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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1928-01-01 · 1 (1.1928) · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
3 (1928)
Issue
1 (1.1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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seine äußere wie innere Ausstattung außerordentlich geeignet, den Lesern weitgehend Einblick und Anregung zu geben. R. HartogS. Höxter, Dr. Julius: „Quellenbuch zur jüdischen Geschichre und Literatur", 2. Teil: Spanien, erschienen im Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. M., 1928, 132 Seiten in Leinwand gebunden, Preis 1,80 RM. Auf diese Neuerscheinung aus der Feder des bewährten Frankfurter Schulmannes hatten wir in der Dczembernummer unseres Mitteilungsblattes bereits kurz hingewiesen. Nachdem der dritte Band dieses Sammelwerkes als Hilfsbuch für den jüdischen Geschichtsunterricht die literarischen Belege, für das Leben der Juden in Deutschland im Schulbetrieb schnell Eingang gefunden hatte, wird nunmehr durch diesen zweiten Band auch die Geschichte der Juden in Spanien durch Quellenmaterial treffend illustriert. Höxter schafft dadurch den Lehrern und den Schülern in äußerst dankenswerter Weise die Möglichkeit, die geistigen Strebungen und die gedankliche Einstellung der führenden Vertreter jener Zeitepoche an ihren originalen Darstellungen, wenn auch in deutscher Uebersetzung, kennen zu lernen und für eine Vertiefuna jüdischen Wissens zu benützen. Ter Schüler unserer Tage ergreift dankbar die Möglichkeit, Tatsachenmaterial kennen zu lernen, was ja nicht zu bedeuten braucht, daß er durch trockene Daten gelangweilt wird. So hat Höxter sich ein neues Verdienst erworben; der Abschluß seines dankenswerten Sammek» Werkes wird in Lehr-Fachkreisen mit Spannung erwartet. Rosenthal, Bertbold: „Heimatgeschichte der badischen Juden seit ihrem geschichtlichen Auftreten bis zur Gegenwart", verlegt bei Konkordia A.-G., Bühl in Baden, 1927. 532 Seiten. In sechs großen Abschnitten sainmelt und sichtet der Herausaeber die Materialien für die Heimataeschichte der badischen Juden. Von den ersten Ansiedlungen der Juden am Rhein, etwa im Jahre 300. bis in die Zeit der nachrevolutionären Umgestaltung im Jahre 1918 wird die Geschichte der Juden, welche in Gemeinden und Landgebieten des heutigen Baden wohnten, mit Sorgfalt und Emsigkeit aneinandergereiht. Bereits vorhandene Literatur über dieses Geschichtsgebiet wird sorgsam und mit Geschick herangezogen, Dokumente und Archivalien aus den entlegensten Aktensammlungen werden aufgewielen und dem Zwecke dienstbar aemacht, so daß daraus ein abschließendes. monographisches Gesamtwerk erwächst. Vielleicht wird der weniger geübte Leser durch die Fülle des Materials am leichten lektürenhaften Zugang zum Gesamtbild dieses Werkes etwas gehindert; das unbestreitbare Verdienst Rcnentbals bleibt es aber, in seinem Werke das Buch über die Heimataeschichte der badischen Juden geschaffen zu haben. Und gerade die Fülle des beiaebrachten Materials, welches durch ein sorgfältiges Namens-, Orts- und Sachregister leicht zugänglich wird und welches durch aktenmäßige Beilagen und durch Bildermaterial illustriert wird, gibt der Versgsi'er die Möglichkeit, wesentliche Details kennen zu lernen und die Verbindungsräden mit der außerbadi''chen Judengeschichte z„ verfolgen. Durch das Einaeben auf die Einzelheiten im Persönlichen und Sachlichen hat der Verfasser zugleich eigen Beitrag zur allgemeinen jüdischen Geschichte, zur Kulturgeschichte der Juden und auch zur allgemeinen Kulturgeschichte gegeben. Die jahrelange Forscherarbeit. der sich Rosenthal für die Herausgabe dieses Werkes nnierroaen baben muh. ist durch den Erfolg gelohnt. Der badischen ^udenbeit ii't ein Werk geschenkt worden, auf welches sie stolz sein kann, die Gesamtjndenheit freut sich dankbar mit an dieser Veröffentlichung. Wir hoffen, daß dieses Buch Anregung und Vorbild werde für Veröffentlichungen ähnlicher Art in außerbadischen Gebieten des deutschen Judentums. In einem im Jahrbuch der Jüd. Literarischen Gesellschaft und auch als Separatabdruck erschienenen Aufsatz berichtete Herr I. Lebermann