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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1932-11-01 · 11 (11.1932) · p. Seite 5

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
7 (1932)
Issue
11 (11.1932)
Date
1932-11-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums E. V. blickte am 2. November d. I. auf ein dreißigjähriges Bestehen zurück. Sie hat wahrend der Zeit ihres Wirkens die Ausgabe, der Wissenschaft des Judentums zu dienen, durch Herausgabe von Schriften und durch Subventionierung jüdisch-wissenschaftlicher Arbeiten aus das Glänzendste gelöst. Voll dem Grundriß der Gesamtwissenschast des Judentums" sind bisher 13 Bände erschienen, von dem „Corpus Tannaiticum" ist eben der dritte Band in den Druck gegeben. Die „Germania Judaica" wird vollendet. Außerdem hat die Gesellschaft 37 „Schriften" herausgegeben. Die subventionierten Werke erreichen mindestens dieselbe Ziffer. Auch die „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums", das Organ der Gesellschaft, die jetzt im 76. Jahrgang erscheint, ist ein Beweis für ihre ungetrübte Schaffenskraft. Etwa 1500 Mitglieder in allen Teilen der Welt zeugen davon, daß es der Gesellschaft gelungen ist, trotz der Ungunst der Zeiten nicht nur kulturfördernd zu wirken, sondern auch zur Annäherung und Verständigung zwischen den einzelnen Ländern beizutragen. Bücherschau. Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg (Filserverlag Augsburg), betitelt sich ein reich illustriertes Werk, würdig dem Umstand ausgestattet, dem es sein Erscheinen verdankt. Aus Anlaß der Hundertjahrfeier des Oberrates, dessen Vorgängerin, die königl. israel. Oberkirchenbehörde am 12. Dez. 1831 zu ihrer ersten Sitzung zusammengetreten, wurde das 142 Großoktavseiten umfassende Buch von Stadtrabbiner Dr. Rieger, Stuttgart, verfaßt, — gleichsam als Rechenschaftsbericht der Jubilarin für ihr Mühen, die kulturgeschichtlich wertvollen Güter der jüdischen Vorzeit in Württemberg vor Vergessenheit und Untergang zu bewahren. Aus dem Bildarchiv des Oberrates werden hunderte von technisch wie künstlerisch hervorragenden Ausnahmen wiedergegeben: Grabsteine und Inschriften früherer Jahrhunderte — Bilder aus den Katakomben von Heilbronn (1348) — wechseln mit heute teils noch in Gebrauch befindlichen Bethäusern und Friedhöfen, Bädern und Kultgegenständen aus allen Teilen Württembergs. Ein echtes Heimatbuch ist uns geschenkt, das trotz des hohen -wissenschaftlichen Standes seines Begleittextes zur Seele spricht. Neben diesen zwiefachen Werten gibt dieses Kulturdokument auch eine wertvolle Waffe für den traurigen Abwehrkamps unserer Tage, ermutigend und beweisend für die gesamte deutsche Judenheit. Aus der' Heimat für die Heimat — von uns für uns — geschaffen möge dieses liebenswerte Buch nicht nur Bewunderung sondern auch Nachahmung finden! Dr. Lg. Das Oktoberhest des „Morgen" ist gerade zu den Feiertagen erschienen und wird sinnvoll eingeleitet durch einen kleinen Abschnitt aus dem Neujahrsgebet von Abba Areka. I s m a r F r e u n d fetzt seine äußerst aufschlußreichen Ausführungen über den Begriff der „Staatenlosigkeit" fort und illustriert ihn an instruktiven Beispielen. Bruno Italiener gibt seine äußerst feine Analyse des Rembrandtschen „Segen Jakobs". Gottfried S a l o m o n wendet sich in seiner „Soziologie des Judenhasses" an die Juden selbst, und zwar an den einzelnen. Friedrich Hertz „Der