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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1930-12-01 · 12 (12.1930) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
5 (1930)
Issue
12 (12.1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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- V tag, den wir am 14. Dez. 1929 feierten, erhielten wir ein erfreuliches Geldgeschenk von ihr. Sie hat uns auch in dankenswerter Weise wiederholt ihre Räume zu Veranstaltungen überlassen. — Spielabende wurden in beschränkter Anzahl durchgesührt; dagegen fanden Rezitationsabende und später während des Sommers Schallplattenabende reges Interesse. Zur körperlichen Ertüchtigung unserer Mitglieder wurde, außer Iden Wanderfahrten und dem Schwimmen, in Gemeinschaft mit dem RIF. nach längeren Verhandlungen eine Turn- und Sportgruppe ins Leben gerufen. Ihre Jungens- und Mädchensabteilung kam wöchentlich regelmäßig zusammen. Die Hebungen stehen unter der Leitung eines Turnlehrers, bzw. einer Turnlehrerin. — Dem RIF. gebührt Dank für die finanzielle Stützung dieser Einrichtung. Jeder Teilnehmer sei bestrebt, durch regelmäßiges und eifriges Erscheinen zu ihrer Erhaltung und zur eigenen Gesundheit beizutragen. Nicht unerwähnt bleibe eine lehrreiche Führung durch ein Röntgeninstitut. — Der Versuch, eine Sing gruppe zu schaffen, hatte leider nicht den gewünschten Erfolg. Für ihre Mühewaltung dabei sei Frl. Elfriede Vogel unser herzlichster Dank ausgesprochen.— Die Musikabende, die im Oktober unter Leitung von Erich Marx in der Loge stattfanden, hatten starken Zuspruch. Besonders der zweite Abend erreichte.durch die gesanglichen Darbietungen Max Blättners eine künstlerische Höhe. Von den weiteren geselligen Veranstaltungen stellt das am 14. Dezember abgehaltene 20jährige Stiftungsfest unseres Vereins eine besonders gut gelungene dar. Das Programm wurde, abgesehen von der Musikkapelle, von Vereinsmitgliedern in ausgezeichneter Form bestritten. Die Loge, der Gemeindevorstand und der RIF. waren offiziell vertreten. Wir können mit den gesellschaftlichen und finanziellen Erfolgen dieser Veranstaltung vollauf zufrieden sein. Von weiteren geselligen Veranstaltungen seien hervorgehoben: Die Purimseier am 13. März unter dem Motto: „Jahrmarkt in Susa" und der im August statrgehabte Tanztee In Hattenheim, die beide einen sehr schönen Verlauf nahmen. Der Abendschissahrt in den Rheingau tat dieses Jahr das Wetter Abbruch. Da über den Delegiertentag des Verbands in München bereits gesondert ausführlich berichtet wurde, genügt hier seine Erwähnung. Ein Zuschuß der Stadt ermöglichte es uns, die Fahrtkosten für die Delegierten zu finanzieren, deren Zahl natürlich beschränkt war. Die Verbandsleitung bemüht sich, den dort gegebenen Richtlinien gemäß in steter Fühlung mit den Bünden weiter zu schassen. Eine Reihe fleißiger Rundbriefe und die Zeitschrift der „Jugendbund" geben davon Kenntnis. — Die noch im vergangenen Jahr vom Verband angeregte und durch seinen Beitritt zur Jewish Agency bedingte Tätigkeit für den überparteilichen Palästinaaufbau, haben wir hier unterstützt. Es wurde für den Hain des Verbandes im Einsteinwald, Gaben unter den Mitgliedern gesammelt und abgesührt. Hier konnte sich wenigstens in etwas die Opferwilligkeit betätigen. Nach den neuerlichen kritischen Ereignissen wird uns das Problem wieder nahe gebracht. .Die Führertagung des hessischen Landesverbandes, die im Mai in Königstein stattfand, und das Führertresfen im September in Hanau, waren vom J.J.V. Mainz ebenfalls besucht. Mit den Vereinen des Landesverbandes kamen wir auch bei einigen ihrer Veranstaltungen zusammen. Wie der Programmaustausch zeigt, ist unser „Patenkind" Bingen, eifrig tätig. — Im September stand die Vereinsarbeit im Zeichen der Reichstagswahl. Die politischen Probleme, die in den Heimabenden vor und nach der Wahl beprochen wurden, fanden sehr reges Interesse. Sie werden uns auch weiterhin zu beschäftigen haben und sollen in Form von monatlichen Pressereferaten immer wieder berührt werden. Auch mit jüdischen, bzw. jüdisch-politischen Fragen sollen diese sich befassen. — Aktive Mitarbeit bei den Reichtagswahlen erschloß ein neues Gebiet der Tätigkeit. Zum Schluß sei hingewiesen, daß die jüdischen Jugend durch den J.J.V. in der städtischen Jugendwohlfahrtsdeputation seit der Neubildung