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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1929-04-01 · 4 (4.1929) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
4 (1929)
Issue
4 (4.1929)
Date
1929-04-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Kassenbericht. Abschluß 1928 (Rj.) Einnahmen: Ausgaben: 475,67 i. Rechnungsrest. ii. Verwaltung. a) Reisekostenerstattungen 389,30 b) Sonstige Spesen 103,15 ui. Mitteilungsblatt. 4398,92 a) Inserate 833,14 7,50 b) Druckkosten usw. 5230,85 21,- Druckkosten Grat. Ablösungen 10,18 c) Versandkosten 2591,99 iv. Unterricht und Kultus. a) Besoldungen 10495,— b) Reisekosten von Verbandslehrern 821,29 - e) Stundenhonorare 6) Zuschüsse an Gemeinden 3132,50 sür Unterricht 2800,— o) Versicherungen 1225,— f) Gratisikation von Lehrern 3900,— s) Witwengehalte 600,— h) Reisekosten von Schächtern 95,- i) Jubiläen 15,40 k) Subvention zu sachlichen Ausgaben von Gemeinden usw. 850,— v. Ausbildungsstätten und Wohlfahrtsanstallen. 550,— a) Lektorat Gießen 3000,— b) Kostenbeiträge zu Ausbildungen c) Seminare, Verbände und An¬ 322,60 stalten 9600,— d) Druckschristen VI. Verbandsbeiträge. 60,60 301,80 a) nachträgliche für 1927 23224,95 b) für 1928 1586,44 c) zu Bestellgeldern 9647,28 ä) zu Seminare, Verbände, Anstalten und Spenden 2850,— s)zu Lehrergehältern vn. Kapitalien. 1200,— a) Einnahme für Gemeinde Kirchbrombach 1792,08 b) Kasseanleihen (Beiträge pro 1929 von Darmstadt, Friedberg fVereine^ und Mainz) 46065,82 46065,82 In dem in Offenbach a. M. stattfindenden Gemeindetag. Zu dem diesmal in den Festsälen des Shnagogenneubaues zu Offenbach a. M. stattfindenden Gemeindetag dürften für dessen Teilnehmer einige Mitteilungen über die israelitische Religionsgemeinde Offenbach a. M. und ihre Synagoge erwünscht sein. Wir entnehmen diese der von Herrn Dr. Guggenheim-Offenbach a.M. herausgegebenen Schrift: „Aus der Vergangenheit der israelitischen Gemeinde zu Offenbach a. M.": Wie die Stadt Offenbach als politische Gemeinde in dem letzten Jahrhundert sich zu einem blühenden Gemeinwesen entwickelt hat, so kann auch die israelitische Gemeinde in Offenbach hinsichtlich ihres Alters nicht in Wettbewerb treten mit den israelitischen Religionsgemeinden von Mainz oder Worms, deren Anfänge in das frühe Mittelalter zurückreichen. Offenbach ist eine neuzeitliche Stadt. Auch die israelitische Gemeinde zu Offenbach führt in ihren Anfängen kaum vor die Zeit des dreißigjährigen Krieges zurück. Eine eigentliche Gemeinde-Geschichte ist erst für die letzten zweihundert Jahre bezeugt. Vor dieser Zeit kommen nur Enzelsiedlungen vor. Der erste Keim einer Judensiedlung wurde vielleicht von Frankfurt a. M. herübergeweht, als dort im Jahre 1614 die Juden in offenem Sturme durch Vinzenz Fettmilch und seine wilden Gesellen vorübergehend aus der Stadt vertrieben wurden. Einige Jahre darauf, vor 1623, sieht der Roßkam Lazarus Judt in Offenbach in gräflich Jsenburgischem Schutz. Nachdem er wegen der Kriegsnöte aus Offenbach hatte fliehen müssen, wird er 1628 gegen 30 Rtl. Einzugsgeld und ebensoviel jährliches Schutzgeld wieder ausgenommen. Für die nächsten 65 Jahre finden sich keine Berichte über die Anwesenheit von Juden in Ofsenbach. Erst von Graf Johann Philipp von Isenburg und Büdingen wird bezeugt, daß er am 24. April 1693 den aus Osthofen vertriebenen Daniel und Adam dreijährigen Schutz in Ofsenbach gewährt hat. In ihrem Schutzbrief wird ihnen zu Gunsten der anderen Ofsenbacher Juden verboten, Handel zu treiben. Daraus ist zu schließen, daß damals in Offenbach bereits eine gewisse Judensiedlung bestanden hat. In den nächsten 15 Jahren muß das Anwachsen der jüdischen Bevölkerung durch Zuzug und Geburtenzuwachs nicht unbeträchtlich gewesen sein; denn 1702 wurde die Schäfergasse-in Judengasse umgenannt und 1708 wurde es sogar nötig, eine eigene Judengasse anzulegen, die von der älteren „kleinen" als „große Judengasse" unterschieden wurde. Die formellen Geburtsurkunden der Gemeinde sind aber erst die Statuten von 1707 und das am 2. Januar 1708 vom Grafen Johann Philipp gewährte Privileg. Die Entwicklung zur Religionsgemeinde muß aus der allgemeinen Entwicklung' der politischen Gemeinde heraus verstanden werden. Neben den humanitären haben wirtschaftliche Motive für die Aufnahme jüdischer Familien in Offenbach gesprochen, wie diese auch die Aufnahme der französisch-reformierten Familien nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes veranlaßt haben. Das Judenprivileg von 1708 ist nicht erhalten, ebenso ein zweites vom 4. November 1715. Beide sind in einem dritten, in hebräischer Umschrift erhaltenen vom Jahre 1719 erwähnt, das in erweiterter Fassung im Jahre 1764 erneuert wurde und in dieser Ausferti- Indanthfpcn Indaithren-Staffe _ für Bekleidung, Wäsche Dekorationen Bademäntel, Badecapes, Badeanzüge Tischdecken Frottierwaren Teegedecke Nach vorstehendem Abschlüsse verbleibt keinerlei Rech nungsrest. Mainz, den 7. April 1929.! alles unübertroffen wasch*, licht-, wetterecht i Indanthren - Haus FRANKFURT G. M. B. H. KAISERSTR. 19 gez. Fraenkel, Rechner. 3

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