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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1930-04-01 · 4 (4.1930) · p. Seite 2

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
5 (1930)
Issue
4 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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sammen, das Protokoll über seine Sitzungen wird im Mitteilungsblatt bekanntgegeben, sodatz die Prinzipien der Demokratie in keiner Weise verletzt werden. Unser alljährlich stattfindender Gemeindetag findet vor aller Oeffentlichkeit statt; unsere Kasse- und Geschäftsberichte werden im Mitteilungsblatt abgedruckt. Die Bemerkungen des Israelitischen Familienblattes müssen daher inhaltlich als unzutreffend und in der Form als unangebracht zurückgewiesen werden. Landesverband der israel. Religionsgemeinden Hessens. Hauptsynagoge Mainz. Es wird hiermit dringend empfohlen, Wünsche für das Aufrufen zur Thorah außerhalb der Reihenfolge spätestens drei Tage vor dem betr. Sabbat bzw. Feiertag unter Begründung bei dem Kultusbeamten (Hindenburgstraße 44, Telephon 737), geltend zu machen, da andernfalls eine Berücksichtigung dieser Wünsche nicht gewährleistet werden kann. Der Vorstand. Bericht über die Sitzung des Oberrats am 23. März 1930. Anwesend: Der Verbandsvorsitzende Herr Kommerzienrat Mayer, Mainz, und Stellvertreter Herr Kommerzienrat Kronenberger, Mainz. Die Oberratsmitglieder und Stellvertreter Herren: Benjamin, Hachenburger, Darmstadt; Justizrat Dr. Goldschmidt, Offenbach; Lehrer Kahn, Alsfeld und Lehrer Sulzbacher, Groß- Bieberau; Krämer, Friedberg; Küchler, Alzey und Oppenheimer, Mainz; Rabbiner Dr. Levi, Mainz und Rabbiner Dr. Dienemann, Ofsenbach; Rechtsanwalt Rothenberger, Gießen; Justizrat Tr. Marx, Bingen; Rechtsanwalt Dr. Goldschmidt, Worms; Rosenthal, Oppenheim und Oppenheimer, Ober-Ingelheim; Rabbiner Dr. Sander, Gießen und Rabbiner Dr. Lewit, Alzey; Diplom-Handelslehrer Simon, Darmstadt und Lehrer Stern, Alzey; Adolf Steinberger, Alsfeld. 1. Nach Begrüßung der Erschienener: gibt der Vorsitzende bekannt, daß zwei vereinnahmte kleinere Kapitalien bei der Städtischen Sparkasse Mainz angelegt wurden, daß dem Landesverband durch den im Dezember veranstalteten Rabbiner-Fortbildungskursus Kosten nicht erwachsen sind, und daß das Protokoll über eine Tagung der Reichsarbeitsgemeinschaft bei den Mitgliedern des Kollegiums in Zirkulation gesetzt worden sei. 2. Tie Veranlagung der Religionsgemeindesteuern soll , in einer dem Vorjahre entsprechenden Weise geschehen. Das Hessische Kultusministerium ersucht den Verband darum, seine Gemeinden zur rechtzeitigen Fassung der Steuerbeschlüsse zu veranlassen, es wünscht die Ausarbeitung einer Mustersatzung für die örtlichen Steuervertretungen und ersucht um Vorschläge für die Aenderung des Voranschlagsformulars. 3. Die Reichsarbeitsgemeinschaft will den diesseitigen Verband zu den Pensionslasten in Wolfenbüttel mit 160.— RM. und zu den Kosten des Gesamtarchivs der deutschen Juden mit 500.— RM. heranziehen. Der erstere Betrag wird bewilligt, für letzteres können einstweilen nur RM. 200 — vorgesehen werden. 4. Eine Anzahl Gesuche von Anstalten wird zurückgestellt; dem Schomre Schabbosverband soll ein Beitrag von RM. 100.— gezahlt werden. 5. Zu den Kosten des Lektorats Gießen hat die Rhenuslage in Mainz RM. 200.—, die Dalbergloge in Worms RM. 50.— beigesteuert. Nach einem Bericht des Herrn Rabbiner Dr. Sander wird der nötige Kredit für das Sommersemester 1030 bewilligt und es wird beschlossen, dieses Lektorat wenn möglich, auch fernerhin aufrecht zu erhalten. 6. Der Oberrat gibt seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß eine lückenlose Organisation der israelitischen Gemeinden Hessens, eitle einheitliche Vertretung der hessischen Judenheit, sich noch nicht hat verwirklichen lassen; er spricht allen denen, die sich hierum bemüht haben, seinen Dank aus. 7. Für das Rechnungsjahr 1930 sollen die Beiträge für den Landesverband auf der gleichen Basis wie im Rechnungsjahr 1929 erhoben werden. 