Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 7 (1932)
- Issue
- 12 (12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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kommt nicht auf; diese jungen jüdischen Glücksmacher sind gehalten und erklärt in ihrer besonderen Geistigkeit. Die gezeichneten Typen mögen der Wirklichkeit abgelauscht, Leben und Treiben wahrheitsgemäß gezeichnet sein, manche Deutung von Zuständen und Eigenarten ist geschickt hingeworsen, die Schilderung haftet aber — vielleicht absichtlich — am äußeren und Hilst sich manchmal über kritische Punkte der Probleme durch Zynismus hinweg. Aber ein Stückchen Geschichte ist in dem Buche eingefangen, das verdiente, literarisch sestgehalten zu werden, gerade weil die Voraussetzungen für die Problematik und den Lebensstil derartiger Typen, wie sie hier geschildert wurden, mit der Beschränkung der Einwanderung nach Amerika gewandelt oder verschwunden sein dürsten? " Dr. L. Rechtsstellung und Neugestaltung der bayerischen Rabbinatsbczirke. Von Dr. Martin Frankenburger-Ansbach. Preis RM 2.40. Verlag B. Heller, München, Plinganserstratze 64. Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit einer Frage, um die sich seit über 100 Jahren Regierungen und Gemeinden bemühen. Es handelt sich um die zweckmäßige Gestaltung der Rabbinatsbezirke — das letzte noch zu lösende Problem im Aufbau der bayerischen Religionsgemeinschaft. Vorausgeschickt wird eine Analyse der jetzigen Rechtsstellung der Rabbinatsbezirke, die auch aus wichtige praktische Fragen eingeht und neue Lösungsmöglichkeiten andeutet. Mit der eingehenden Klarstellung der Grundlagen sür den Neuaufbau der Rabbinatsbezirke werden die allgemeinen Grundlagen des Gemeindelebens und des Gemeinderechts überhaupt dargestellt. Die Frage der staatlichen Aufsicht und Mitwirkung bei der Einrichtung und Verwaltung der religiösen Institutionen und andere praktische organisatorische Probleme, das Verhältnis der Gemeinden zum Verband werden eingehend behandelt. Jeder am jüdischen Gemeindeleben Interessierte sollte die aufschlußreiche Schrift kennen. Anti-Anti. Tatsachen zur Judenfrage. Herausgegeben und verlegt vom Zentralvcrein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V. Berlin 1932. Philo-Verlag, Berlin W 15. 186 Bl. In andersartigem Gewände und in etwas stärkerem Umfange liegt der „Anti-Anti" vom Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens nach mannigfachen Aenderungs- und Ergänzungsarbeiten herausgegeben, jetzt in 7. Auflage vor. Der Inhalt dieses in seiner Art einzigen Nachschlagewerks ist in vielen Teilen stark verändert. Das Material wurde aus den neuesten Stand gebracht, für die politische Auseinandersetzung wurden wichtige Tatsachen hineingearbeitet, die Darstellung an vielen Stellen vertieft. Neue Quellen wurden angeführt, die Literaturangaben ergänzt. Der Anti-Anti ist nicht nur für den „berufsmäßigen" Bekämpfer des Antisemitismus bestimmt, sondern kann von jedem schnell gebraucht werden, der Material vor allem gegen beliebte antisemitische Schlagworte sucht. Zentralverein und Philo-Verlag mögen sich die weitere Ausgestaltung dieses von Juden wie Nichtjuden, vom hohen Beamten wie vom Arbeiter, vom Akademiker wie vom Kaufmann oft bewunderten und begehrten kleinen Werks angelegen sein lassen. Es sollte in Zeiten nie gekannter politischer Bedrängnis der deutschen Juden, besonders in Kreisen unserer nichtjüdischen Umwelt weiteste Verbreitung finden und vor allem auch jedem jüdischen Schüler, ehe er ins Leben tritt, vertraut werden. Das Spinozaheft des „Morgen", Jahrgang 8, Dezember 1932, Nr. 5. Philo-Verlag, Berlin. Preis Mk. 2.25. Die von Julius G o l d st e i n begründete Zeitschrift ist ihren Höhenpsad unter der neuen Leitung weitergegangen: Gerade auch der N i ch t j u d e wird bekennen müssen, daß manches Heft des „Morgen" ihm Entscheidendes an Einsicht, Belehrung