Mannheim
Compact Memory

Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1929-09-01 · 9 (9.1929) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)

OCR text

8 entity mentions

foftet 7.— RMk. und ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. Eine Parallelausgabe des Buches bringt für seine Mitglieder Der Heine-Bund, Berlin W 57, Pallasstratze 10/11 heraus. Fritz Bamberger, „Die geistige Gestalt Moses Mendelssohn". Sonderheft der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. VerlagJ. Kaufsmann,Frankfurt a.M. 1929. 14 Seiten, Preis barsch. —.80 NM. Else Schubert-Christaller: Jüdische Legenden, Verlag Eugen Salzer, Heilbronn, 1929, 128 Seiten. Preis geb. 1.50 RMk. In einem gefälligen Oktav-Bändchen in klarem Druck auf gutem Papier ist hier eine Sammlung jüdischer Legenden erschienen, welche eine Auswahl aus den verschiedensten Gebieten dieser reichen und besinnlichen jüdischen Volksliteratur darstellt. „ > . Titelblatt wird gesagt, daß diese Legender: von der Autorin „nacherzählt" also nicht übersetzt wurden. Damit soll zum Ausdruck kommen, daß maii sich weniger an das Wort als vielmehr an den Sinn zwischen den Worten und zwischen den Zeilen halten will. Der Verfasserin ist es in der Tat gelungen, den feinen in diesen alten Erzählungen klingenden Ton Mitschwingen zu lassen. Maii liest dieses Büchlein gefesselt bis zu Ende und greift gern wieder und wieder darnach. In unserer hastigen Zeit ist dies sicherlich die sprechendste Bewertung des Merkchens. S. L. Anläßlich der Einweihung der neuen Synagoge in Bad- Nauheim, über die wir an anderer Stelle berichten, ist eine Geschichte der Nauheimer Juden aus der Feder des Herrn Rechtsanwalt Dr. Rudolf Stahl in Bad-Nauherin erschienen uiid zwar zugleich als Nr. 9—12 des 8. Jahrgangs des Bad-Nauhermer Jahrbuchs, herausgegeben von Dr. Alfred Martin; (32 Seiten). Herr Dr. Stahl hat seine Aufgabe mit großem Geschick augepackt und in kurzen sachlichen Zusammenstellungen eine Chronik und zugleich eine Entwicklungsgeschichte der' Nauheimer Judengemeinde vom 14. Jahrhundert an bis zum Bau der neuen jetzt eingeweihten Synagoge vorgelegt. Die dankenswerte Arbeit des Verfassers hält sich frei von längst bekannten Wiederholungen uiid fesselt gerade durch die sachlichen Materialien, die sie beibringt. S. L. Vorträge und Ansprachen von Maximilian Stein. Mit einem Geleitwort von Rabbiiier Dr. Baeck, Berlin. 1929 I. Kauffmann- Verlag Frankfurt a. M. 287 S. In zweiter Auflage bereits liegt die Sammlung von Vortragen und Ansprachen vor, die Kommerzienrat Maxiinilian Stein rn Berlin, derzeit Vizepräsident im Orden Bne Brith, während einer Reihe von Jahren in verschiedenen Logen bei allerhand Anlässen gehalten bat. Sie geben ein ansprechendes Bild der Arbeit, die in den Logen geleistet wird, des Bildungsstrebens und des Ringens nach Persönlichkeit. Daß sie rn Logen gehalten wurden, bedeutet nicht, daß in ihnen etwas nur die Ordensbrüder Angehendes, nur zu den Logenlehren in Beziehung Stehendes abgehandelt ist. Sie tragen ihren Wert in der Tatsache, daß hier versucht ist, Gegenstände und Fragen der jüdischen Bildung und des jüdischen Gegenwartslebens dem Hörer, und jetzt auch dem Leser, nahezubringen, ihn mit diesen bekannt zu machen, ihn zum Mit- und Nachdenken anzuregen. Darum können sie jedem etwas geben und verdienen allgemeine Beachtung. Daß hinter den Worten die Persönlichkeit des Redners durchzufühlen ist, erhöht den Reiz des Gebotenen. Dienemann, Ofsenbach a. M. Bing, Siegmund. Jakob Wassermann. Nürnberg. 