Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 3 (1928)
- Issue
- 9 (9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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^September )92$| , 3Jat)tg.,(flr.9f :W 'r^rr^r^r^:^- <k MMmigslilalt des Landesverbandes der iMitifrtien lkleligionsgemeinden Sjestens h 1 -.— .. Ditfte Statt rrfrtjrint monatlich und geht den ßllit* gliedern unentgeltlich zu. * krscheinungsort IDoinj. E )!!W H iuschriften: Main>, lhindenburgstrahe ßlr. 44 Schriftleitung: Sabbiner vr. S. tevi, Slainz &"£ n linrmnmü rratviJ r An die deutschen Juden! ald werden Rosch Haschonoh und Jom Hakippurim zum Gotteshause rufen und zu stiller Feier in den jüdischen Häusern. / Aber ihr Aufruf zur Besinnung, zur Einkehr und Um* kehr findet in unserer Mitte nicht mehr überall Gehör. Mancher ist gleichgültig, mancher ist seinen Brüdern und dem Gott seiner Väter fremd geworden. Andere sind unter der Last der Arbeit erdrückt. Die Zeit scheint dahin zu sein, da die geschlossenen Geschäfte der jüdischen Raufleute an Sabbathen und Festtagen, am Rosch Haschonoh und Jom Hakippurim ein stummes aber eindringliches Bekenntnis zu Gott und zum Judentum vor aller Welt ablegten. Aus dieser Unfähigkeit, unsere heiligen Tage zu feiern, sprechen Not und Druck der jüdischen Seele. / Unsere Verantwortung, unsere Sorge bewegt uns deutsche Rabbiner zu einem ernsten Wort an die deutschen Juden. Genug des Leids, daß so vielen von uns der Sabbath, dieser (Quellpunkt unseres Familienlebens, die Wurzel der edelsten Tugenden unserer Gemeinschaft, der Tag unserer Seele, das Wahrzeichen unseres Glaubens, verloren gegangen ist. Sollen nun auch die ehrfurchtgebietenden Tage dem Materialismus mehr und mehr zum Opfer fallen? Die „Tage der Umkehr" nahen. Möchte ein jeder den willen und den weg finden, die heiligen Tage ganz und ungeschmälert zu feiern. Möchte jeder jüdische Geschäftsinhaber seine Angestellten von jeder Arbeit an den hohen Tagen befreien. Möchten die Treuesten der Treuen, denen es ein tiefes Bedürfnis ihres Herzens ist, der religiösen Pflicht gemäß Sabbathe und Feste zu feiern, weitherziges Verständnis bei allen in Betracht kommenden jüdischen Persönlichkeiten finden. /Euch alle aber bitten wir: Setzt alles daran, daß unsere Ruhe- und Festtag. unserer jüdischen Gemeinschaft erhalten bleiben. Die Treue zum Judentum fordert Opfer. Aber ihr Lohn ist eine Ruhe des Gewissens, das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht, die Festigung und Erhöhung des Judentums. / Im Geiste eng mit Euch allen verbunden, wünschen wir Euch den Segen der heiligen Tage. „Möge alle Sorge von Euch weichen; die Freude an Gott bleibe die (Quelle Eurer Rraft!" Der Vorstand des RabbLnerverbandes Ln Deutschland.