Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 6 (1931)
- Issue
- 9 (9.1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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^>°cr:-<rr-<rr-crr S.Ishrg.,-lr.S des Landesverbandes der israelltischen Sielisionsgemeinden Hessens Dieses Vlatt erscheint monatlich und geht den Mit- 8 Zuschriften: Mainz, lhindenburgstrahe jllr. 44 gliedern unentgeltlich zu. Lrscheinungsort Main;.! schriftleitung: lklabbiner Dr. 8. Levi, Main; lirorfnmD ü’O’ ti'Din n nx-p, Gottesfurcht verlängert das Leben. An den ehrfnrchtgebietenden Tagen, von Neujahr bis Versöhnnngstag, nimmt das Olebet für unser Leben und die Verlängerung unserer Tage eine bedeutsame Stellung in unserer Gebelsordnung ein. In erschütternder Weise sind in den letzten Jahren viele Menschen auch in unseren Reihen am Wert ihres Lebens verzweifelt und haben durch eine Verzweiflungstat ihrem Verwandtenkreis Leid und Kummer und oft vermehrte Not hinterlassen. Wir wollen beim Herannahen der ernsten aber festlichen Zeit, beim Herannahen der Tage der Sühne und Versöhnung nicht rechten über solche Verzweiflungstaten, obwohl sie ein ernstes Kapitel in der Geschichte unserer Zeit darstellen. Aber viel Unheil, unter welchem die Menschheit heute leidet, findet seinen Grund und seine Erklärung in einer falschen Einstellung zum Leben und zu seinen Aufgaben. Ernstgesinnte Menschen, die sich ihrer Verantwortung bewußt sind, legen sich deshalb und immer wieder die Frage vor, auf welche Weise sie dem Wert, den ihr Leben darstellt, Bestand und Tauer geben können. Im Midrasch * An den ehrfnrchtgebietenden Tagen, von Neujahr bis Bersöhnnngstag, nimmt das Gebet für nung ein. In erschütternder Weise sind in den letzten Jahren viele Menschen auch in unseren über solche Verzweiflungstaten, obwohl sie ein ernstes Kapitel in der Geschichte unserer Zeit darstellen. Aber viel Unheil, unter welchem die Menschheit heute leidet, findet seinen Grund und seine Erklärung in einer falschen Einstellung zum Leben und zu seinen Aufgaben. Ernstgesinnte Menschen, die sich ihrer Verantwortung bewußt sind, legen sich deshalb und immer wieder die Frage vor, auf welche Weise sie dem Wert, den ihr Leben darstellt, Bestand und Tauer geben können. Im Midrasch Rabba zum 5. Buche Mose, Wochenabschnitt Wajelech wird uns folgendes erzählt: Rabbi Simon ben Ehalafta nahm eines Tages an der Berith-Milo eines Knaben ans befreundeter Familie teil. Ter Vater des neugeborenen Knaben reichte seinen Gästen bei dieser Feier siebenjährigen Wein. „Von diesem Wein, sprach der glückliche Vater, werde ich anfbewahren für das Freudenfest meines Sohnes" (wohl für den Hochzeitstag). Auf dem Heimweg von der Feier, den Rabbi Simon allein antrat, traf der Gelehrte auf eine Gestalt, die bekümmert schien. Er rief sie an und fragte: „Wer bist Tu?" Da antwortete cs: „Ich bin der Bote des Allgegenwärtigen". „Und warum bist Du so bekümmert?" fragte Rabbi Simon weiter. „Wegen der Verkehrtheit der Menschen", war die Antwort. — Da sagen sie: „Dieses und jenes werde ich künftig tun und keiner weiß, wann er in die Ewigkeit heimgerufen wird. Dein Gastgeber von heute will von dem alten Wein aufheben bis zum Freudenfest seines Sohnes, aber in 30 Tagen wird sein Ende gekommen sein." Ta bat Rabbi Simon: „Tue ÜQD mm hihihi