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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1928-06-01 · 6 (6.1928) · p. Seite 11

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
3 (1928)
Issue
6 (6.1928)
Date
1928-06-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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spricht eine Freude' an alter Ueberlieferung und an Familieneigentümlichkeiten, . die in jüdischen Leserkreisen sicherlich Verständnis finden wird. Den Freunden solcher Forschung sei das Werk warm empfohlen. Merzbach, Dr. Arnold: Zeitkultur und jüdische Erziehungsgemeinschaft. Verlag I. Kauffmann, Frankfurt a. M., 1928. 36 S. Preis drosch. 1,20 RM. . In dieser Schrift ist ein Referat, welches am 27. Dez. 1927 auf dem, Frankfurter Bundestag der „Agudas Jisroel"-Jugendorganifationen gehalten wurde, im Druck festgelegt. Sie wendet sich an den orthodoxen Jugendkreis, ausgehend von einem an Rabbi Akiba's Leben anknüpsendes Ereignis, durch welches die Auseinandersetzung zwischen Judentum und Umweltkultur illustriert und die Möglichkeit einer Stellungnahme in der Gegenwart aufgewiesen wird. Der Aufruf an die Zeit, von zahlreichen geistigen Führern des Judentums wiederholt erhoben, wird vom Autor aufgegriffen, er mahnt zur Umkehr, zu einer ernsten Lebensbetrachtung und einer gewissenhaften Lebensg e ft a l t u n g auf Grund der jüdischen L ehr e. Diese Mahnungen greifen über den engeren Kreis der Jugend hinaus und geben auch der älteren Generation zu denken über die Zwiespältigkeit des heutigen Menschen. Literarische und wissenschaftliche Belege aus den verschiedensten Gebieten werden herangezogen und geben den ernsten Untersuchungen über ewige Fragen ein zeitgemäßes Gewand. Harry, Miriam: Das kleine Mädchen von Jerusalem, Roman eines Kindes. Aus dem Französischen von Z. Holm. Verlag Heine- Bund, Berlin, 1928, 280 Seiten. Ter Heine-Bund hat wieder ein gut ausgestattetes Buch herausgegeben, betitelt „Das kleine Mädchen von Jerusalem". Die Verfasserin, Miriam Harry, stellt ihre eigene Jugend dar an der Gestalt der kleinen Ziona, der Tochter eines getauften russischen Juden und einer hessischen Psarrerstochter. Vom Vater vererbt ist ihr die Phantasie, der Sinn für Schönheit, von der Mutter die praktischen Gaben. Die äußeren und inneren Erlebnisse des kleinen Mädchens in Palästina bis zur Abreise nach Europa sind packend geschildert. Die geistige Entwicklung der kleinen Ziona wird mit Vertiefung in einer lebendigen, 'manchmal spöttisch-liebevollen Weife dargetan. Ziona, dieses Kind des „Heiligen Landes", hält sich nicht für fromm, ist es aber unbewußt ihrer ganzen Natur nach, doch in der besonderen Art', daß sie sich an ein Schema nicht binden kann. Die Schönheit der orientalischen Heimat Miriam Harry's ersteht bildhaft vor dem Leser durch die ausdrucksvolle Sprache des Buches, das nicht nur die jüdische Literatur bereichert. Eohn, Emil Bernhard: Die Legende von Rabbi Akiba. Verlag I. Kauffmaiiu, Frankfurt a. M., 1928, 34 Seiten, kartoniert 1, — RM., geb. 2,— RM. Dieses Bäiidchen ist in der unter Mitwirkung der Jugendschriftenkommission der Großloge für Deutschland eröffneten jüdischen Jugendbücherei als 2. Bändchen der 2. Reihe erschienen. Die Legende von Rabbi Akiba ist bereits in dem bei Georg Müller in München verlegten „Legenden" des Verfassers enthalten. Sie verdient aber diesen Sonderdruck, weil sie unter den von allen Altersstufen der Jugend gern gelesenen jüdischen Legenden des Verfassers mit die packendste, die im Gemüt anregende und jüdisches Interesse weckende ist. Ausbau und Sprache sind in gleicher Weife lobenswert. Durch diese Neuerscheinung ist unserer Jugend wieder ein gutes Buch gegeben. Jahresbericht des Rabbinerseminars zu Berlin für 1925, 1926, 1927, erstattet vorn Kuratorium. Selbstverlag des Seminars, Berlin, 1928. Dieser Jahresbericht gibt Rechenschaft über den Lehrbetrieb am Berliner Rabbinerseminar für die Jahre 1925, 1926 und 1927; er berichtet über Personalia aus dem Kreis der dem Seminar nahestehenden Familien, gibt Aufschluß über die Entwicklung der Seminar-Bücherei sowie des Vermögensstandes und enthält schließlich eine wissenschaftliche Arbeit von Dr. Moses Auerbach über „Die Erzählung von den vier Gefangenen", durch welche der Autor den Nachweis unternimmt, daß dem Berichte des Rabbi Abraham ben David über die vier Gefangenen die Geschichtlichkeit nicht abgesprochen werden könne. Ter „Morgen", Herausgeber und Schriftleiter Dr. Julius Goldstein, Darmstadt. Philo-Verlag, 4. Jahrgang, 1928, 1. und 2. Heft. Diese führende Zeitschrift auf dem Gebiete der neuzeitlichen jüdischen GeisteskuUur hat ihre ersten