Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 3 (1928)
- Issue
- 5 (5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Willen, in edlem Wetteifer mit ihren christlichen Volksgenossen zum Wohl des Ganzen ihre Tüchtigkeit und ihre Gaben zu betätigen. Erschweren wir ihnen dies nicht durch Geringschätzung, Gehässigkeit und falsche Beschuldigungen! Wer aus der Geschichte das Wesen des Judentums zu deuten vermag, vor dessen Geist steht es als eine kultur- und religionsgeschichtliche Erscheinung, die mit Ehrfurcht erfüllt." Möge das treffliche Buch den hohen und edlen Zweck erfüllen, um dessentwillen es verfaßt wurde. Möge es vor allem recht viele christliche Leser finden, für die es bestimmt ist. Aber auch jüdische Leser sollten ihm nicht fehlen. Denn auch diese können aus ihm vieles lernen, wenn sie auch begreiflicherweise je nach ihrer religiösen Einstellung da und dort einzelne Persönlichkeiten und Geschehnisse der jüd. Vergangenheit anders werten und beurteilen werden, als es der Verfasser tut. Rabbiner Dr. Holzer, Worms. Kuhn, Heinrich: Kulturprobleme der Gegenwart. (Horodifch n. Marx, Verlag, Berlin; 46 S.) Dieses Heft soll die Zusammenfassung einer vom Verfasser in den Organisationen des deutschen Mittelstandes gehaltenen Vortragsreihe bilden. Ob der Mittelstand durch die rein theoretischen, abstrakten Ausführungen des Herrn Kuhn wirklich eine Besserung seiner elenden Lage erfährt und auf dem von chm eingeschlagenen Wege „wieder" zu ernster Gedankenarbeit („in weitesten Schichten des Volkes"!) angeregt wird, mutz man sehr stark bezweifeln. Mit mehr oder minder geistreichen und peinlich genau formulierten Gedanken über Kultur und Religion läßt sich die Situation des Menschen im Sein schwerlich regulieren und ändern. Der Verfasser sieht in dem Kulturproblem der Gegenwart ein Wertproblem und sagt: „Dem modernen Menschen ist der Wertsinn, das Verständnis, richtig zu werten, verloren gegangen." Eine Behauptung, die durch nichts bewiesen wird und bewiesen werden kann. Es ist vielmehr de facto doch so, datz jede Gegenwart ihre e i g e n st e n Wertungen hat. Und was heitzt denn, „richtig" werten? Nirgends gibt der Verfasser in seiner Schrift eine klare Antwort auf diese entscheidende Frage. Herr Kuhn glaubt, logisch-mathematisch vorzugehen, und zieht sich dann, als er dieser unabweisbaren Fragestellung nicht mehr ausweichen kann, in ein Jenseits seiner „über das Diesseits triumphierenden Seele" zurück und sagt: „Credo gnia absurdum (Ich glaube, weil es denkwidrig ist)". Es rjt durchaus unerfindlich, woher der Autor die absoluten Regulative für seine „richtigen" Wertungen hat. Die gibt's einfach nicht! Gegenüber dem unaufhaltsamen Strome werdenden Lebens, gegenüber Gott versagen alle von außen herangeschobenen „Wertungen". Aus dem Leben heraus handeln, lebendig handeln, das ist das Einzige, was zu einer „Lösung" führen kann. Auf diesem Wege kommt man denn auch zu der wichtigsten Feststellung, die schon oft von berufener Seite ausgesprochen wurde, und die der Verfasser nur von weitem ahnt: Das Problem der modernen Kultur ist ein religiöses. Renö Hartogs. Stern, Alfred: Der Einfluß der Französischen Revolution ans das deutsche Geistesleben. (Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart; 248 S.; geb. Jl 8,50). Viel richtiger und treffender hätte der Verfasser sein Buch genannt: Lexikon von Aussprüchen deutscher Schriftsteller über die französische Revolution. Eine Unmenge von historischen und literaturhistorifchen Daten und Tatsachen ist hier zufammengetragen in fleißiger, gründlicher und logisch konsequenter Arbeitsweise. Was der und jener Held der deutschen