des Stadtrats vertreten ist und daß wir eine örtliche, soziale Hilfe ins Auge gefaßt haben (Stellenvermittlungsnothilse). Wir sind hier zur Aktivität übergegangen und mit der Loge in Verbindung getreten. Sie beschäftigt sich selbst ernstlich mit diesem Problem und will helfend eingreifen. P. Wohlfahrtswesen. Zentralwohlfahrtsstelle der israelitischen Religionsgemeinde Mainz. In den letzten Monaten sind uns wieder, wie nachstehende Liste zeigt, zahlreiche Sach- und Geldspenden zugegangen, für die wir den freundlichen Gebern unseren Dank bereits unmittelbar zum Ausdruck gebracht haben. So wertvoll auch einigermaßen gut erhaltene Bekleidungsgegenstände und Wäschestücke für uns sind, so müssen wir doch immer wieder darauf Hinweisen, daß in dieser Zeit wirtschaftlichen Niedergangs in erster Linie Geldspenden uns sehr willkommen sind. Mitglieder unserer Gemeinde, die dazu in der glücklichen Lage sind, sollten deshalb in Anbetracht des bevorstehenden Chanukkafestes, zur Befriedigung der immer größer werdenden Ansprüche, neben Sachspenden, uns auch mit entsprechenden Geldspenden bedenken. Jeder Betrag — auch der kleinste — ist uns willkommen! Brandstädter Bernhard, Baer Hermann, Kultusbeamter, Berneh Gustav, Cahn Jakob, David Moritz, Deutsch Jakob, Deutsch Stefan, Einhorn Bruno, Fröhlich Manfred, Goldstein Max, Gochsheimer Max, Hertz Moritz, Hosmann Leo Dir., Hehmann S. Söhne, Kahn Max Ww., Kramer Emil Dr. Rechtsanwalt, Koch Eugen, Koch Martin, Kronenberger Ludwig, Kommerzienrat, Lebrecht Paul Ww., Lion Michael, Lorch Albert, Löwensberg Emil Ww., Löwensberg Heinrich, Löwensberg Max Ww., Maas Max, Marxsohn Gebr., Mayer Bernhard, Kommerzienrat, Mayer Ernst, Reiling Hermann, Salseld Siegmund Pros. Dr. Ww., Selig Siegfried, Simon Eduard, Simon Rudolf, Süssel Sigwart Dr., Rechtsanwalt Stern Emil Dr. Wwe., Vyth Julius, Weil Philipp, Weil Theo, Weiß Max Ww., Wolf Sally Ww. Vereine und Verbände. Am 9. November 1930 fand in Mainz unter Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. I. Horovitz, Frankfurt a. M. eine Sitzung des Wohlfahrtsrats des Landesverbands für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau statt. Als Gäste nahmen u. a. der Vorsitzende des Landesverbands der israelitischen Religionsgemeinden Hessens, Herr Kommerzienrat Mayer, Mainz, sowie weitere Vorstandsmitglieder, Vertreter der Israelitischen Religionsgesellschast, Mainz, und Herr Dr. Kreutzberger von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin, teil. Namens der israelitischen Gemeinde Mainz und der Zentralwohlfahrtsstelle der Israelitischen Religionsgemeinde Mainz übermittelte Herr Jacob Deutsch, Mainz, die Wünsche dieser Organisationen. Nach Erstattung der Tätigkeitsberichte durch die Herren Dr. Bergel und Benjamin, hielt Herr Dr. Krentzberger, Berlin, ein Referat über „Soziale Not und Wirtschastskrisis", in dem er die wichtigsten Probleme der jüdischen Sozialpolitik in klarer Weise darlegte. An die drei Referate schloß sich eine längere Aussprache an, die sich bis in die Abendstunden hinzog. U. a. wurde die Gründung einer Darlehenskasse für den Landesverbandsbezirk beschlossen.' Eine Kommission wurde beauftragt, mit der Wegscheide bei Bad Orb über die Möglichkeit einer rituellen Unterbringung jüdischer Kinder zu verhandeln. Wichtige Anregungen wurden bezüglich der Propaganda, namentlich innerhalb der kleinen Gemeinden gegeben. Am 12. November fand unter Vorsitz von Herrn Dr. James Simon eine Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins der Deutschen Juden statt, der als Hauptpunkt der Tagesordnung die Beschlußfassung über die Verwaltung der Hasfkine- Stiftung vorlag. Der vor kurzem in Lausanne verstorbene hervorragende Bakteriologe Professor W. M. Haffkine, der im Jahre 1860 in Odessa geboren ist, hinterließ in hochherziger Weise ein Kapital von etwa anderthalb Millionen schweizer Francs zwecks Bildung einer Stiftung in der Schweiz, die von einem dortigen Bankinstitut verwaltet wird, und aus dessen Erträgnissen Talmudhochschulen (Jeschibot) in osteuropäischen Ländern (unter eventueller Berücksichtigung auch der handwerklichen Ausbildung der Schüler) gefördert werden sollen. Die Stiftung hat die Einnahmen für die angegebenen Zwecke gemäß den Entscheidungen Jur Trinkt Ydas gute ' Mainzer Aktien-Bier? 7

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