Hefte des 4. Jahrgangs veröffentlicht. Sie enthalten Abhandlungen folgender Autoren: Rudolf Hallo, Th. Steinbüchel, R. Travers Herford, Regina Barkan, Else Schubert-Christaller, Kurt Zielenzieger, Arturo Bab, Julius Goldstein, Raimund Eberhard, Margarete ^usman, E. Michaelis, B. Segel, H. Heinrich, A. Grotte, I. Ellbogen, <o Loewenberg, Berta Pappenheim, P. Lazarus, Felix Perles. Die Namen der Mitarbeiter, wie deren Arbeiten selbst, beweisen, daß der in den ersten drei Jahren gewählte Weg auch im neuen Jahrgang eingehalten werden soll, nämlich Fragen der Zeit von höherer Warte aus zu erfassen und so zu gestalten, daß der Fachgelehrte und Kenner klärende Anregung und auch der Laie geistige Förderung empfängt. Die Zeitschrift verdient dauernd wachsenden Leserkreis. Jüdische Schwänke, Verlag N. Löwit, Wien I, 1928, 269 S. Preis brosch. 3,50 RM, geb. 4.50 RM. Dr. Max Präger und Dr. Siegfried Schmitz haben in Anlehnung an das von Dr. Immanuel Olsvanger herausgegebene „Rosinkes mit Mandlen" (aus der Volksliteratur der Ostjuden) eine Auswahl jüdischer Witze, Schwänke und Anekdoten neu bearbeitet; diese Bearbeitung ist insbesondere mit Rücksicht auf den deutschen Leser erfolgt, d. h. die Sprache der Erzählung ist weitgehend von allgemein jüdischen und Jargon-Ausdrücken gereinigt. Für den Kenner ist die „Blume" des Witzes dadurch zwar farb- und duftärmer geworden; er wird sich aber durch diese Methode in weiteren Kreisen leichteres Verständnis gewinnen. Freunde eines volkstümlichen Humors werden sich durch die Lektüre des Buches manche heilere Stunde verschaffen können. Weitere Büchereingänge, deren Besprechung wir uns für eine der nächsten Nummern Vorbehalten: I. Kracauer: Geschichte der Juden in Frankfurt a. Main. (1150—1824), 2. Band, Verlag I. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1928. Laster, Tr. Emanuel: Die Kultur in Gefahr. Verlagsgesellschaft Siedentop u. Co., Berlin, 1928. Weinberg, Dr, M.: Geschichte der Juden in der Oberpfalz, 4. Sulzbürg und 5. Herzogtum Sulzbach. Kommissions-Verlag der Ewer-Buchhandlung, München, 1927. R. Travers Herford, B. A.: Die Pharisäer. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen von Dr. Walter Fischel, Verlag Gustav Engel, Leipzig, 1928. Tänzer, Dr. A.: Die Geschichte der Juden in Jebenhausen und Göppingen. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 1927. Freudenthal, Dr. Max: Leipziger Meßgäste, Die jüdischen Besucher der Leipziger Messen in den Jahren 1675—1704. Geschäftliches. Tie Darmstädter Tapeten-Jndustrie Christian Schepp, Darmstadt, Soderstraße 19—21, welche im Inseratenteil sich als Spezialfirma für Tapeten und einschlägige Artikel in Empfehlung bringt, gilt auf diesem Gebiet als eine der bekanntesten und reellsten Firmen. Der Bezug bei der Firma Schepp, Tarmstadt kann daher nur empfohlen werden. Jüdischer Iugendverein Mainz a.Rh. Heim: Gemeindehaus, Gabelsbergerstraße. Jnniprogramm. 3, Juni, Sonntag: Führung durch die Ausstellung „Ter Mensch in gesunden und kranken Tagen". Leitung Dr. med. Picard. Verbilligte Eintrittskarten durch den JJV. am Eingang. Treffpunkt 10 Uhr vormittags vor dem Haupteingang der Stadthalle. — Diese Führung ist auch allen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde zugänglich. 4. Juni, Montag, 8% Uhr abends: Heim- und Spielabend. Besprechung über den Gymnastikkurs von Else Schwarzschild und Entgegennahme weiterer Meldungen. 6. Juni, Mittwoch, 614 Uhr morgens: Ghmnastikkurs Else Schwarzschild in der Badeanstalt Watrin am Kaisertor. 7. Juni, Donnerstag, 8% Uhr abends: Heimabend von Ernst Hirsch über „Das Gesicht, des Jahrhunderts", Leitung Max Tchornicki. 10. Juni, Sonntag, 8—10 Uhr vormittags: Gemeinschaftliches Rudern. Leitung Walter Kramer. Treffpunkt 8 Uhr vormittags Bootsanstalt Proof im Winterhafen. Eine Verantwortung seitens des Vereins, für die Teilnahme an dieser Veranstaltung wird ausdrücklich abgelehnt! 11. Juni, Montag, 8% Uhr abends: Außerordentliche Mitgliederversammlung. Thema: Bericht über Dresden", erstattet von den Delegierten des Vereins. 13. Juni, Mittwoch, 614 Uhr, morgens: Ghmnastikkurs Watrin. 14. Juni, Donnerstag, 8% Uhr abends: Heimabend. Leitung Josef Kahn. Thema wird noch angegeben. 17. Juni, Sonntag, Treffpunkt 148 Uhr pünktlich vormittags Hauptbahnhof: Treffahrt mit Wiesbaden, Oestrich — Hallgarter Zange — Mapperschanze — Ernstbachtal —Braubachtal — Obergladbach — Bad-Schwalbach. Führung Josef Kahn. 18. Juni, Montag, 8% Uhr abends: Liederabend. Leitung Paul Wolf. — Es wird gebeten, Liederbücher, insbesondere den Zupfgeigenhansel, mitzubringen, ebenso Klampfen. 11

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