Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 7 (1932)
- Issue
- 7 (7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Baiftc-Scaiiaf zu Eerlin. Hli J932 I 7. Iahrg., iHr.7? .£!**.*• des Lsndesverbgndes israelitischer Sleligionsgemeinüen Hessens 1 1 i=y-■■■ .. dieses Olatt erscheint monatlich und geht den Mit- I>I Luschriften: Main;, lkjindenburgstrahe f!r. 44 gliedern unentgeltlich;u. Lrscheinungsort Main;.!I! öchriftleitung: lklabbiner vr. 5. Levi, Main; ^- , sü-„i„ii-,ii„Müibyi;;[C—.— — - ■■■■■■■■■■■> Bericht über die Tagung des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens am 12. Juni 1932 in Mainz. I. Geschäftsbericht erstattet von dem stellv. Vorsitzenden Herrn Fritz Löwensberg, Mainz. Seit dem letzten außerordentlichen Gemeindetag vom 11. Oktober 1931 ist unser Landesverband auf Grund der von ihm beschlossenen neuen Verfassung als öffentlichrechtliche Körperschaft anerkannt, wie Sie dies auch aus der Bekanntmachung im „Mitteilungsblatt" ersehen haben werden. Zunächst dürfen wir in unserem Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr darauf Hinweisen, daß die Bestrebungen, im bürgerlichen Kalender Blankotage einzuführen, fehlgeschlagen und damit schwere wirtschaftliche und religiöse Gefahren, die der Iudenheit gedroht haben, abgewandt worden sind. Unsere Verbandsgemeinden haben sich den Protesten gegen diese Kalenderreform rechtzeitig und zahlreich angeschlossen. Diese Proteste wurden durch die Verbandsleitung veranlaßt und durch das „Mitteilungsblatt" gefördert. Die Förderung, die das „Mitteilungsblatt" den allgemeinen jüdischen Interessen auch sonst angedeihen läßt, sind sehr wertvoll. Es müssen daher Mittel und Wege gefunden werden, um das „Mitteilungsblatt" möglichst in anderer Form weiter erscheinen zu lassen, falls Notmatznahmen sein Weiterbestehen in der seitherigen Gestalt verhindern. Wir hatten bereits in unserem vorjährigen Bericht darauf hingewiesen, daß uns wegen des „Mitteilungsblattes" schwere Sorgen drohen. Die andauernde schlechte Wirtschaftslage hat die Einnahmen für Inserate ungünstig beeinflußt; sie sind derart zurückgegangen, daß Mehrausgaben bzw. Mindereinnahmen aus der Verbandskasse gedeckt werden mußten. Diese Deckung erheischte von größeren Gemeinden Leistung eines freiwilligen Nachschusses an die Verbandskasse, so daß im abgelausenen Geschäftsjahre die Ausgaben im großen und ganzen auf der Grundlage des Vorjahres bestritten werden konnten. Wenn auch die freiwilligen Gratifikationen an unzulänglich besoldete Lehrer herabgesetzt werden mußten, so konnte die Honorierung des Religionsunterrichts doch ungeschmälert geschehen. Herr Verbandslehrer Strauß, Griesheim ist aus Gesundheitsgründen in den Ruhestand getreten. Der Oberrat spricht ihm an dieser Stelle den Dank für seine Tätigkeit im Dienste von Verbandsgemeindenn aus. Während die eigentlichen Kosten der Verwaltung von der israelitischen Religionsgemeinde Mainz unvermindert getragen worden sind, sind dem Verband Ausgaben durch die Abhaltung des Gemeindetages außerhalb Hessens, durch den Urkundstempel bei Erlangung des öffentlichrechtlichen Charakters, durch die Drucklegung der neuen Verfassung, sowie die Vermittlung der Mustersahungen für die Gemeinden entstanden. Seit dem vorjährigen ordentlichen Gemeindetag haben zwei Oberratssitzungen, eine Sitzung des Schulausschusses und, wie oben erwähnt, ein außerordentlicher Gemeindetag stattgefunden. Wiewohl unser Landesverband als ein Zweckverband seiner Mitglieder gegründet wurde, wird er unter Umständen in die Lage versetzt werden, bei inneren Gemeindestreitigkeiten wegen des Haushaltsvoranschlags entscheidend einzugreifen. Zu diesem Zwecke soll die dem Kirchensteuergesetz Genüge leistende Erweiterung der Verfassung aus Grund unseres Antrages vom 18. Mai vorgenommen werden. Es ist dies notwendig, da die Mustersatzungen des hessischen