1928 Ernst Frommann und Sohn. 260 S. Geb. 6.50 RM. Wie am Werk das Wesen und umgekehrt am Wesen das Werk des schöpferischen Menschen offenbar wrrd, weist Siegmund Bing nach in feinem Buch, der ersten gestaltenden Biographie, die über Jakob Wassermann bisher erschienen rst. Aus einer gewissen organischen Wesensnähe erschließen sich ihm die Linien vom Leben zur Gestaltung, öon der Erscheinung zur Gestalt, und er führt in einer unwillkürlichen Annäherung an Wassermanns Rhythmus und Diktion mit soviel Sicherheit wie Takt durch die schicksalhaft verschlungenen Wege der Wassermannfchen Kunst. Wßm. Epstein, Jehudo, Mein Weg von Ost nach West. Erinnerungen. Stuttgart. Engelhorn. 342 S. Im russisch-jüdischen Städtel, wo zwischen „Dawnen", „Lernen" und der Sorge um „Parnosse" nur ein Reichtum wuchert — der Kinderreichtum — wächst dieser Junge auf: ein nicht sehr kräftiges, doch keckes Bürschlein mit Hellem Kopf, lebendigem Herzen und ganz eigenem Willen; bahnt sich selbst den Weg zur Kunst gegen das ungeduldige Mißtrauen seiner Umgebung, einen Weg, dessen Mühsäligkeiten als selbstverständlich hingenommen und guten Mutes überwunden werden; sichert sich seine Stellung als weithin anerkannter Maler und wendet nuil den Blick zurück, um den anderen zu zeigen, was ihm immer, auch nachdem er schon lange im Westen sich beheimatet hat, lebendig geblieben ist: die tiefe Verwurzelung im Ostjudentum, das er mit ganz außerordentlichem Verständnis, kritisch und liebevoll in einem betrachtet und stets, trotz unbedenklich eingestandener Verkümmerungen, in seinem Wert anerkennt. 6 Nicht immer wird der strenggläubige Jude zu seinen Ausführungen „Ja" sagen können, sehr möglich auch, daß seine Stellungnahme dem Ritus gegenüber nicht immer richtig ist, aber immer spürt man in seiner Art zu fühlen und zu gestalten Gradheit, Reinlichkeit, Frische und Ursprünglichkeit, eine erquickende, weil humorvolle Ueberlegenhert, die feltene Harmonie zwischen warmem uiid strengem Künstlertum. Wßin. Das Juniheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums liefert erneut den Nachweis, mit welchem Eifer diese Zeitschrift bemüht ist, ihre Leser über alle Erscheinungen auf dem Gebiet der jüdischen Wissenschaft auf dem Laufenden zu halten. So erschien vor wenigen Monaten ein Buch von A. S. Aahuda, welches den Nachweis versucht, daß die^ Thora in weit höherem Matze, als seither angenommen wurde, Spuren des Einflusses des Aegyptischen verrät. Ist dies richtig^ so erheben sich gegen die landläufige Meinung der kritischen schule, L>ah das biblische Schrifttum erst lange Zeit nach dem Exodus begründet worden sei, ganz ungeahnte Bedenken. Der Aegyptologe der Budapester Universität, Professors Eduard Mahler, setzt sich eingehend mit dem Buche auseinander und gelangt trotz mancher Abweichungen in: einzelnen zu dem Gesamtergebnis, daß Aahudas Forschungen doch wichtiges Licht auf die Grundfragen der biblischen Literaturgeschichte werfen. Im gleichen Heft geht Rabbiner Dr. Lewin den Neuerscheinungen auf dem Gebiete der ostjüdischen Geschichte nach. Eine Anzahl fachgelehrter Arbeiten über Grundfragen der Religionsgeschichte gibt auch dem Laien einen Begriff davon, daß die Wissenschaft des Judentums über ihr engeres Fachgebiet hinaus ihren Anteil an den Aufgaben der Gesamttheologie nimmt. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10.