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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1929-02-01 · 2 (2.1929) · p. Seite 5

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
4 (1929)
Issue
2 (2.1929)
Date
1929-02-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Aus der Israelitischen I^eligionsgemeinde Mainz Kultussteuern Mainz. Mitte Februar wird das 6. Ziel der Kultussteuer 1928 gur Zahlung fällig. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, den Zahlungstermin pünktlich einzuhalten. (Postscheckkonto 9308 (Amt Frankfurt a. M.). Mainz. Au den vom Landesverband eingerichteten Kursen zwecks Ausbildung von Gemeindemitgliedern für den Vorbeter¬ und Schächterdienst beteiligen sich z. Zt. je 3 Kandidaten. Tie Leitung der Kurse haben die Herren Oberkautor Jonas und Lehrer M. Rofenberg übernommen. Mainz. Am 29. Januar konnte Herr Emil L ö Ni e n s b e r g seinen 70. Geburtstag feiern. Herr Löwensberg hat gemeinsam mit seiner Gattin wiederholt durch namhafte Zuwendungen und Störungen hiesige Wohltätigkeitsvereine und die Gemeinde bedacht; er wirkt xeil vielen Jahren im Vorstande verschiedener Wohlxätigkcitsvereine mit und gehört seit über 20 Jahren dem V o r - ir a n d e der israelitischen R e l i g i o n s g c m e i n d c M a i n z an. An den Beratungen über den Bau der neuen Hauptsbnagoge wie an den Gründungsversammlungen des Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden Hessens hat er in reger Mitarbeit teilgenornmen. — Airs den weitesten Kreisen der Gemeinde wurden dem Jubilar Glückwünsche und aufmerksame Beweise der Dankbarkeit dargebracht. Ter Verein zur Unterstützung ortsangetziirrger israelitischer Schulkinder in Mainz konnte am 11. Januar auf ölhähriges Bestehen zurückblicken. Wie das Protokollbuch des Vereins besagt, ging der Gedanke zu dessen Gründung von Herrn Gustav Schloß aus, und am 11. Januar 1879 konnte nach mehrfach vorausgcgangenen Besprechungen die Gründuugsversammlung stattfinden, in welcher die Satzungen genehmigt und der Vorstand gewählt wurde, der Herrn Schloß zum Vorsitzenden ernannte. Schon im folgenden Monat wurde in die praktische Arbeit eingetreten und eingelaufene Unterstützungsgesuche genehmig:. In dieser ganzen Zeit hat der Verein, ohne nach außen sehr hervorzutreteu, eine überaus segensreiche Wirksamkeit entfaltet. Am 7. Juni 1882 wurde Herr Lehrer Joseph Kahn sel. And. zum Vorsitzenden gewählt, welches Amt er bis zu seinen: im Jahre 1918 erfolgten Ableben mit Eifer und Hingabe ausfüllte. Seit dieser Zeit führt Herr Zacharias Weis, der schon seit 1902 dem Vorstand augehörte, den Vorsitz. Der Verein war stets bemüht, feiner Bestimmung in Weitmöglichstern Maße gerecht zu werden und hat, ohne Reichtümer anzusamnieln, seine Einnahmen inrmer in fast vollem Umfang den Unterstützungszwecken zugeführt. Das bescheidene Vereinsvermögen ist, wie in den meisten ähnlichen Fällen, der Inflation zum Opfer gefallen, aber dessenungeachtet hat der Verein nach der Stabilisierung seine Tätigkeit nicht nur fortgesetzt, sondern sogar noch erweitert. Er unterstützt nicht allein Schüler, sondern in Bedarfsfällen auch sonstige in Berufsausbildung begriffene junge Menschen, urid er gewährt irn Rahmeii seiner Mittel Erziehungsbeihilfen, wo es angebracht erscheint. In den letzten Jahren sind die an den Verein gestellten Anforderungen dauernd gestiegen, ohne daß die dafür zur Verfügung stehenden Mittel erhöht werden konnten. Der Verein bittet daher, ihm in seinem Jubiläumsjahre recht zahlreiche neue Freunde und Gönner zuzuführen, damit er weiter in der Lage ist, feiner edlen Bestimmuiig zu dienen, die