Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 7 (1932)
- Issue
- 8 (8.1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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entwegt sein Handwerk betreibt, liebt einen guten Tropfen und hat guten Appetit. Der Jünger Hans Sachsens lebt in der Familie seines Sohnes. — Schale m Gans, das älteste Mitglied in der Israelitischen Neligionsgesellschaft, tritt am 21. August sein 80. Lebensjahr an. Wir wünschen den 3 Gießener Geburtstagskindern das Beste und besonders einen sonnigen Lebensabend. Heßloch, 22. Juli. Wie vor genau 8 Wochen Herr Sigmund Lövi, so wurde heute auch sein Bruder, Herr Bernhard Lö vi, unter sehr lebhafter Beteiligung seitens unserer Bevölkerung und auch von auswärts zu seiner letzten Ruhestätte geleitet. Das war ein untrügliches Zeichen dafür, daß sich der Heimgegangene stets großer Beliebtheit zu erfreuen hatte. Am Grabe widmete ihm Herr Rabbiner Dr. Levit aus Alzey einen tiefempfundenen Nachruf. Zwei Gesangvereine trugen ein wirkungsvolles Grablied vor und ließen unter entsprechend ehrenden Worten am Grabe Kränze niederlegen. Das geschah auch seitens des Soldatenvereins, der außerdem für sein treues Mitglied die Ehrensalve abgab. Möge den Hinterbliebenen, der trauernden Gattin und ihren Kindern, die alle Pflichten, welche Religion, Gewissen und gute Sitte vorschreiben gegen den lieben Gatten und Vater erfüllt, dieses Bewußtsein und die reiche Anteilnahme Trost und Ruhe gewähren. Mühlheim. Am Tischo b'av vollendete Frau L i e b m a n n Isaak Ww. Therese, geb. Adler ihr 80. Lebensjahr. Mit Frau Rosa Stiefel Ww. und Herrn Gerson Strauß zählt sie zu den ältesten Mitgliedern unserer Gemeinde. Wiesbaden. Der hier allseitig verehrte Vorsitzende unserer Chewra, Herr Arthur Ganz, ein geborener Mainzer, der seit langen Jahren unermüdlich für diese tätig ist und fast bei keiner Tahara fehlt, wurde am 4. August ds. Js. 75 Jahre alt, aus welchem Grunde er im Mittelpunkte mannigfacher Ehrungen stand. Möge die körperliche und geistige Frische dem Jubilar erhalten bleiben .TO üiTOS» fiN» Np Vereine und Verbände. Am 25. Juni 1932 hielt in der Ortsgruppe Gießen des jüd. Pfadfinderbundes Herr Kurt Friedmann, Verbandssekretär d. I. I. V., Düsseldorf, einen Vortrag über: „Wohin geht die jüd. Jugend". Er schilderte eingangs die Lage der Juden in Deutschland und ging dann auf die Zeitprobleme, Sozialismus, Kommunismus und Zionismus ein. Der Redner forderte, daß die jüd. Jugend nur auf gesamtjüdischer Basis durch Ueberbrücken der Gegensätze im Judentum ihren Weg gehen solle. Anschließend fand eine Aussprache über die Gründung eines jüd. Jugendvereins in Gießen statt. Ferner sprach am 29. Juni 1932 Herr Lehrer Hohenemser, Worms über: „Die Echtheit und Unversehrtheit der Thora". Anhand von sehr gutem Beweismaterial, das sowohl aus der Thora wie aus dem Talmud stammte, verstand es der Referent die Anfechtungen und Kritiken an der Echtheit der heiligen Lehre zu widerlegen. Er schilderte sehr gut, wieso auch heute noch die Thora das einzige und beste Volksgut der Juden sei. Reicher Beifall und eine rege Diskussion dankte ihm für seine Ausführungen. Es zeigte sich hier, daß nicht nur die radikalen, sondern auch sehr stark noch die religiösen Strömungen in der jüdischen Jugend vorhanden sind. Am Mittwoch abend, 24. August, hält der Jungzionistische Kreis Mainz eine Gedenkstunde zu Ehren Theodor Herzls ab. Näheres wird auf den noch ergehenden Einladungen angegeben. Jüdische Auswandererberatung in Frankfurtmain. Der Herr Reichsminister des Innern hat im Einvernehmen mit dem auswärtigem Amt die jüdische Auswandererberatung Franksurtmain mit dem Geltungsbereich für Hessen, Hessen-Nassau, Pfalz und Rheinprovinz, als gemeinnützig anerkannt. Die Leitung liegt in den Händen von Herrn Alex Benjamin, Frankfurtmain. Sprechstunden sind wochentags von > 9—12 Uhr,. Frankfurtmain, Langestraße 30. Bei Beratungen von auswärts schriftliche Voranmeldung erwünscht. Bücherschau. Anti-Anti. Tatsachen zur Judenfrage. 