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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1931-12-01 · 12 (12.1931) · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
6 (1931)
Issue
12 (12.1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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über Neu-Bentfcben gingen im gleichen Zeitraum 2945 Durchwanderer, über Hamburg rund 1800, über Bremen 1300. Die Fürsorgearbeit für einzelne Auswanderer erstreckt sich oft auf Wochen, ja Monate. Es find Fälle vorgekommen, wo Auswanderer 40 bzw. 60 Tage in Hamburg betreut werden mußten, ehe sie ihre Ueberseereife (Eanada, Südamerika u. a.) antreten konnten. Die Weiterbeförderung von Rückwanderern nach ihren Heimatländern war auch häufig mit großen Schwierigkeiten verbunden, da Widerstände von Konsulaten der Randstaaten überwunden werden mußten. In den neun Monaten des Jahres 1931 find für Auswanderersürsorge 66 018 RM. aufgewendet worden, mit den Aufwendungen' des Jahres 1930 169 789 RM. Das Waiscnhilfswerk und die Unterstützungen notleidender jüdischer Studierenden in Deutschland erforderten 16 849 RM., mit den Aufwendungen des Jahres 1930 46 579,25 RM. In Pole n ist ein Werk von großer sozialer Bedeutung in Angriff genommen worden, das dem Hilfsverein wärmste Sympathie in allen Kreisen der Bevölkerung erworben hat. Es wurden zu den 30 000 RM., die im vorigen Jahre bereits bewilligt wurden, weitere 20 000 RM. gewährt, um fünf Ferienkolonien für Kinder der ärmsten Schichten der Bevölkerung zu errichten. Ferner wurden für verschiedene Schulen, Waisenanstalten und Sanatorien in Polen 6900 RM. bewilligt. Für das Kulturwerk in R u m ä n i e n wurden für das Schuljahr 1930/31 rund 18 000 RM. verwendet. Die Aktion des Hilfsvereins für den Ausbau eines hygienischsanitären Apparates in den neu gegründeten Kolonien in Rußland ist zu einem Abschluß gebracht worden. Drei Polikliniken wurden ans den Mitteln des Hilfsvereins erbant und mit chirurgischen Instrumenten und Medikamenten, die in Deutschland besorgt wurden, versehen. Die Anstalten funktionieren zum Segen einer großen jüdischen ländlichen Bevölkerung von insgesamt etwa 15 000 Familien, Im ganzen wurden 80 000 RM. für dieses Hilfswerk in anderthalb Jahren verwendet. Außer dieser vielgestaltigen konstruktiven Arbeit ist auch in akuten Notfällen Hilfe geleistet worden. So wurden zur Linderung der Not der von einer Wasferkatastrophe nördlich Wilna betroffenen jüdischen Gemeinden 4000 RM. sowie des durch eiuen Brand zerstörten alten jüdischen Gemeindewesens in Plungiany in Litauen 2400 RM. überwiesen. Aus den Zinsen der Haffkine-Ltiftung für Jefchiwas, deren Verwendung dem Hilfsverein obliegt, wurden in den vergangenen neun Monaten ca. 40 000 RM. verausgabt: 19 200 RM. für kranke, erholungsbedürftige Jcschiwazöglinge in den verschiedenen Ländern des Ostens, in Polen, Litauen, Rumänien und der Tschechoslowakei; 15 000 RM. für den Bau von Lehrhäusern und Internaten bzw. Instandsetzung von alten Baulichkeiten; 5000 RM. für die lleberführung einer größeren Zahl von Zöglingen aus poluifchen Städten nach Dünaburg (Lettland). Zur Begründung einer zentralen Ferienkolonie in Polen sind Gelder zurückgestellt worden. Alles in allem hat der Hilfsverein auch in diesem schweren Krisenjahr auf verschiedenen Gebieten wertvolle soziale Arbeit leisten können. Es wird in noch höherem Maße Not gelindert und die Entwicklung der Jugend, die unter furchtbaren wirtschaftlichen Verhältnissen so schwer zu leiden hat, wesentlich gefördert werden können, wenn die deutschen Juden auch fernerhin den Hilfsverein mit allen Kräften unterstützen. Kennen Sie unser ABHOLUNG! ■ ■ VERFAHREN Kostenloses Abholen von Sparbeträgen von 'ch RM an in beliebiger Höhe durch unsere Gelderheber in Wohnungen, Dienst- und Arbeitsräumen Fernsprecher: Gutenberg 3801 Stadtamt 718/722 STÄDTISCHE SPARKASSE MAINZ Zentralivohlsahrtsstelle der Israelitischen Religionsgemeinde Mainz. Vom 1. November 1930 bis heute gingen von folgenden Damen und Herren Sachspenden bei uns ein, worüber wir an dieser Stelle nochmals dankend quittieren: Abt, Wwe., Aron, Siegmund,Adler, Benjamin Wwe.