22. Januar d. I., nachmittags 2 Uhr in das Verbandsbüro, Mainz, Hindenburgstraße 44 (Eingang Gabelsbergerstraße) zu einer Oberratssitzung berufen. Diejenigen Herren, die an: Erscheinen verhindert sind, werden gleichzeitig gebeten, ihre Stellvertreter zur Teilnahme an beri Beratungen zu veranlassen. Mainz, den 5. Januar 1933. B.A. Mayer Vorsitzender. Die Vorstände der Verbandsgemeinden werden hiermit daran erinnert, daß es erforderlich ist, Voranschläge und Steuersätze für das Rechnungsjahr 1933 bis zum 15. Februar d. I. bei den Kreisämtern einzureichen. Wenn bis 1. Mai d. I. den zuständigen Finanzämtern genehmigte Steuersätze der Religionsgemeinden nicht bekanntgegeben sind, können diese nicht damit rechnen, daß für das betreffende Rechnungsjahr Veranlagung und Erhebung durch die Finanzämter geschieht. Mainz, den 5. Januar 1933. B. A. M a h e r Vorsitzender. Helfet den Bedrückten und Armen! SpM,trMkrWemM! Zentralwohlfahrtsstelle der isr. Rel.-Gemeinde Mainz Büro: Hindenburgstraße 44 Postscheck-Konto: Jnkassostelle Israel. Vereine Mainz, Frankfurt a. M. Nr. 677 92. Die Y. orbentlfcbe Delegiertentagung der Derbanbes ber Mischen Jugenbnereine Deutschland fand am 25./26. 12. 32 in der Aula des Philantropin zu Frankfurt a. M. statt. Ter Verband stellt die stärkste jüdische Jugendorganisation Deutschlands dar: über 10 000 Mitglieder sind in ihm vereinigt. Seit der stürmischen Tagung in München, Pfingsten 1930, hatte die Leitung zweimal gewechselt. Im Herbst 1932 kam es zu einer provisorischen Regelung der Führung, die den 9. Delegiertentag vorbereitete und'auch'durchführte. Innerhalb des Verbandes drängte mancherlei m einer Klärung, die Fragen der Zeit verlangen Antwort, und selbst ein neutraler Verband, der sich keiner bestimmten Parteirichtung anschließen kann und will, mutz trotz der Verschiedenheit der möglichen Antworten eine bestimmte Richtung zum mindesten für seine praktische Arbeit erkennen lassen. Es darf festgestellt werden, daß der Frankfurter Delegiertentag, der von mehr als 200 Delegierten besucht war, als positives Ergebnis zeitigte: 1. eine neue,' mit großer Mehrheit gewählte Führung, nämlich Dr. Herzfeld-Essen, Joe Israel-Hannover und Kurt London-Berlin; 2. in drei Arbeitsgemeinschaften bestimmte Thesen für die kulturelle, wirtschaftliche und politische Arbeit der Vereine und Bünde, die dann zusammengefaßt als Richtlinien (siehe Seite 2) für die Arbeit der nächsten 2 Jahre vorgelegt und einstimmig angenommen wurden. Nach Begrüßungen (Dr. Löffler-Frankfurt a. M. als Leiter, Dr. Hahn' für die Stadt, San.-Rat Dr. Ettlinger für die Gemeinde, Dir. Dr. Driesen für das Philantropin, Rabb. Dr. Jak. Horovitz für das Rabbinat und die Rabbinerverbände, I. B. Levy für Logen und Lehrerverbände) gaben am Sonntag Morgen zwei Referate den Auftakt zur Tagung: I. Tr. Eduard Strauß-Frankfurt a. M. „Jüdische Antwort aus die Fragen der Zeit"; II. Tr. Paul Epstein-Mannheim: „Wirtschaftskamps und Lebensgestaltung des jungen Juden". Strauß zeigte in-formvollendeter Sprache die geistige Situation der Zeit, das Ende einer liberalistisch-individualistischen Epoche, in der die Einheit des Judentums in Teile zerbrach: Liberalismus, Orthodoxie und Zionismus. Unsere Aufgabe ist es, wieder eine Einheit zu gestalten, auch die Einheit von Gemeinschaft und Geist, wir können nur Geist bejahen, der sich in die Wirklichkeit „übersetzt": eine alte jüdische Erkenntnis. Entscheidungen können wir aber nach außen nur als Kollektiv suchen, nach 'außen sind wir „Wir", man entläuft dem Jude-Sein nicht. Nur nach innen können wir uns als „Ich", als Individuen entscheiden. Sind wir nach innen lauter Frage, so nach außen lauter Antwort. Wir sind „auserwählt", doch nicht als Vornehmheit, sondern indem wir sinnvoll gesegnet oder verflucht sind: ständige Entscheidung im

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