8. Zur Auszahlung an Lehrer wird deni Schulausschuß der gleiche Betrag wie zu Rosch haschanah 1928 zur Verfügung gestellt. 2 9. Für die Pflege zweier Friedhöfe sollen Abkömmlinge bäi!- storbener Einwohner dieser Ort interessiert werden. 10. Der israelitische Begräbnisplatz auf der Ronneburg ist zum Kaufe angeboten worden; der Offerte soll nähergetreten werden. 11. Als Beitrag zu den Bürokostcn des Landesverbandes sind nn Rechnungsjahr 1930 der israelitischen Gemeinde Mainz RM. 600.— zu zahlen. ' 12. Das Gehalt eines Wanderlehrers wird ab 1. April d. 13. Einem Verbandslehrer soll das ihm zufließende Katechetcnaeld belassen werden; und es wird ein dem entgegenstehender fruberer Beschluß aufgehoben. 14. Der Verband ist bereit, einer israelitischen Gemeinde einen Kostenbeitrag zur Pflege ihres Begräbnisplatzes zu leisten und diesen Friedhof in Eigentuin zu übernehmen, sofern diese Gern einde ihr gesamtes Eigentum dem Laiidesverband überträgt. 15. Eiüem Lehramtskandidaten wird evtl, die Subvention wesentlich erhöht und ihm für die Zeit bis Ende Juni ein einmaliger Sonderbeitrag bewilligt werden. 16. Einer Gemeinde wird für 1930 eine Beihilfe in seitheriger Höhe zugesagt. 17. Es soll für Oberhessen ein Wanderlehrer angestellt werden, falls die interessierten Gemeiiidcn die Hälfte des Gehaltes aufbringcn. 18. Zu den: m Darmstadt stattfindenden Gemeindetag sollen sämtliche Erste Vorsteher eingeladen werden. Herr Diplom-Handels-Lehrer Simon schlägt Herrn Rabbiner Dr. Bienheim als Redner für einen wissenschaftlichen Vortrag vor, dem wird zugestimmt, uiid für die Eröffnungsrede wird Herr Rabbiner Dr. Levi iiomiiiiert. 19. Der Vorsitzende uiid der Redakteur des Mitteilungsblattes berichten über einen mit eitlem Annonceilbüro abgeschlossenen Vertrag. 20. Herr Rabbiner Dr. Levi hat ihm zugegangcne Aiigebote von Lehrern hierhergeleitet. Fortbildungskurs für Religionslehrer und Kantoren. Der Oberrat der Israeliten in Baden veranstaltet für die isr. Religionslehrer und Kantoren einen Ferienkursus vom 21. bis 29. April d. I. iit Mannhei m , an dem auch die Teilnahme außerbadischer Herren freudig begrüßt würde. Für Interessenten geben wir nachstehendes Programm bekannt, für das als Mittelpunkt das „Fest der Offenbarung" gewählt wurde. Programm: 1. B i b e l. Der Prophet Habukuk. 6 Stunden, Dr. Uiina. 2. T a l m u n d. Der Begriff Brera mit ausgewählten Stücken aus dem Traktat Beza (10a, 37b, 39b.) 6 Stunden, Tr. Schlesinger, Köln. 3. M i d r a s ch. Die auf die Offenbarurig am Sinai bezüglichen Midraschim. 3 Stunden, Dr. Lauer. In Verbiildung damit Anleitung für homiletische Vorträge (Schiurlernen) 2 Stunden, Dr. Lauer. 4. Die 613 Gebote. 1 Stunde, Dr. Unna. 5. Einführung in die Religionsphilosophie von Hermann Cohen, 3 Stunden, Dr. Ucko. 6. Aus der Rechtsgeschichte der deutschen Juden, 3 Stunden, Dr. Landauer, Berlin. 7. Drei Vorträge: a) Aelteste Geschichte der deutschen Juden. b) Kulturbild einer jüdischen Gemeinde im 17. Jahrhundert. c) Ein grundlegendes napitel aus der Geschichte der Juden im 19. Jahrhundert. 3 Stunden, Dr. Höxter. 8. K a n t o r a t. Scholosch regolim. 2. Stunden. Kantor Adler. 9. Lehrbarkeit der Religion, 2 Stunden, Liebermensch. 10. Methodik. Verschiedene kurze Referate mit Aussprache Ferner ist eilt Besuch des Instituts für Psychologie uiid Pädagogik unter Führung des Direktors in Aussicht genommen. Wie ili früheren Jahren soll auch diesesmal eine Stunde der Besprechung praktischer religiöser Fragen gewidmet werden. Herr Dr. Höxter wird auf Grund seines Quellenbuches, Bd. 8 4 und 5 sprechen. Es empfiehlt sich für die Kursusteilnehmer die drei genannten Bade, die im Verlage von Kaufmann, Frankfurt a. M., erschienen sind, zu dem Vortrag mitzubringen. Anfchaffungspreis 1.80 RM. je Band. Diejenigen Religionslehrer und Kantoren, welche an den Kursen teilzunehmen wünschen, wollen sich längstens bis 15. März d. I vurch Vermittlung ihres Synagogenrats und des zuständigen Rabbmats bei dein Oberrat (also nicht bei dein Kursusleiter) anmeldeii. Dr. Stein.

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