Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 2 (1927)
- Issue
- 12 (12.1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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75. Firma Mayer Josef & Co. 76. Metzger Ferd. Wwe. 77. Metzger Julius 78. Metzger Michael 79. Metier-Reis Wwe. 80. Mirkiu Albert, Berlin 81. Natbau, Frl. Geschwister 82. Firma Nathan & Stern 83. Neumann Mathilde Wwe. 84. Neumann Otto, Rechtsanw. 85. Nieteckmann Jacob 86. Nachlaß Oppenheim 87. Oppenheimer Wilhelm 88. Pintus Willi Wwe. 89. Raphaelsohn Alfred 90. Reiling Isidor 91. Rosenberg Emil 92. Rosenfeld Emil 93. Rosenthal Hugo 94. Sänger, Frl. Nanni 95. Sauerbach M., London 96. Schäfer Hermann 97. Scheuer Fritz 98. Schlösser, Niederolm 99. Schönberger Eugen 100. Schwesternheim, Jüdisches 101. Selig Josef Siegfried 102. Simon Leo, Berlin 103. Sondheimer Adolf, Bürstadt 104. Stern Artur 105. Sternberg Alex 106. Strauß Max 107. Firma Strauß Siegm.LCo. 108. Firma Tietz Leonhard & Co. A.-Ges. 109. Ungenannt 110. Ungenannt 111. Vogel Moritz 112. Vogel Simon 113. Wallerstein Dr. S. 114. Firma Weil E. 115. Weil Theo 116. Weinmann, Familie 117. Firma Wertheimer & Felsentbal 118. Wolfs Sallh 119. Firma S. Wolfs jr. 120. Worms Adolf 121. Firma Würtcnbcrg 122. Zacharias Simon. Dem vorstehenden Tank der Zentralwohlfahrtsstelle für die ihr zugeflossenen Gaben kann auch ich beim Abschluß des bürgerlichen Kalenderjahres Worte des Dankes anschließen für wohltätige Spenden, welche mir im Laufe des Jahres von den im folgenden genannten Damen und Herren zugeflossen sind, und welche Verwendung im Sinne der Spender gefunden haben. 1. Firma S. Cahn, Mainz 2. Firma Julius Lalmstein, Mainz 3. Justizrat Dr. Lichten und Frau, Mainz-Gonsenheim 4. Firma Ad. Löwensberg. Mainz 5. Bankdirektor Heinrich Mayer, Mainz 6. Frau Willi Pintus Wwe., Mainz 7. Firma A. N. Schmidt & Co., Ofsenbach 8. Firma Gebrüder Schönberger, Mainz 9. Kinderarzt Dr. Karl Simon. Mainz 10. A. E. Steinthal und Frau, London. Rabbiner Dr. Levi. „Das jüdische Mainz" in einem Sonderheft der Wiener „Menorah". Tie mittelalterliche Geschickte der Juden bietet nirgends große weltbewegende Taten, Juda (tM uicht im Rate der Natiouen, führt seine Scharen nicht aus den Kampfplatz zu blutigen Erwerbungen. Ohne Staat und Verfassung, ohne Tempel und Altar, zerstreut unter den Völkern lebend, nimmt es — wo es ihm zu rasten und zu arbeiten vergönnt war — Teil an bürgerlicher Arbeit, und als man es immer mehr zurückdrängte, da flüchtete es sich in die Familien und Gemeinden und schöpfte in einer Welt der Feindschaft und Verkennung frischen Lebensmut und ergebensreiche Ausdauer aus dem Borne eines höheren Geisteslebens, aus den universellen Ideen seiner Lehre. — Das Verhältnis Israels zu diesen Ideen wird uns klar, wenn wir das Geschichtsbild jüdischer Gemeinden uns vorführen. Das Wirken in Haus und Schule, das Schaffen in Lehre und Leben, das geheiligte Leiden und Dulden, das unerschütterliche Hoffen und Sehnen, der Ausdruck der Freude, der Wehruf der Klage, das sind Einzeläußerungen, welche dem Gesamtbilde jüdischer Geschichte einen warmen Ton und eine konkrete Gestalt geben. Liebevollem Erfülltsein von diesen Empfindungen verdankt eine Neuerscheinung ihr Dasein. Unter der Leitung des verdienten Rabbiners der jüdischen Gemeinde Mainz, Herrn D r. Levi, ist ein Sammelheft über das jüdische Mainz im fünfhundertsten Todesjahre des Mainzer Gelehrten M a h a r i l erschienen. Ein Stab bekannter Mainzer Gelehrter und Fachleute hat dabei mitaewirkt. Das Heft ist im Verlage der Zeitschrift „Menorah" in Wien erschienen. Wertvolle Vorarbeiten zur Geschichte der Mainzer Judengemeinde hat der verstorbene Gelehrte Professor Salfeld gegeben, der von sä örtlichen Mitarbeitern der wissenschaftlichen Aufsätze rühmend angeführt wird. * 8 Zur Einführung gibt Herr D r. Levi bekannt, daß der Verein zur Pflege jüdischer Altertümer in Mainz, welcher am 1. Okt. 1925 gegründet wurde, in den zwei Jahren seines Bestehens bereits wertvolles Altertums-, Kunst- und Kulturmaterial als Zeugnis jüdischen Lebens in bescheidenen Räumen des Verwaltungsgebäudes der israelitischen Religionsgemeinde Mainz _ gesammelt und gesichtet hat. Mit der Veröffentlichung in Form eines Sonderheftes ,)Magenza" (Mainz), soll einem größeren Kreis Kenntiiisvon der begonnenen Arbeit gegeben werden. Es soll aber auch durch das gebrachte Material Anregung zu weiteren gegeben werden. Es soll mit