Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 4 (1929)
- Issue
- 12 (12.1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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16. Lehrer Sulzbacher gibt Kenntnis über die durch ihn in Kirch-Brombach getroffene Vereinbarung und über den weiteren Eingang eines Kapitals von RM. 175,08. 17. Ueber die Ursache einer von der Gemeinde Bürstadt eingelaufenen Austrittserklärung soll durch Herrn Lehrer- Mayer in Lampertheim Information eingezogen werden. 18. Die Bemühungen des Verbands um die Erhaltung der jüdischen Volksschullehrerstelle in Grebenau waren vergebens. 19. Es werden verschiedene Subventionen bewilligt. 20. Der Gemeinde Appenheim soll auf Anfrage geantwortet werden, daß der Verband bereit sei, den Erlös ihrer Synagoge für Talmud-Thorah zu verwenden und ihr bis zur Höhe der Zuwendung aus eigenen Mitteln die nötigen Gelder für den Friedhof in Appenheim und für die Synagoge in Gau-Algesheim zur Verfügung zu stellen. 21. Einer Gemeinde soll empfohlen werden, ihr Gesuch im nächsten Jahre zu wiederholen. 22. Eine Gemeinde ist aufzusordern, im Nachgang zu ihrem Subventionsgesuch Aufschlüsse über ihre Budgetverhältnisse zu erteilen. 23. Auf das Ersuchen eines Lehrers ist zu erwidern, der Verband sei zur Erhöhung seines Honorars nicht in der Lage, er habe jedoch den betr. Gemeinden Mitteilung davon gemacht, daß er seine Subvention einstellen werde, wenn nicht eine Zahlung des Lehrers auch ihrerseits erfolge. 24. Herr Lehrer Sulzbacher wird gebeten, in einem im Mitteilungsblatt zu veröffentlichenden Artikel die Gemeindevorstände aufzufordern, gegenüber ihren Lehrern und dem Landesverband ihre Pflichten zu erfüllen. 25. Aus dem Schoße des Kollegiums erfolgt die Anregung, zum nächsten Gemeindetag alle Verbandsgemeinden unabhängig von ihrer Größe, einzuladen. 26. Auf das erneute Ersuchen des Oberratsmitgliedes Oppenheimer, Mainz, für die drei Gemeinden Wallertheim, Wörrstadt, Nieder-Saulheim einen Verbandslehrer anzustellen, wird erwidert, es sei Aufgabe dieser leistungsfähigen Gemeinden für die Besoldungen aufzukommen, der Verband sei jedoch evtl, bereit, einen mäßigen Beitrag zu leisten. 27. Auf Grund früheren Beschlusses sollen für die Instandsetzung eines Friedhofs in diesem und im nächsten Rechnungsjahr je RM. 100.— angewiesen werden. 28. Rabbiner Dr. Levi berichtet über die Kantoren- und Schächterkurse. 29. Für ein Pflegekind werden RM. 10.— pro Monat bewilligt. 30. Rabbiner Dr. Levi ersucht die Anwesenden, ihm bei der Sorge für Ausbildung eines jungen Mannes behilflich zu sein. 31. Es wird beschlossen, den Inseratenteil des Mitteilungsblattes der Firma Greif zu verpachten. Der Redakteur und der Verbandsvorsitzende werden bevollmächtigt, einen Vertrag abzuschließen. 32. Nachdem Rabbiner Dr. Levi allgemein um Berichte über verlassene Friedhöfe ersucht Hatte, berichtet Oppenheimer, Ingelheim, über den verbandseigenen Friedhof in Schwabenheim a. Selz. Es wird beschlossen, die Instandhaltung desselben durch die Friedhofsgärtnerei der Gemeinde Mainz vornehmen zu lassen. Steuervertretungen der Religionsgemeinden. Der Gesehgebungsausschuß des hessischen Landtages nahm in seiner Sitzung vom 20. November d. I. eine Regierungsvorlage an, wonach die Steuervertretungen der Religionsgemeinden aus 1929 auch für 1930 Gültigkeit haben. Wissenschaftlicher Kursus der Rabbiner der süddeutschen Landesverbände in Mainz, Sonntag, 15., Montag, 16. und Dienstag, 17. Dez. 1929. Sonntag, den 15. Dezember 1929, abends 8 Uhr, Eröffnung, Begrüßung im Vortragssaal der israelitischen Religionsgemeinde, Hindenburgstraße 44, Eingang Iosephstraße. Montag, den 16. Dezember 1929, vormittags 9 Uhr, Vortrag mit Lichtbildern des Herrn Professor Dr. Schmidtgen, Direktor des Natur-Historischen Museums Mainz, über: „Vom Werden des Bodens und des Menschen am Mittelrhein", im Natur- Historischen Museum, Mitternacht. Vormittags 11 Uhr, Vortrag des Herrn Universitätsprofessor Dr. I. Hvrowitz, Frankfurt a. M., über: „Die neuesten Ausgrabungen in Babylonien und Palästina", in der Rhenusloge, Franziskanerstraße 10. 1 Uhr: Mittagbrot. Nachmittags: Besichtigung des Denkmalfriedhofs, des römisch-germanischen Museums, Ausflug nach Wiesbaden oder Worms nach Wahl. Dienstag, den 17. Dezember 1929, vormittags 9 Uhr, Aussprache über die Krisis in der Predigt. (Einleitendes Referat Levi, Mainz), Rhenusloge, Franziskanerstraße 10. Vormittags 10 Uhr. Vortrag des Herrn Universilätsprofessor Dr. phil. et med. Erich Stern, Vorsteher des Mainzer Instituts für Psychologie und Iugendkunde Mainz über „Die neueren Strömungen in der Psychologie und das Problem der Seelsorge", daran anschließend Aussprache, Rhenusloge, Franziskanerstraße 10. 1 Uhr: Mittagbrot. Nachmittags 3 Uhr: Halachischer Vortrag des Herrn Lektor an der Universität Gießen Dr. Bialoblohki über: „Die Beziehungen des Judentums zu Proselyten und Proselytentum." Danach Aussprache, Abschluß des Kursus, Rhenusloge, Franziskanerstraße 10. Mahnruf an die Kleingemeinden. Während in den anderen süddeutschen Staaten schon seit langen Jahren eine Zentralbehörde der' israelitischen Religionsgemeinden besteht, ist unser Verband in Hessen ein Kind jüngsten Datums. Wer mit Aufmerksamkeit sein Organ, das Mitteilungsblatt, liest, der mutz der Wahrheit gemätz bekennen, datz dieser junge Verband unter der Leitung seines verehrten Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrat Mayer in Mainz, trotz seines kurzen Bestehens aus allen Gebieten des jüdischen Gemerndelebens schon sehr segensreich gewirkt hat. Es wurden vom Verbände für lehrerlose Gemeinden Wanderlehrer angestellt, Schauchtim und