erste Weltbürger" zeigt die kosmopolitischen Ideen, die schon Herodot beseelten. Max E s ch e l b a ch e r liefert zahlreiche wertvolle Belege, die die Frage beantworten: „Gitzt es Geheimgesetze?" Volkmar Frobenius wirst in seiner Skizze einer Utopie „Antisemitismus" interessante Gegenwartsprobleme aus, die LudwigHollaender glücklich beantwortet und widerlegt. Herbert Klein führt in Schassen und Leben Ernest Blochs ein, einen der begabtesten Komponisten unserer Tage. Edith Falk setzt sich mit Ernst Holzers „Ausruhr gegen den Geist" in trefflicher Weise auseinander. Größere prinzipielle Buchbetrachtungen, u. a. von Erich Stern, Wilhelm Michel, Eduard S t r a u ß u. a. beschließen das vielfältige Heft. Bon jüdischer Siite in Ost und West handelt ein sehr lehrreicher Aussatz des bekannten Berliner Rabbiners und Historikers I. Bergmann im neuesten Heft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Er weist insbesondere nach, daß der siebentägigen Trauerzeit und der Hochzeitswoche auch eine siebentägige Festzeit anläßlich der Geburt eines Sohnes entsprach, und verfolgt diese Sitten vom Altertum bis in die Gegenwart hinein. Auch sonst enthält dies Heft manche Beiträge, die den Freund der jüdischen Geschichte interessieren werden. Ueberdies schildert I. Heinemann das gemeinsame Ringen jüdischer und nichtjüdischer Gelehrter um das Verständnis der großen Denker des jüdischen Mittelalters. Insbesondere rückt die Gestalt Gabriols, des Menschen und des Dichters, durch diese Forschung in neues Licht. Personalnotizen. Barmizwoh: O b e r - R a m st a d t : 17. 9. 32 Manfred Bendorf, Sohn des Herrn Josef Bendorf 1. Verlobte: Mainz — Hamburg: Frl. Lieselotte Hausmann mit Herrn Dr. Hermann Lewin. Nieder-Saulheim — Bingen: Frl. Gerda Vogel mit Herrn Alfred Marx. Offen bach — Wehrheim (Taunus): Frl. Else Grünewald mit Herrn Ludwig Katz. Silberhochzeit: E s ch o l l b r ü ck e n :11. 11. 32 Samuel Wolf u. Frau, Selma, geb, Benjamin. Gedern: 3. 11. 32 Samuel Voehl u. Frau Klara, geb. Marxheimer. S ch r i e s h e i m : 6. 11. 32 Seligmann Fuld u. Frau Rosa, geb. Freudenberger. 70. Geburtstag. Für seid: 12. 11. 32 Jsak Metzler. Mainz-Bretzenheim: 19. 11. 32 Frau Emma Wolf Wwe., geb. Hirsch. 80. Geburtstag: A l t e n st a d t : 28. 10. 32 Hermann Goldschmidt. Ober-Ra m st adt: 24. 11. 32 David Bendorf II. 90. Geburtstag: F r i e d b e r g : 25. 11. 32 Frau Adolphine Weil Wwe., geb. Strauß. Gestorben: D a r m st a d t : 19. 9. 32 Julius Strauß, 58 Jahre alt. 22. 9. 32 Max Michel, 50 Jahre alt. F r i e d b e r g : 14. 10. 32 Michael Kassel, 79 Jahre alt. 20. 10. 32 Laura Schönberg Wwe., geb. Ilfeld, 61 Jahre alt. Griesheim bei Darmstadt: 1. 10. 32 Frau Berta Mendel, geb. Kahn, 68 Jahre alt. M a i n z : 5. 10. 32 Frl. Amalie Sommer, 72 Jahre alt. 22. 10. 32 Bernhard Strauß. 6. 11. 32 Frl. Frida Kaufmann, 71 Jahre alt. 8. 11. 32 Julius B. Simon, 50 Jahre alt. Ober-Olm: 10. 10., 32 Simon Mayer I., 73 Jahre alt. Rodheim v. d. H.: Gustav Stern, 60 Jahre alt. Frankfurt a. M., Zeil 104 — neb. Hauptpost. PAH IO NEUHEITEN ALTE UNIVERSITATS;STR.21 Pelzwaren Größte Auswahl! Billigste Preise! Nur eigene Herstellung! Einhorn, Mainz Scbillerstraße 30 32 Telefon Münsterplatz 33076 In 5 Minuten Nichtraucher Das gröllte Wunder! Erfolg garantiert. Auskunft kostenlos! fl. Müller i Comp.. Fichtenau E 2488 ^Niederbarnim) 5

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