über Jüdische Gchnl- und Hehrerverhältnisse in Hessen vom Anfang des vorigen Jahrhunderts bis zur Gegenwart. — Mit diesen Zeilen soll von einer Besprechung der historischen Darlegungen, die wir in unserem Mitteilungsblatt aus der Feder des Herrn Lehrer Marx-Gießen in anderer Darstellung gebracht hatten, abgesehen werden, vielmehr lediglich auf den der Darstellung angereihten Schlüßpassus eingegangen werden. Der Verfasser tritt für ein der Verantwortung bewußtes, solidarisches Zusammentreten unbeschadet der religiösen Verschiedenheit zur Lösung von wirtschaftlichen und sozialen Fragen, also zur Erhaltung der Gemeinden und ihrer Institutionen, ferner zur Stützung der Lehrer und ihrer Hinterbliebenen ein. Es sei hiermit festgestellt, daß ein solcher Zusammentritt mit der Begründung des Landesverbands der israelitischen Religionsgemeinden Hessens bereits bewirkt wurde, daß dieser Verband sich nur Aufgaben der oben bezeichneten Art gestellt hat, daß er mit Fragen des Kultus und Ritus sich nicht beschäftigt und nach seiner Verfassung sich nicht beschäftigen darf, daß es also nicht zutrifft, daß im Freistaat Hessen die Judenheit nach den beiden religiösen Richtungen getrennt organisiert ist. Tatsächlich gehören dem Qberrat des Landesverbands orthodoxe Mitglieder und dem Landesverbände der israelitischen Religionsgemeinden Hessens selbst eine große Anzahl orthodoxer Gemeinden, darunter solche von ansehnlicher Größe, an. Was den Appell des Herrn Lebermann an die leistungsfähigen Gemeinden anbelangt, so sei darauf hingewiesen, daß dem Landesverbände der israelitischen Religionsgemeinden Hessens die überwiegende Mehrheit der Religionsgemeinden, mehr als drei Vierteile der Religionsgemeinden mit mehr als 100 Seelen, als Mitglied angehören, und daß damit weit mehr als drei Viertel der gesamten hessischen Judenheit in dem Landesverband organisiert sind. Ter Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände, der sich zur Aufgabe gestellt hat, die jüdische Jugend zu gemeinsamer Arbeit zusammenzuschließen, hat soeben die 2. Nummer seiner Mitteilungen berausgegeben. Sie enthalten u.a. Angaben über die organisatorische Tätigkeit, sowie Programmpunkte über die soziale und geistige Arbeit des Reichsausschusses. Offenbacher Haggadah, herausgegeben von Dr. Guggenheim. Qffenbach a. M. Verlag des Herausgebers. 1927. Wenn man auf dem letzten Blatt dieses Buches liest: „Von dieser Haggadah kommen dreihundert Stücke in den Handel. Dieses Buch wurde gedruckt von der Buchdruckerei Heinrich Cramer, Offenbach a. M. in der von Professor Rudolf Koch geschnittenen Bibelgotisch der Schriftgießerei Gebr. Klingspor, Ofsenbach a. M. Die handausgemalten Bilder schnitt Fritz Kredel nach seiner Zeichnung in Holz. Den hebräischen Satz lieferte die Firma I. Kauffmann in Frankfurt a. M. Den Druck gestaltete Max Dorn, Offenbach a. M.". dann besagen diese buchtechnischen Bemerkungen für den Kenner schon zur Genüge, daß es sich hier nicht um eine wieder einmal vollzogene Herausgabe irgend eines Buches handelt, sondern daß sich für dieses Werk Kräfte zusammenfanden, die dem einen Ziele dienten, höchstwertige Arbeit zu leisten. Guggenbeim, der Herausgeber, bekannt als verständnisvoller Förderer künstlerischer Strebungen im heutigen deutschen Judentum, wollte unserer Zeit ganz gewiß nicht etwa eine umgestaltete Sederliturgie aufzwingen; er wollte nur die ihm selbst liebgewordene Haggadah, wie sie sich ihm im Laufe der Jahre herausgebildet hatte, auch einem weiteren Kreis von dreihundert Menschen als Freude für Auge und Herz zugänglich machen. Dies ist ihm gelungen. Es ist ja nicht das erste Mal, daß die Haggadah in Offenbach einen neuen Druck erfuhr: Als der im damaliaen Obererzstift Mainz als Rabbiner tätige Salman Waltirn (Walldürns, dessen Familie aus Pinsk stammte, in Gemeinschaft mit zwei anderen Gelehrten im Jahre 1722 eine W«>2«B6ISi Villeroy & Boch, Mainz Keramische Werke A.-Q. Mosaiklager Kaiserstraße 18 Fernsprecher 728 iRlliiljlii I22225555S5 Mettlacher Wand- und Fußbodenplatten Feuertonwaren * Baukeramik!■■■■■■■■■■ Kachelöfen und Kachelherde Möbelfabrik Ph. 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