dieser Veröffentlichung nicht etwa eine abschließende geschichtliche Gesamtdarstellung des jüdischen Mainz beabsichtigt sein; es soll vielmehr an verschiedenen Teilgebieten dieser Geschichte auf Fragen Hinweisen, die der Lösung noch bedürfen. Schließlich soll mit diesem Sonderheft zugleich das Andenken eines Mannes gewürdigt werden, dessen fünfhundertsten Todestag der Herbst dieses Jahres gebracht hat, und der als verdienstvoller Rabbiner der Gemeinde Mainz von nachhaltiger Bedeutung für das Judentum Deutschlands gewesen ist: Des Maharil. Von hoher Warte gibt Herr Dr. Levi in großen Zügen eine Geschichte von dem inneren und äußeren Leben der Juden in Mainz, von ihren Anfängen in der Römerzeit bis ins fünfzehme Jahrhundert, der Wirksamkeit des großen Lehrers Mahariß der für das innere, besonders das synagogale Leben der deutschen Juden von großer Bedeutung war. Der Rabbiner der Religionsgesellschast, Herr D r. Bo ndi, bringt einen gelehrten Aufsatz über die Geschichte des alten Friedhofes. Tie Mainzer jüdische Gemeinde ist Hüterin eines uralten Heiligtums, wie sich nicht viele in Mitteleuropa befinden, es ist dies die Begräbnisstätte, die sich von der Mombacher Straße hinauf bis zur Höhe der Wallstraße erstreckt. Ter Umstand, daß der alte Mainzer Friedhof weit außerhalb des Stadtgebietes lag weist darauf hin, daß derselbe zur Römerzeit angelegt wurde. Es ist bekannt, daß die Römer ihre Toten außerhalb der Städte beerdigten. Im Mittelalter, als die Friedhöfe in das Innere der Städte vor die Kirchen verlegt wurden, verließ inan allgemein die römischen Begräbnisstätten. Nur die Juden, die auf die Bestattung neben den Gräbern der Vorfahren hohen Wert legten, blieben dem altehrwürdigen Begräbnisplatz treu. Um auch das Erweiterungsgelände des Friedhofes für alle Zeiten als Teil des Friedhofes zu kennzeichnen, fanden darauf die im Laufe der Jahre aufgefundenen, verschleppten alten Grabsteine in würdiger und übersichtlicher Weise Aufstellung. Herr Rabbiner Dr. Levi, auf dessen Anregung die städtische Museumsverwaltuug die von ihr bisher aufbewahrten alten Grabsteine der jüdischen Gemeinde übergeben hatte, lrwarb sich durch die Anlage dieses Denkmalfriedhofes ein großes Verdienst. Herr Professor Dr. Sch rohe behandelt ciu düsteres Gemälde der Mainzer Juden: Wie gelangte Mainz zur Herrschaft über die Juden der Stadt. (Privilegium vom 8. Juni 1295.) „Am Ostermontag ,'19. April des Jahres 1283) fielen zehn Juden, 6 Männer und Jünglinge, ein Knabe und drei Frauen der Leidenschaft der Mainzer Bevölkerung zum Opfer; augeblich halten die Juden der Stadt an einem Christcnknaben einen Ritualmord begangen. 1286 wurden sie des gleichen Verbrechens beschuldigt. Erzbischof Heinrich II. von Mainz leitete daraufhin ein gerichtliches Verfahren ein und berichtete an seinen Gönner, den König Rudolf von Habsburg. Die Juden sollten den Klagen des Erzbischofs Rede stehen; ein Teil von ihnen entfloh übers Meer, da die Beteuerung ihrer Unschuld ihnen doch nicht genützt hätte. Die Juden wurden zu einer hoben Strafsumme verurteilt. Die -Ltadt Mainz benützte die Gelegenheit zur eigenen Bereicherung. Unter dem Nachfolger Heinrichs II., dem Erzbischof Gerhard II.. entstand ein Streit um die Judenhabe mit der Stadt. Der neue König stellte nach langen Verhandlungen der Stadt einen Gnadenbrief aus für die Dienste, die sie ihm geleistet hatte. Die Stadt hatte sich Eingriffe in die Judenrechte erlaubt, die diese Kirchenfürsten zu Lehen trugen. Gegei: eine Ablösung, aber nur auf Lebzeiten des Erzbischofs Gerhard II., kamen die Juden durch das Privileg vom Juni 1295 in die Herrschaft der Stadt. Ueber „das Haus des Kalonymos uiid der Reichtum des Humbert Widder" gibt Herr D r. K l i u g e l s ch m i t t interessante Ausführungen. Am 25. März 1904 wurde in der Abschlußmauer des zuletzt als Militärbäckerei dienenden Gebäudekomplexes des Reichklarenklosters ein Fund gemacht, der beträchtliches Aufsehen erregte. Ein vierteiliges Fenster, geteilt durch einen schlanken Viereckpfeiler mit reichem Reliefschmuck und zwei Säulchen. Da hier in dieser Gegend (Flachsmarktstraße und Reichklarenftraßc) die Wohnstätte der Juden im Frühmittelaltec war, so schließt der Kunstgelehrte, Herr Dr. Klingelschmitt, sich der Ansicht des Herrn Prälaten Schneider an, daß das Haus das des Juden Kalonymos gewesen sei. Diese Familie, die der Mainzer jüdischen Gemeinde Gelehrte und Vorsteher gegeben hat, war um das Jahr 900 aus