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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1928-03-01 · 3 (3.1928) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
3 (1928)
Issue
3 (3.1928)
Date
1928-03-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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SE nv--rr>-rr>-:r^rr>-:r>.-^: , .Mrg.Zr.Z i :Wr<5r^rr^rr^rr^r»<r: des Landesverbandes der israelitischen illeligionsgemeinden »jessens p ..."3:i:x .. 1 t Vikses Statt erscheint monatlich und geht den Will Luschriften: {lUainj, HindenburgstraKe |flr. 44 gliedern unentgeltlich >u. * krscheinungsort ftlainj. Ill Schriftleitung: Rabbiner Dr. S. itoi, ßllainj r- - 1 Q]i:iC . — 1 '1 Hamansgeist. Volt Rabbiner Dr. Erich B i e n b e i nt, Darmftadi. Es ist wohl allgemein bekannt, daß unser Eftherbucb besonders von nichtjüdischen Historikern und Theologen ab sprechende Beurteilung erfährt. Es sei eine „Erzählung, die uns durch die Feier einer ungezügelten Rache nur abstoßen kann." Nun haben selbst Lehrer des Talmuds die Schwächen des Werks nicht übersehen und nicht verkannt, wie groß für jüdische Leser die Gefahr der Selbstgerechtigkeit ist. Aber das darf gesagt werden: man hat nicht das Recht, Selbstverteidigung gegen mordlustige, beutegierige Pöbelhaufen mit Rache zu bezeichnen. Jedenfalls hat jene Art von Kritik nicht daran hindern können, daß Purim ein rechtes Volksfest geworden ist, daß der Inhalt von Megillath Esther auch dem heutigen Geschlecht eine vertraute Erzählung geblieben ist. Es muß schon so sein, daß in ihr Gedanken anklingen, die auch dem Juden der Gegenwart etwas zu sagen haben und ihm Probleme unserer Zeit zu deuten vermögen. Es wird uns erzählt, wie der König Ahasveros von Persien den Günstling Haman zum obersten Beamten des Reiches erhoben hatte. Von diesem Augenblicke gebührte auch ihm alle Ehrerweisung, auf die der Machthaber in einem despotisch regierten Lande Anspruch erheben konnte. Alle Diener des .Königs beugten vor Haman die Knie und warfen sich vor ihm nieder, ganz wie es der König befohlen hatte. Nur einer, der Mann Mordechai, weigerte sich, so zu tun, weil er ein Jude sei. Da ward Haman voller Zorn. Es schien ihm aber zu verächtlich, an Mordechai allein Hand anzulegen, er wollte alle Juden des Reiches mit Mordechai vernichten. Doch er be-. saß nicht die Befugnis, solch ein bedeutungsvolles Vorhaben eigenmächtig auszuführen, er bedurfte dazu der Einwilligung des Königs. Haman wußte ganz genau, daß er die Erlaubnis des Herrschers nur erhalten würde, wenn er die Vernichtung des Volkes als verdient und berechtigt hinstellen würde. So trat er vor Ahasveros und sprach: „Da ist ein einzig Volk unter die Völkerschaften aller Provinzen deines Reiches verstreut und doch von ihnen getrennt. Ihre Satzungen sind von denen jedes anderen Volkes verschieden und die Gesetze des Königs besolgen sie nicht, so daß es dem König keinen Vorteil bringt, sie zu dulden." Sind das nicht dieselben Vorwürfe, die auch heute noch der Judenfeind uns entgegenschleudert? Sind es nicht im wesentlichen dieselben Argumente geblieben? Wie oft sie auch widerlegt wurden, sie tauchen immer wieder auf. Immerhin gab es auch schon damals in Persien Menschen genug, die sich das Gefühl für Gerechtigkeit und Menschenliebe bewahrt hatten. Das einfache Volk, das mit den Juden bisher im engsten Einvernehmen gelebt hatte, dachte über sie anders wie Haman. Als der Befehl, alle Juden zu töten, ergangen war, „setzten der König und Haman sich nieder zum Trinken, die Stadt Susa aber geriet in Bestürzung." Der Mann des Volkes war den Juden nicht mißgünstig gesinnt, er fühlte, daß hier ein offenbares Unrecht geschehen sollte und war bestürzt. Seine Bedenken galt es zunächst zu zerstreuen, um dann durch Hetze und Verleumdung seine niedrigsten Instinkte wachzurufen. Der Midrasch will nun diesen tückischen Hamansgeist noch genauer kennzeichnen und stellt deshalb Mutmaßungen über den Wortlaut der Briefe an, die von den königlichen Schreibern zur Vorbereitung der Vernichtungsmaßnahmen in alle Provinzen des Reiches entsandt wurden. „Friede mit euch ohne Ende!" so soll das Schreiben begonnen haben. „Ein Mann aus königlichem Geblüt ist um eine kleine, leichte Bitte hinsichtlich eines von allen verachteten Volkes eingekommen, das Böses sinnt, dem König ständig flucht und hartherzig den verleugnet, der ihm gutes getan hat." Und dann folgt eine Darstellung der jüdischen Geschichte, wie sie sich in den Köpfen der Judenfeinde malt. „Der arme Pharao empfing die Kinder Israel freundlich in Aegypten und speiste sie in den Zeiten

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