— Mark an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) oder an einen der Vertrauensmänner sendet, welche in fast jedem Heft der Monatsschrift aufgezählt sind. Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Pbilo- Verlag, Berlin. 2. Heft Juli 1929. Jahresabonnement 10.— RM. Einzelheft 2.75 RM. Die großen Erwartungen, die das erste Heft der neuen „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" (Berlin, Philo-Verlag) sowohl bei der gelehrten Welt als auch bei den: gebildeten Publikum geweckt hat, sind durch das kürzlich erschienene zweite Heft der Zeitschrift in vollem Umfange bestätigt worden. Wie bereits das erste Heft, wird auch das zweite durch einen allgemeinen methodologischen Aufsatz eröffnet, in dem I. Elbogen, der heute wie kein anderer das weite Gebiet der jüdischen Geschichte umspannt, im Anschluß an eine Schrift von Malkizedek die „Probleme der jüdischen Geschichtsphilosophie" einer tiefgreifenden Kritik unterzieht. Der Zusammenhang zwischen der allgemeinen jüdischen und der speziellen deutsch-jüdischen Geschichte tritt klar hervor. In zwei werteren, Niederbayern gewidmeter: Aufsätzen wird die Zeitschrift ihrer Verpflichtung, Territorialgeschichte zu treiben, gerecht. Dr. R. Straus führt uns in einem, mit reichem Urkundenmaterial ausgestatteten Aufsatze „Die Judenpolitik Herzog Heinrichs des Reichen von Larrdshut" irr dre wildbewegte Konzilszeit des späteren Mittelalters. Prof. Wolfg. Maria Schmid bringt in einem, durch vorzügliche Abbildungen gestützten Aufsatze Beiträge „Zur Geschichte der Juden in Passau". Moritz Stern legt mit der „Schmähschrift auf den Berliner Hofjuden Israel Aron" ein genau kommentiertes Quellenstück aus den Anfängen der preußischen Judenpolitik vor. Bernhard Wachstein, der bedeutende Wiener Forscher, schneidet in dem Aufsatz „Wer sirrd die Prager Munk i'm 16. Jahrhundert?" ein verwickeltes genealogisches Poblern an. In einem wirtschaftsgefchichtlichen Aufsatz: „Jüdische Spitzenklöpplerinnen inr Netzedistrikt" beleuchtet I. Jacobsohn den jüdischen Unternehmergeist in den Entwicklungsjahren der preußischen Industrie. Neu treten in diesem Hefte Miszellen auf. Der Reichtum an interessanten Rezensinonen und Nachrichten ist nach größer als im ersten Heft, sodaß die Zeitschrift bereits heute der beherrschende Mittelpunkt der deutsch-jüdisch-historischen Forschung geworden rst. Als Beiheft zur „Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege" hat hie Zentralwohlfahrtsstelle cher deutschen Juden erne Broschüre herausgegeben, welche folgende Artikel enthält: 1. Jugend- und Gemeindeheime von Paula Ollendorff, Breslau, 2. Das Jugend- und Gemeindeheim und die Logen von'Sanitätsrat Dr. Alfred Goldschmidt, 3. Die Bedeutung des Gemeinde-^ und Jugendheims für die Gemeinden von Fritz Schwarzschild. 4. Jugendheim und Wohlfahrtspflege von Dr. Paul Kronhermer, 5 Jugend- und Gemeindeheime und Jugend von Dr. Georg Lubinski, 6. Zur Frage der Mittelbeschaffung von Dr. Friedrich Ollendorff. Die Autoren behandeln darin von ihren verschiedenen Blickpunkten aus die brennend gewordene Frage der jüdischen Jugend- und Gemeindeheime. In einem Anhang wird einschlägige Literatur über diese Frage namhaft gemacht. Das Heft ist durch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Eharlottenburg 2, Kantstraße 158 zum Preise von 50 Pfg. das Stück, ber Abnahme

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.