Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 6 (1931)
- Issue
- 11 (11.1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Levin, Shmarya, Kindheit im Exil, 1931, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 326 Seiten, geheftet 7 RM, Leinwand 9 RM. Der als Gelehrter, als Politiker und insbesondere als führender Zionist bekannte Autor beginnt mit diesem Band die Schilderung seines eigenen Lebens. Die Schilderung führt uns bis zum Vorabend des Purimfestes 1881 oder, politisch gesprochen, bis zur Ermordung des russischen Kaisers Alexander II. und der Thronbesteigung Alexander III. Die Jugendjahre des Autors, die sich in dem kleinen Städtchen Swislowitz, an der Swisla und der Beresina gelegen, abspielen, werden, frei von falscher Sentimentalität, aber reich an einer Fülle tiefen Empfindens geschildert. Der Bericht über noch nicht anderthalb Jahrzehnte eines Lebens weitet sich zu einer fesselnden Kulturgeschichte und vertieft sich zu einem packenden seelischen Roman. Mit Meisterschaft weiß Shmarya Levin das seelisch traumhafte seiner jugendlichen Versonnenheit zu erschließen und doch dabei die kritischen Gedankenvorgänge seines Geisteslebens mit einzuflechten. Es ist bewundernswert, wie der Autor die frühesten Seelenvorgänge seiner Kindheit in der Erinnerung bewahrt hat oder doch glaubhaft wieder hervorzuzaubern weiß. Hinter der traumhaften Versonnenheit steht freilich eine treibende Realität, die man geradezu als ein Leben in biblischen und altjüdischen Wirklichkeiten bezeichnen möchte. War für Shmarya Levin in der Kindheit „Das Leben ein Traum", wie Calderon es einmal nannte, so fühlt man im Treiben des Kindes bereits ahnend den Wandel im Grillparzerschen Sinne: „Der Traum ein Leben". Einige Kleinigkeiten, die als Druckfehler oder Deutungen zu beanstanden wären, verschwinden hinter dem sorttragenden Strom und großen Zug der Schilderung. Wir dürfen gespannt auf die Fortsetzung dieses Werkes harren. Dr. L. Kennen Sie unser ABHOLUNG! ■ ■ VERFAHREN Kostenloses Abholen von Sparbeträgen von J/2 RM an in beliebiger Höhe durch unsere Gelderheber in Wohnungen, Dienst- und Arbeitsräumen Fernsprecher: Gutenberg 3801 Stadtamt 718/722 STÄDTISCHE SPARKASSE MAINZ Oppenheimer, Franz, Erlebtes, Erstrebtes, Erreichtes: Erinnerungen, 260 Seiten Großoktav. Mit einem Bildnis nach der Büste von A. I. Kormis. In Ganzleinen gebunden. (Der Heinebund, eine jüdische Bnchgemeinde, Berlin W 57, Pallasstratze 10/11. Mitgliedsbeitrag jährlich 12 RM., wofür die Mitglieder 3 Bände nach freier Wahl erhalten, ausführliche Prospekte kostenlos). Eine Parallelausgabe für Nichtmitglieder ist im Weltverlag erschienen und durch jede Buchhandlung zu beziehen. Preis 6 RM. Als Mischung von sephardischem und aschkenasischem Wesen bezeichnet Franz Oppenheimer sich selbst in seinen Erinnerungen und außerdem nennt er sich mit Recht einen „ganz echten Berliner". Schulzeit, übermütiges Studentenleben in Freiburg und Berlin sind gefolgt von Jahren angestrengter Arbeit im ärztlichen Beruf. Schon bei seinen ersten Vertretungen in Posen und der Mark gelangt der spätere Soziologe zu seinen Grundansichten über die Gesellschaft. Nach der Schulung in der naturwissenschaftlichen Denkweise durch die Medizin, nach der selbständigen theoretischen Weiterbildung in der Zeit des freien Schriststellertums, nach den praktischen Erfahrungen im Siedlungswesen, erwirbt Oppenheimer noch den Doktorgrad der Philosophie, um sich als schon ergrauender Privatdozent in Berlin habilitieren zu können. Der Krieg brachte wieder eine Umstellung auf wertvollste praktische Arbeit im „Komitee für den Osten", im Kriegsamt und als Leiter des „Komitees für den Osten" in Ober-Ost. Schon 1917 kam die Ernennung zum Titularprofessor, doch erst Jahre später die Berufung nach Frankfurt. 1929 zog sich Franz Oppenheimer auf das Gut Lüdersdorf bei Berlin zurück, um in der Nähe an den Fortschritten seines Siedlnngswerkes teilzunehmen und auch helfend einzugreisen. In aller Einfachheit und Sachlichkeit ist das Werden und die Persönlichkeit eines großen Menschen dargestellt, für den nach seinen eigenen Worten Logik und Ethik das feststehende Koordinatenkreuz zur Ordnung und Bewertung aller Dinge darstellten. H. L. Stommel, Kuno, Tr. phil., Der Idealismus neuer Menschen. Düsseldorf, Rosenstraße 6, Selbstverlag. Preis broschiert 4 RM., Kommissionsverlag: Jndustrieverlag und Druckerei Akt.-Ges., Düsseldorf 1929, 151 Seiten. In einem gründlichen geistigen Ringen müht sich der Verfasser um die philosophische Begründung eines neuen Menschentums. Er sucht die materialistischen Alltagswerte in ihren philosophischen und ethischen Unhaltbarkeiten aufzuweisen und durch eine Ausrichtung der Herrschaft der sittlichen Kraft zum wahren Sinne des Lebens zu führen. Durch die Verwirklichung der Ewigkeitswerte durch den religiösen Menschen erfolgt nach des Autors Darlegungen nicht nur die Ueberwindung menschlicher Vereinsamung, sondern auch die Offenbarung Gottes. Der Verfasser leitet seine Ergebnisse aus einer kritischen'Behandlung der verschiedensten Gedanken- und Weltanschauungssysteme her und trägt zur Erhärtung seiner wissenschaftlichen Üeberzeugung Stoffe aus den verschiedensten Gebieten und religiösen Lcbensanschauungcn zusammen. Das Werk, wenn es mit innerem Erfolg gelesen werden soll, erfordert geistige Bereitschaft und eine Einstellung von seiten des Lesers, die sich frei machen niuß von landläufigen Auffassungen. Tie Fülle der in diesem Werke behandelten Probleme kann in einer kurzen Besprechung nicht wiedergegeben werden. * Dr. L. „Von Vergangenheit und Zukunft des Judentums", so dürften sich die letzten Hefte der bekannten „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" überschreibcn lassen, die nicht nur der geschichtlichen Erforschung des Judentums dienen, sondern auch in das jüdische Schulwesen,' also in die Bildungsstätten der tiämenu. Herren-frisier-Saion P. KLEIN, Darmstadt Kirchstraße 8 Telephon 368" Aufmerksame und individuelle Bedienung Erstklassig ge.schulteKräfte Hygienisch eingerichtete Salons Spezialität: Haarfärben, Wasser- und Dauerwellen. Die Grosse MARKE in Seifen jeder Art. Für Naumann's Kernseife «extrafeine Qualität» gibt es keinen Ersatz. Naumann’s Feinseifen sind unerreicht in Körper sowie Parfüm und für die Gesundheitspflege direkt vorbildlich. 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