„ Buchdahl, Moritz, Baer, Herrn., Behr, Bernhard, Berger, Ludwig Wwe., Bernhardt, Emilie Wwe., Birnbaum, Jsaac Wwe., Bonheim u. Simon (in Gedern), Blum, Frl. Rosa, Blum, Eduard, Bondi, Samuel, Cahn, ^-anitätsrat Dr. Adolf Wwe., Cahn, Georg, David, Gebr. (Firma), Deutsch, Jacob, Deutsch, Sally Wwe., Ehrenstein, Isidor Wwe.. Einhorn, Bruno, Eschelbacher, S., Oberreallehrer, Friedmann, Ludwig, Fuld, Dr. Ludwig, ' Justizrat, Fulda, Helene, Fried, Albert, Ganz, Caesar, Gebhardt, Hans, Gebhardt, Ludwig, Gaertner, Willy, Goldmann, Emanuel Wwe., Gaertner, Simon, Goldstein, Louis, Goldsteiu, Max, Goldschmidt, Ludwig, Guttmann, Artur, Greif, Ludwig, Grünewald, Felix Wwe., Heimann, Fritz, Hamburg, Friedr. Wwe., Herzberg, Alfred, Herzog, Jacques, Herzog, Eugen Wwe., Heß, Dr. Karl, Hirsch, Hugo, Heymann-Levitta, Hermann, Heidenheimer, Albert, Horn, Robert, Jourdan, Rosa, Jungermann, Julius, Kahn, Max (Gutenbergplatz), Kahn, Max Wwe., Kahn, Jacob Ernst, Kahn, Salomon, Kahn-Hut, Alfons, Kahn, Samuel, Kaufmann, Frieda, Kaufmann, Gustav, Kempe, Leo (Apotheker), Klein, Josef, Koch, Jonas Wwe., Kronenberger, Ludwig, Kommerzienrat Wwe., Koch, Adolf Wwe., Lebrecht, Paul, Bankdir. Wwe., Lebrecht, Willy Wwe., Lichten, Dr. Otto, Justizrat, Londou, Max, Cantor, Lorch, Leopold, Loewensberg, Fritz, Löwensberg, Hugo, Mann, Daniel, Marx, Ernst, Mannsbach, Sally Wwe., Marxsohn, Jacob, Mayer B. A., Kommerzienrat, Mayer, Berta Wwe., Memelsdorff, Leo Wwe., Metzger, Bernhard, Metzger, Ferd. Wwe., Metzger, Michael, Metzger, Otto, Metzger, Robert, Marx, Heinr. Wwe., Nathan, Heinr., Nathan, Geschw., Neugarten, Max, Neumann, Otto, Rechtsanw.,Pintus, Willy Wwe., Pfungst, Wilhelmine, Raphaelsohn, Alfred, Apotheker, Reiling, Isidor, Rosenberg, Theodor, Ruthenberg, Max Wwe., Salfeld, Dr. Ludwig, Salfeld, Siegmund Prof., Dr. Rabbiner Wwe., Selig, Josef Siegfried, Sichel, Eugen, Simon, Rudolf, Sommer, Amalie, Schönberger, Artur, B. Schwarzwälder Wwe., Sternberg, Alex., Stern, Siegmund, Strauß, Hermann Wwe., Strauß, Ludwig, Strauß Samuel Wwe., Strauß, Siegmund, Ullmann, Fritz, Vogel, Rudolf Wwe., Vogel, Moritz, Vogel, Simon, Valfer, Fritz, Waldmann, Josef Wwe., Wallach, August, Weis, Bernhard, Bankdirektor, Worms, Adolf, Zeh, Heinrich. Vereine und Verbände. Erholung - neue Kräfte. Alle, die dauernd oder vorübergehend Erholung suchen, seien auf die Gründung des jüdischen Frauenbundes München, das Israelitische Erholungsheim Wolfratshausen im Isartal bei München hingewiesen. Zu kurzem oder ganzjährigem Aufenthalt bietet es durch seine luftigen Schlafzimmer, Zentralheizung, Warmwasser, Bad, reichliche Nebenräume mit Radio, Telephon (Nr. 18), Terrassen, Liegehalle, parkartigen Garten, schöne freie gesunde Lage, Bergnähe, alle Annehmlichkeiten. Dazu reichliche, gute streng rituelle Verpflegung unter Leitung einer vielseitigen Hausdame. Im Winter Gelegenheit zum Skisport, im Sommer Schwimmbad. Mäßige Preise, für fünf Mahlzeiten von 4—6 RM. Prospekt durch Frau Carola Neu, München, Hohenzollernplatz 1, 1. Bücherschau. Max Brod: Stefan Rott oder das Jahr der Entscheidung, Roman, bei Paul Zsolnay, 1931. Max Brod ist, das weiß jeder, der einmal ein Buch von ihm gelesen hat, immer der Gottsucher in irgendeiner Form. Kein Buch dieses Autors, wo es nicht um letzte Dinge ginge, wo nicht mit tiefstem sittlichem Ernst die Erscheinungen dieser Welt auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft würden. Es soll deshalb von einer Buchbesprechung im landläufigen Sinne diesem Werk gegenüber abgesehen werden. Res. hat vielmehr die Absicht, die Leser dieses Blattes nachdrücklichst auf dieses Buch Hinzuweisen. Es Handelt sich um nicht weniger als darum, sich mit den großen Geistesmächten des zwanzigsten Jahrhunderts auseinanderzusetzen. Dieser Versuch ist gekleidet in die Form eines inneren Konfliktes, den ein junger Mensch durchkämpfen muß, der infolge seiner „Querköpfigkeit" das aber ganz allein mit sich ausmachen muß. Da tritt ihm die Welt der absoluten Moral in Gestalt seines verehrten Religionslehrers und christlichen Philosophen entgegen, da richtet sich in voller Jugendkraft der Sozialismus auf, dessen Verkörperung der Jugendfreund des Helden ist. Da ist die angenehme, einschläfernde Aesthetik, von ihm selbst als „Philosophie der schönen Stellen" bezeichnet, und da ist er selbst, der sich frei weiß von Einseitigkeit und dessen „leuchtende Seele" die große Synthese erzwingen, möchte (was wir doch alle so schmerzlich berbeiwün- 6

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