6. völlg neubearbeitete Auflage (24. bis 28. Tausend). Philo-Verlag und Buchhandlung G. m. b. H. Berlin W 15. 1932. 180 Bl. Die Beobachtung der nationalistischen Agitation zeigt, daß sie sich heute mehr denn je wieder ihres alten wirkungsvollen Mittels, des Judenhasses, in den Parlamenten, im Wahlkampf, in Zeitungsartikeln bedient. Mit Schlagworten wie „Judenpresse", „jüdische Drückebergerei im Kriege", „jüdischer Reichtum", „Judenregierung", „jüdische Rasse", „jüdssche Geheimlehren" und zahllosen anderen wird eine Verwirrung in weite Volkskreise getragen, die am besten durch Verbreitung ausklärenden Materials begegnet werden kann. Diesem Bedürfnis wird der seit fast einem Jahrzehnt bekannte „Anti-Anti" gerecht, der vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens herausgegeben, soeben in stark erweiterter 6. Auflage im Philo-Verlag (Berlin W 15; Preis RM 1.—) erschienen ist. Wie reich die Fülle des auf kaum 200 Blättern zusammengetragenen Stoffes ist, beweist allein schon das ausführliche Schlagwortregister mit seinen etwa 1200 Positionen. Alle wesentlichen Fragen sind in populärer Form, aber mit wissenschaftlicher Gründlichkeit und in straffer Systematik fast telegrammstilartig dargestellt. Die meisten Blätter fiitb vollkommen neu bearbeitet worden, neue Quellen wurden angeführt, neue Zitate herbeigeholt. Als wichtige Neuerung ist - jedem bedeutungsvollen Stichwort ein Verzeichnis brauchbarer Aufklärungsliteratur beigegeben, um tiefere Belehrung für gründlichere Auseinandersetzung zu ermöglichen. Der „Anti-Aliti" ist keineswegs nur Mittel der Aufklärung nichtjüdischer Kreise, er gehört in die Hand eines jeden deutschen Juden, damit er jederzeit für den politischen Tageskampf, den er zu bestehen hat, gerüstet rsi. Je schwerer die Zeit, umso wertvoller ist dem Juden die Rückschau in seine Vergangenheit! Das neueste Heft der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" bringt wieder eine Anzahl von Beiträgen, die uns trostreiche Bilder aus der Geschichte des Judentums, zumal in der neuesten Zeit entwerfen. Ein Sammelüericht über unsere Forschungen zur Geschichte des Ostjudentums (Louis Lewin) führt uns in die schweren, schließlich doch in der Hauptsache erfolgreichen Emanzipationskämpfe ein. Die Geschichte der Gemeinde Kiel, von ihrem Rabbiner Dr. Posner dargestellt, veranschaulicht uns das Wachstum einer ganz jungen jüdischen Gemeinde. Ein Aufsatz Bernard Hellers huldigt Leopold Zunz, dem Mitbegründer der jüdischen Wissenschaft, dessen „Gottesdienstliche Vorträge" vor genau 100 Jahren erschienen sind. Ferner bringt Josef Caro seine Studie über Disraelis Verhältnis zum Judentum in diesem Heft zum Abschluß. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von Mk. 10.— an die Gesellschaft (Postscheckkonto Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in jedem Heft der Monatsschrift aufgeführt sind. Personalnorizen. Geboren: Mainz: 1. 7. 32 ein Sohn des Herrn Walter Scheuer. AL a i n z : 21. 7. 32 ein Sohn des Herrn Ernst Weis. Wiesbaden: 19. 7. 32 ein Sohn des Herrn Berthold Goldschmidt. Barmizwoty: Groß-Gerau: 13. 8. 1932 Ludwig Goldberger, Sohn des Herrn Moritz Goldberger. ~ M ainz : 20. 8. 32 Heinz Simon, Sohn des Herrn Max Simon. Verlobte: K a r l st a d t a. M. — Griesheim b. Darmstadt : Frl. Erna Worms mit Herrn Max Strauß. Straßburg—Mainz: Frl. Paulette Wolfs mit Herrn Hugo Levy. Vermählte: D a r m st a d t — Wien : Rabbiner Dr. Erich Bienheim mit Edith Bienheim, geb. Abeles. M a r h uw g — Stadecken : Julius Weichsel mit! Selma Weichsel, geb. Neumann. Wiesbaden —M a i n z : Gustav Rosenthal mit Nora Rosenthal, geb. Goldschmidt. kennen S i c unser Abholungsverf ahren? Kostenloses Abholen von Sparbeträgen von ’h RM an in beliebiger Höhe durch unsere Gelderheber in Wohnungen, Dienst- und Arbeitsräumen Fernsprecher: Amt Gutenberg Nr. 3801 Stadtamt Nr. 718722 u. 760 Städtische Sparkasse MAINZ 3