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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1932-06-01 · 6 (6.1932) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
7 (1932)
Issue
6 (6.1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Kassenbericht. Rechnungsjahr 1931 (1. 4. 31 — 31. 3. 32) Einnahmen: Ausgaben: 1018.52 i. Rechnungsrest. ii. Verwaltung. u) an die Gemeinde Mainz Beitrag zu den Kosten des Büros (persönl. u. sachl. Kosten, Telephon, Porti, Vervielfältigung 600.- b) Reisekosten v. Oberratsmitglied. 159.80 c) Gemeindetag in Frankfurt a.M., ' 21. 6.1931! 215.40 d) neue Verfassungen 90.25 e) Stempelkosten bei Rechtsfähigkeits-Erlangung! 100 — 1) Ministerium für Normalstatuten 55.80 g) Beglaubigungen i 6.- ii) Drucksachen, Broschüren usw. 49.75 371.98 in. Mitteilungsblatt. a) Inserate: 1. für Jan., Febr. u. März 1931 2737.63 2. sür April bis Dez. 1931 280 — 3. für Jan., Febr. u. März 1932 232 — b) Gratulationsablösungen c) Druck- und Versandkosten 7695.46 6) Honorare: 1. Diverse 30 — o) Spesen 48.33 310.- iv. Unterricht und Kultus. a) Besoldungen, Stundenhonorare, Zuschüsse und Gratifikationen an Lehrer (neben in. d, 1.) 21142.40 b) Erstattung von Reisekosten 724.64 c) Sozialversicherungen 2244.72 d) Pensionen u. Witwengehalte 2019.96 e) Baukostenzuschüsse 200.— V. Friedhöfe. a) Zuschüsse an Gemeinden 25 — b) Notariatsgebühren 57.50 c) Reisespesen von Gärtnern 45.40 28.- d) Spende Mayer, Köln 149.— vi. Ausbildungen und Wohlfahrt. a) Zinsen 875.— b) Lektorat Gießen 3000.— c) Beiträge zu Ausbildungen als Lehrer usw. 1417.70 d) Seminare, Verbände und Anstalten 4855 — e) Druckschriften 205.14 i f) Unterstützungen 305.- 27508.50 vii. Beiträge, a) Verbandsbeiträge 6805.85 b) Kulturbeiträge 1389.48 c) Bestellgelder 4029.34 d) Beiträge zu Lehrerbesoldungen 210.— e) Spenden 30.- vin. Kapitalmittel und Schulden. Auf Darlehen zurückempfangen 45975.30! 45293.25 Die Sa. der Einnahmen beträgt 45975.30 Die Sa. der Ausgaben beträgt 45293.25 Verglichen bleibt barer Rechnungsrest von 682.05 Kapitalanlage. a) Die Zinsen zu Lehrerausbildungen (ehem. Sem.-Unterstützungsverein): 1. Sparkasse-Einlagebücher zus. 2. Altbesitz Reichsanleihe nebst Auslosungsscheinen b) Die Zinsen zu Thorahstudium oder Brautausstattung 3. Sparkasie-Einlagebuch 973.91 75 — 1666.28 Mainz, den 30. Mai 1932. gez. Simon, Rechner des Landesverbandes israel. Religionsgemeinden Hessens. Tie Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben liegt vom 14. Juni d. I. ab auf 8 Tage im Verbandsbüro Hindenburgstraße Nr. 44, Eingang Gabelsbergerstraße, vormittags von 9—12X> Uhr zur Einsichtnahme der Interessenten offen. Mainz, den 31. Mai 1932. Der Vorsitzende des Oberrats. Generalversammlung des Israelitischen Landeslehrervereins im Volksstaat Hessen am 5. Mai 1932 in Frankfurt a. M. I. Geschäftsbericht. erstattet vom Vereinsvorsitzenden, Lehrer Kahn, Alsfeld. Der Bericht, den ich Ihnen im Namen und Auftrag des Vorstandes erstatte, erstreckt sich auf das 7. Geschäftsjahr unseres Vereins. Unsere letzte Tagung fand im vergangenen Jahre am Himmelfahrtstage in Offenbach a. M. statt. Der heiße Wunsch, mit welchem wir jene Versammlung geschlossen haben, daß sich bald die wirtschaftliche und politische Lage unseres Vaterlandes und damit zugleich die Lage der deutschen Judenheit, welche unter dem Druck dieser Verhältnisse ganz besonders leiden mutz, bessern möge, hat sich leider nicht erfüllt. Im Gegenteil, die allgemeine Lage hat sich seit einem Jahre noch ganz bedeutend verschärft und dieser wirtschaftliche Niedergang wirkt sich am meisten in unheilvoller Weise in den Etats der jüdischen Gemeinden aus, wendet sich also in erster Linie gegen die in den Kleingemeinden angestellten Lehrer. Es ist schon so weit, daß eine ganze Reihe Gemeinden kaum mehr wissen, wie sie ihren Etat aufrecht erhalten sollen und wir wissen aus Zuschriften, die uns von verschiedenen Seiten zugegangen sind, daß sehr viele Kollegen seit Monaten entweder gar kein Gehalt oder nur einen Teil des ihnen vertraglich zustehenden Gehaltes ausbezahlt bekommen. Wie angesichts solcher Zustände die betr. jüd. Gemeinden sich und ihre Angestellten erhalten sollen, ist wohl einem jeden fraglich, und wir sehen die Zukunft dieser Gemeinden und ihrer Beamten, die ihnen in Treue und Hingebung oft seit Jahrzehnten gedient haben, in den 1)üstersten Farben. Sollte nicht bald ein Umschwung der wirtschaftlichen Verhältnisse eintreten, dann wird es mit vielen, heute noch bestehenden Gemeinden ein Ende haben. Wir richten deshalb an alle hessischen jüdischen Gemeinden den dringenden Appell, große Opfer zu bringen, alles zu tun und nichts unversucht zu lassen, um den Bestand ihres religiösen Lebens, welcher in erster Linie von der Erhaltung ihrer Lehrerstelle abhängig ist, zu sichern und in eine bessere Zukunft hinüber zu retten. Zur Ehre vieler Gemeinden sei es hier gesagt, daß von ihnen die Zeichen der Zeit verstanden werden und sie bereit sind, materielle Opfer in einer Höhe zu bringen, die früher unerschwinglich galten. Aber es gibt auch heute noch eine große Anzahl von hessischen Gemeinden, die genau so wie früher, als es ihnen in wirtschaftlicher Beziehung gut ging, leistungsunwillig sind und für religiöse Zwecke nichts übrig hüben. Ja, es gibt sogar heute jüdische Gemeinden, die ihren Lehrern, welche schon seit Jahrzehnten in der betreffenden Gemeinde amtieren, am liebsten von heute auf morgen den Stuhl vor die Türe setzen würden, ohne sich überhaupt zu fragen, wovon der im Dienste 'ergraute Beamte das Brot für seinen Unterhalt finden würde. Solchen Gemeinden sei es gesagt, daß die gesamte jüdische Lehrerschaft zu einem derartigen Verhalten nicht schweigen würde und wir den betreffenden Gemeinden alle Folgen, welche sich dann aus unseren Schritten (wir scheuen auch nicht die Flucht in die 3

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