und Besinnung gebracht hat. Zu besonderer Höhe erhebt sich das soeben erschienene Dczemberhest, dem Andenken Spinozas gewidmet. Ernst K a s s i r e r behandelt „Spinozas Stellung in der allgemeinen G e i st e s g e s ch i ch t e". Er hebt Spinoza aus den mannigfachen Verdunkelungen, die Freund und Feind ihm angetan haben, heraus und setzt ihn an seinen ursprünglichen Ort. David Baumgardts Ausführungen über „Spinozas Bild im deutschen und jüdischen Denke n" verfolgen die Wirkung und Würdigung des Philosophen durch die Zeiten hin. Sie kommen zu der Feststellung, daß Spinoza bisher stets stärker aus deutsches als aus jüdisches Denken gewirkt hat. „Wir haben bis heute noch keine Formel dafür gewonnen, wie wir Spinoza wirklich zentral hincinstellen in das ewige Leben des jüdischen Geistes. Und trotzdem kann ihn auch das Judentum gewiß nicht entbehren." Der dritte Aufsatz „M otive in Spinozas Lebe n" von Leo Baeck, ist geführt von dem Grundgedanken: „In jeder Philosophie, die mehr ist als bloße Spekulation, will der Mensch auch sich selbst und sein Leben erweisen; sie soll nicht zuletzt Lebensantwort sein." Von größter Wichtigkeit ist neben der Spinoza-Huldigung der Aussatz Martin B u b e r s über „Die Brennpunkte der jüdischen Seele". Buber sieht die zwei Brennpunkte der jüdischen Seelen in der Unmittelbarkeit zum Dasein und im Wirken der versöhnenden Kraft in einer unversöhnten Welt. Erwähnt sei noch Jakob W a s s e r m a n n s „A n s p r a ch e an die europäische Jugend", in der ein Leid und eine Hoffnung herzbewegende Worte finden. Nochmals: überall wird hier von einer Höhe aus geredet und gewirkt, und selbst, wenn nichts anderes zugunsten dieser Zeitschrift zu sagen wäre, so bliebe bestehen, daß schon im Halten dieser Höhe ein Verdienst liegt, das heute jeder Schätzung wert ist. Der^onalnOlizen Geboren: B ü d e s h e i m (O b e r h.) : 2. 11. 1932 Sohn des Herrn Max Strauß. Nicder - Ingel h e i m : 1. 12. 32 Sohn des Herrn Gerhard Mayer. Barmitzwoth: Eich : 10. 12. 32 Ernst Kahn, Sohn des Herrn I. Kahn. Friedberg: 31. 12. 32 Herbert Seelig, Sohn des Lehrers Alfred Seelig. Verlobte: si( u g ___ Friedberg : Frl. Sophie Fleischmann Nlit Herrn Alfred Kramer. N i e d e r - C l m—Wm llerthei in : Frl. Else Mayer mit Herrn Ludwig Berger. Vermählte: E ö n e n—T r c b u r : Jakob Hahum mit Betty Hayum, geb. Levy. M a i n z : Mar Waldmann mit Liesel Waldmann, geb. Mayer. G o n s c n h e i in 69. Geburtstag: 11. 11. 1932 Frau Justizrat Addie Lichten- Northman 79. Geburtstag: Büdesheim ( Q b e r h. ) : 25. 11. 1932 Leopold Strauß. 89. Gebnrtstnq. H a r x; h e i m : 26. 12. 32 Gottschalk Meyer. M a i n z : 16. 12. 32 Frau Berta Eisemann, geb. Vollmer. S P r e n d l i n g e n ( R Hein b ): 31.12. 32 Frau Emma Koppel, geb. Groß. Gestorben: B e r Iin - M a i n z : Hubert Goldschmidt, 34 Jahre alt. Bingen: 27. 11. 32 Frau Johanna Groß, geb. Frank, /S I. a. B i n g e n : 5. 12. 32 Julius Groß, 84 Jahre alt. Darmstadt: 6. 10. 32 Frau M. Laudenheimer, 79 Jahre alt. Dromersheim : 11. 11. 32 Max Mayer, 73 Jahre alt. E s s e n h e i m : 13. 10. 32 Daniel Beretz, 59 Jahre alt. Flonheim: 25. 11. 32 Adolf Braun, 61 Jahre alt. Mainz : 20. 11. 32 Frau Bertha Marx, geb. Schatz, 61 I, alt. Mainz: 6. 12. 32 Georg Eahn, 79 Jahre alt. Wiesbaden-Mainz: 23. 11. 32 Jacob Scheuer, 79 I. alt. Wallertheim : 21. 11. 32 Frau Emma Marum, geb. Isaak, 72 Jahre alt. HA ipZ'JlÄQK T'3t liefert alle Lebensrnittel Moderne Hüte und Mützen in jeder Preislage nur bei Fritz Häussler Huthaus am Leichhof In 5 Minuten Nichtraucher Das grünte Wunder! Erfolg garantiert. Auskunft kostenlos I A. Müller * Comp.. Fichtenau E 2488 ^Niederbarnim) Hohl’s Bronchial-, Brustu. Lungentee wirkt sicher bei Bronchial-. Luftröhrenkartarrh und Hu«ten Paket RM 1,50 33 jähr. trf. in der Drogenkunde Kräuter Pohl, Darmstadt Elisabethenstr 36 Ecke Zimmerstr. Teleron 3t<;o 5