Literaturgeschichte, auch was Goethe und Schiller, Herder und Wieland, Fichte, Kant, Hegel und Schelling über die französische Revolution gesagt haben, zu wem und wann sie ihren Ausspruch getan haben, ist ganz genau wiedergegeben und aufgestellt. Das Ganze ist chronologischschematisch eingeteilt und soll, wie das Buch auf dem Umschlag sich selbst anpreist, eine „geistesgeschichtlich groß angelegte Darstellung der weltbürgerlichen und nationalen Strömungen Deutschlands in ihrer Auseinandersetzung mit den Ideen der französischen Revolution" sein. Erstens aber wirkt sich ein geistig-kulturelles Geschehnis, wie es die nicht nur geschichtlich einzuordnende frauzösische Revolution darstellt, doch nicht bloß in Aussprüchen einzelner prominenter Männer über dies Geschehen aus. Zweitens endet der Einfluß der französischen Revolution auf das „deutsche Geistesleben" nicht mit 1814, sondern dauert gewiß bis zur Gegenwart fort, wobei der Begriff „deutsches Geistesleben" doch mehr als die deutsche Literaturgeschichte und ihre Vertreter umfasseu miiß. Dagegen ist dies Buch als Nachschlagewerk ganz gut zu gebrauchen. Aber das, was der Titel verspricht, hält es nicht. , i Üi; Renö Hartogs. Jüdischer Iugendverein Mainz a. Rh. Programm für den Monat Mai 1928. Donnerstag, den 3. Mai, 8}4 Uhr abends pünktlich: Sitzung des Erziehungsausschusses im Heim. Sonntag, den 6. Mai: Fahrt nach Wiesbaden, Trompeterweg, Niedernhausen. Treffpunkt Mainz Hauptbahnhof 8.10, (Führung Paul Wolf.) Montag, den 7. Mai (Lagbeomer!), 8% Uhr abends: Heimuttb Spielabend im Heim. (Leitung Renö Hartogs.) Donnerstag, den 10. Mai, 8% Uhr abends: Heimabend: (Leitung Max Tchornicki.) Montag, den 14. Mai, 8% Uhr abends: Heimabend. (Leitung Paul Wolf.) Mittwoch, den 16. Mai, Maitour. Pünktlich X>5 Uhr vormittags Treffpunkt auf dem Brückenkopf Mainz. (Führung Dr. Picard.) Sonntag, den 20. Mai: Fahrt in den Hunsrück über Rüdesheim. Treffpunkt 7.10 Uhr Hanptbahnhof Mainz. (Führung Max Tchornicki.) Zugleich Treffahrt mit Bingen! Montag, den 21. Mai, Pünktlich 8% Uhr abends im Heim: Heimabend unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. Levi: Ueber Feiertagsvorschriften. Samstag, den 26. Mai (Nacht). Abfahrt nach Dresden zum Delegiertentag des Verbandes. Näheres wird den Teilnehmern noch bekanntgegeben. 27. und 28. Mai (Pfingsten): Delegiertentag in Dresden. Am 27. und 28. Mai findet die 7. Telegiertentagung des Verbands der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands in Dresden statt. Sie wird zu einer großen Kundgebung des Verbandes und feiner Vereine werden, um so mehr, als Dresden in großzügigster Weise die Vorbereitungen dazu trifft und für freie Unterbringung und Verpflegung der Delegierten Sorge trägt. Die Tagung selbst steht im Zeichen des Themas: „Unser Weg in die Wirklichkeit". Ein grundsätzliches Referat: „Die Verwirklichung der Persönlichkeit in der sachlichen Arbeit" wird die Bedeutung der objektiven Erziehungswerte für die Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen unserer Tage darslellen. In den der praktischen Arbeit gewidmeten Referaten wird das „Mindesterziehungsprogramm" der Bünde überprüft und die „Aufgabe der Jugend in der Gemeindearbeit" Achtung nur Flachsmarkt Teppiche jeder Art Klein- und Grofj-Verkauf „reit 1830" Erster deutscher Teppidt Wir empfehlen Ihnen unsere hochfeinen Kaffees sorgfältigst zusammengestellt ff. Tee, Kakao Pralinen Hamburger Kaffee Lager Thams & Garfs MaillZ* Lotharstr. 19 P. A. Stoss Nachf., Mainz Ludwigsfrafce 2S/10 / Fernruf 4107 Gummiwaren * Bandagen aller Art Sämtliche Artikel zur Kranken- und Gesundheitspflege Damen- und Herren-Bedienung Ma&abteilung 8