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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1929-06-01 · 6 (6.1929) · p. Seite 9

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
4 (1929)
Issue
6 (6.1929)
Date
1929-06-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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funft Ernst Glaser und über „Jüdischer Jugend Aufgabe" Jakob Jakobs. Von ernstem Verantwortungsgefühl und hohem sittlichen Wollen getragen, besonders eindringlich wirkend durch ihre prägnante Kürze, zeigten die Redner die Wege, die wir als deutsche Juden und jüdische Jugend zur Erreichung unserer Ziele emzuschlagen haben. Ihre Worte wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. — Der Nachmittag vereinigte die Teilnehmer zu einem geselligen Beisammensein. P. Bücherschau. Gorki, Maxim. Das blaue Leben. 9 Novellen. Berlin. Malik- Verlag. Kart. 3.00 RM. Gorki, Maxim. Märchen der Wirklichkeit. 39 Kurzgeschichten aus Italien und Rußland. Berlin. Malik-Verlag. Kart. 3.00 RM. Was Gorki in diesen beiden Bänden zusammenfaßt: mit dem Herzen geprüfte Erkenntnisse eines starken und wachen Lebens, ergreift durch die Schlichtheit, die man als geworden, nicht als gegeben spürt. Das Breite, manchmal Lärmende der Darstellung ist ganz verklungen; der Griff ins Wirkliche, ehemals unbekümmert derb, ist behutsam geworden, er umtastet die Dinge, und bezwungen von der sanften Berührung, gleiten sie auseinander, um den Blick in das Eigentliche frei zu geben. F. W. Deutsch-Jüdische Probleme der Gegenwart von Ludwig Holländer. Berlin — Philoverlag. 32 Seiten. Brosch. 1.30 RM. In allen jüdischen Lagern Deutschlands sind seit dem Kriege bedeutende Wandlungen eingetreten. Die Ziomsten von heute sind andere als die vom Jahre 1911! Auch die Anschauungen des C. V. haben sich gewandelt, wenn auch die Grundlagen unverrückbar geblieben sind. Es ist ein Verdienst Dr. Ludwig Holländers, des Direktors des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, die Grundlagen des Central-Vereins und insbesondere die Stellung zum Volksbegrife und zum Vaterlandsbegriffe einmal wieder gründlich durchgeprüft zu haben. Der Lärm des Abwehrkampfes hindert allzu oft, eine ruhige Besinnung über das Verhältnis zum deutschen Volke und über das Verhältnis auch zum Zionismus. Nach Eugen Fuchs grundlegenden Schriften sind kaum richtunggebende Arbeiten darüber erschienen. Umso begrüßenswerter ist daher Ludwig Holländers kurze sachliche und klare Schrift. Wer sich mit dem deutscher: Judentum und seinen Weltanschauungen ernstlich befassen will, muß diese Schrift gelesen haben. — Der Verband ostjüdischer Organisationen in Deutschland besitzt ein Zentralorgan «Die jüdische Welt", dessen Nr. 5 z. Zt. erschienen ist. Es enthält Beiträge, die sich mit kulturhistorischen, organisatorischen und allgemein-jüdischen Fragen beschäftigen. Auch ist dieser Nummer eine Einlage in jiddischer Sprache beigefügt. Es ist wieder eine neue Nummer des „Korrespondenzblattes über Wanderungs- und Siedlungswesen", das der Hilfsverein der Deutschen Juden in Fortsetzung entsprechender Vorkriegspublikationen seit 1922 herausgibt, erschienen. In dem Blatt, das an Organisationen des In- und Auslandes und private Interessenten wie an Behörden und Konsulate verschickt wird, werden Mitteilungen über die Emigrantenfürsorge des Hilfsvereins der Deutschen Juden gebracht und Informationen verschiedener Art über folgende Länder erteilt: Tschechoslowakei, Rußland, Türkei, Bulgarien, Rumänien (Bessarabien), Portugal, Canada, Vereinigte Staaten, Mexiko, Cuba, Argentinien, Brasilien, Uruguay, Südafrika, Australien, Palästina. Die Informationen erstrecken sich u. a. auf Bevölkerungs- und Landesverhältnisse, Wirtschafts- und Arbeitstage, Siedlungswesen, Ein- und Auswanderungsstatistik, Emwanderungsgesetze, Einreisebestimmungen; ferner auf Berichte über Konferenzen, die sich mit Wanderungsproblemen beschäftigen, in Havana, Paris, Berlin, Genf und Buenos Aires. Eingehend wird über die Einschränkung der Einwanderung in überseeischen Ländern — Canada, Vereinigte Staaten, Australien — und die Jmmigrationspolitik dieser Staaten berichtet, die ein Quotensystem zu unguusten der Emigranten aus Osteuropa eingeführt haben oder aus gleichen Gründen aus bestimmten Ländern des Ostens nur die Einwanderung von Angehörigen einiger weniger Berufsgruppen zulassen. Dem Korrespondenzblatt ist nachfolgende statistische Uebersicht über den Auswandererfürsorgedienst des Hilfsvereins entnommen: Im Jahre 1928 passierten Berlin: Schlesischer Bahnhof, Bahnhofsdienst des Hilssvereins, (Aus- und Rückwanderer) 29693 Personen und zwar 16592 Männer, 8818 Frauen, 4283 Kinder (Nichtjuden 10049). Im Büro der Zentrale des Hilfsvereins in Berlin fanden Beratung und Hilfe 997 Personen Ihren Weg nahmen über Stentsch (Deutsch-polnische Grenze) 7397 Personen Osnabrück 935 Personen Hamburg: im Ueberseeheim logierten 2524 Personen außerhalb des Ueberseeheims ca. 560 Personen Bremen (nach privaten Feststellungen) 800 Personen Den unglücklichen russischen Emigranten, die sich seit dem Jahre 1923 in Bremen und Hamburg befinden, wo sie noch immer auf das Visum nach den Vereinigten Staaten warten, leistet der Hilfsverein nach wie vor Beistand. Aus dem Korrespondenzblatt geht hervor, daß die Arbeit des Hilfsvereins auf dem Gebiete der Auswandererfürsorge, die an und für sich infolge der Nachkriegsverhältnisse viel komplizierter ist als in früheren Jahren, sich erweitert hat. Durch seine ungemein wichtige Fürsorgetätigkeit entlastet er in hohem Maße jüdische Gemeinden und Institutionen in Deutschland. Bund Jüdischer Pfadfinder „Kadimah" Mainz. Bundesanschrift: Hindenburgplatz 1. Bundesheim: Schulstratze 64, Hinterh., Part. Arbeitsplan für Juni. Jeden Montag: Scoutabend der Fuchspatrouille von 18—19 Uhr. Jeden Mittwoch: Heimabend der Wieselpatrouille von 17—18 Uhr. Heimabend der Eichhörnchenpatrouille von 18—19.30 Uhr. Heimabend der Schwalbenpatrouille von 20.15—21.45 Uhr. Jeden Samstag: Heimabend der Eichhörnchenpatrouille von 14.30 bis 16 Uhr. Heimabend der Fuchspatrouille von 16—17 Uhr. Heimabend der Wieselpatrouille von 18—19 Uhr. Sonntag, 2. Juni: Fahrt der Eichhörnchen und Wieselpatrouille, Richtung Morgenbachtal. Fahrt der Fuchspatrouille, Richtung Gonsenheimerwald. Fahrt der Schwalbenpatrouille Richtung Budenheimer Strandbad. Sonntag, 9. Juni: Fahrt der Schwalbenpatrouille, Richtung Petersaue. Fahrt der Fuchspatrouille, Richtung Stranobad-Budenheim. Sonntag, 16 Juni: Fahrt der Eichhörnchen- und Wieselpatrouille, Richtung Budenheim. Fahrt der Schwalbenpatrouille, Richtung Kloster Eberbach. Sonntag, 23. Juni: Fahrt der Fuchspatrouille, Richtung Petersaue. Fahrt der Schwalbenpatrouille, Richtung Morgenbachtal. Sonntag, 30. Juni: Fahrt der Eichhörnchen- und Wieselpatrouille. Richtung Altrhein. Fahrt der Fuchspatrouille per Rad, Richtung Budenheim. Fahrt der Schwalbenpatrouille, Richtung Grauer Stein. SPG

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