sich heute mehr als je iu der ganzen Zeit seines Bestehens als eine überaus dringende Notwendigkeit erweist. Anmeldungen neuer Mitglieder, sowie Beiträge und Spenden vermittelt die Zcntralwohlfahrtsstelle der Israelitischen Religionsgemeinde Mainz. Bedenket bei der srreugeii Kälte die Zentralwohlfahrlsstelle der israelitischen Religionsaemeinde Mainz mit Geldspenden; sie bedarf derselbeii dringend. Büro Hindentzurgstrasre 44. Baukkoiito: Commerz- & Privatbank Filiale Mainz. Postfcheckkolito: Kaffe der isr. Religionsgemeinde Mainz, Ariit Frankfurt 0308. Mainz. Der jüdische Jugcndvereiu Mainz veranstaltete am 8. Dez. seine Ebanukkahfeier in den Räuinen des Gutenbergkasino. Voii jung und alt aus allen Kreisen der Gemeiiide stark besucht, verlief sie ixt so gemütlicher, gehobener Slimmuiig, daß alle Teiliiehnier sich wie in e i n e r großen Familie beisammen fühlten. Auch von umwohnenden Jugendbünden waren Vertreter anwesend. -- Ein der religiösen Bedeutung des Tages angepaßter ernster Teil leitete den Abend ein. In der Begrüßungsansprache betonte Dr. Picard den bewußten Willen des J.J.Ver. zum Judefein; jüdisches Leben in seinen eigenen Reihen und in der Gemeinde überhaupt zu wecken und zu pflegen sei ihre Aufgabe. Tiefe Chauukkahfeier leite ein Arbeitsjahr ein, in dem der Verein feinem 20jährigen Bestehen entgegengehe. Rach dem Anzünden der Lichter durch Herrn Kantor London wurde gemeiufain Moaus zur gesungen. Heinz Gochshcimer sprach ausdrucksvoll einen Prolog, der die junge Generation für die jüdische Zukunft auf den Plan rief. Und in begeistert ausgenommener Rede knüpfte Herr Rabbiner Dr. Levi au die Ehanukkahhymne an und deutete in geistvoller Weise das Wunder des Oeles um auf die der Jugend aufgegebene Erneuerung jüdischen Geistes. -- Der anschließende heitere Teil des Programms brachte hervorragende Darbietungen einiger Mitglieder auf dem Gebiet der Kleinkunst. In flottein Tempo und sich steigernder Einschlagskraft folgten, von Ernst Neuburger angesagl und witzig eingeführt, Tanzgruppen, Exentrics, Gesang, Vorträge heiterer Art, jedes eixx Schlager für sich. Allen Mitwirkenden, deren Namen das Programxn aufwies, gebührt ehrlich verdientes Lob, und reicher Beifall lohnte die Bemühungen der jungen Künstlerinnen und Künstler, die in Verbindung mit dem Vergnügungsausschuß bewundernswerte Arbeit geleistet haben. Ihre Leistungen übertrafcn bei weitem das von Liebhabern sonst meist Gevotene. — Mit Gaben schön und reich ausgestattet war die Tombola, die jeden Losinhaber beglückte. Allen Spendern der Gelvinne sei der Dank des J.J.B. an dieser Stelle ausgesprochen. — Als kurz nach 11 Uhr unter den Klängen einer flotten Kapelle der Tanz begann, bewegte sich jung und alt in edlem Wettbewerb und in bester Stimmung, und vom Abend befriedigt schied man in früher Morgenstunde. Seine Winterarbeit hat der J.J.V. im November mit neuer Kraft ausgenommen. Die Heimabende sind stets in erfreulicher Zahl besucht; sie waren zunächst der (Besprechung allgemeiii interessierender Fragen gewidmet (Wirtschafts-, naturwifsenschaftl. uiid pädagogische Fragen«, wie die hier veröffentlichten Programme zeigen. Die Schachabende boten Anfängern und Fortgeschrittenen Gelegenheit zur Unterhaltung und hatten guten Zuspruch. In regelmäßigen Abständen fanden Freitagaberidfeiern statt, zu denen sich unsere jungen Menschen am gedeckten Tisch zusammcnfanden, wo sie Kiddusch hörten, den Wochenabschnitt besprachen, gemeinsam Sabbatlieder sangen und benschten. Sie bilden einen wesentlichen Teil unserer jüdischen Erziehungsaufgaben. 5

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