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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1927-11-01 · 11 (11.1927) · p. Seite 10

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
2 (1927)
Issue
11 (11.1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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1925 und 1926 durch zwei neue Hefte, eine Fortsetzung erfahren. Als Teil des Seder Nesikin erschien „Baba Batra", bearbeitet von Tr. Walter Windfuhr, Hamburg, im Jahre 1925, und aus dem Seder Moed, bearbeitet von Tr. Wilhelm Nowack, früher in <straßburg, der Abschnitt „Erubin" (1926). Auch diese beiden Hefte sind geeignet, den Inhalt und die Eigenart der Mischna, dieses gesetzlichen Grundelementes, des aus Unkenntnis oftmals verkannten und verschrieenen Talmud, in weiteren Kreisen bekannt zu machen. Durch wissenschaftliche Anmerkungen wird auch dem Fachgelehrten Anregung zu Forschung und Klärung mancher Dunkelheiten gegeben. Die in den vor Jahren erschienenen ersten Heften dieser Sammlung zu Tage getretenen Unzulänglichkeiten in der Erfassung begrifflicher Voraussetzungen, sind in diesen genannten Heften verschwunden, was besonders Wohl der Hinzuziehung eines Kenners, wie Dr. I. Rabin, Breslau, zu danken sein dürste. Den Interessenten talmudischer Gedankeneinstellung, auch soweit sie Laienkreiscn zugehörcn, kann diese Sammlung zum Studium empfohlen werden. Der rührige Philo-Verlag, Berlin 81V 68, hat eben wieder zwei Druckwerke der Deffentlichkeit übergeben. Goldstein, Prof. Dr. Julius, hat die im 2. und 3. Jahrgang seiner Zeitschrift „Der Morgen" erschienenen Abhandlungen, die sich der soziologischen Erörterung der völkischen Denkart widmen, unter dem Titel: „Deutsche Volksidecn und deutschvölkische Idee" zusammengefaßt. Dieses Buch, erschienen 1927, kostet in guter Ausstattung, broschürt 2.90 RM. Die in dem Werke gegebene Zusammenfassung bringt nicht nur wertvolles Material der Belehrung, sondern stellt auch geistig hochwertiges apologetisches Rüstzeug im Kampfe für die Gleichstellung im Staatsverband dar. Das Werk sei nachdrücklichst empfohlen. Die auf Anregung des Zentralvereins deutscher Staatsbürger .jüdischen Glaubens auf den 18. und 19. Juni d. I. einberufene Juristentagung hatte Referate der Herren Jacques Stern: „Völkische Rechts- und Staatsphilosophie", Erich Eyck: „Die Stellung der Rechtspflege zu Juden und Judentum", Bruno Weil: „Der politische Prozeß" gebracht. Der Wortlaut dieser Referate ist nun unter dem Titel: „Deutsches Judentum und Rechtskrisis" in Buchform erschienen. Die Broschüre kostet 2 RM. und ist für Juden und Nichtjuden, denen der Rechtsgedanke keine leere Phrase ist. besonders aber den juristischen Kreisen zur Information, wie auch zur Belehrung des Rechtsgedankens, dringend zu empfehlen. Die israelitische Religionsgemeinde Viernheim (Hessen) betitelt sich die von Herrn Lehrer Heinrich Loew verfaßte Festschrift, die anläßlich der Jahrhundertfeier des Shnagogenbaues dieser Gemeinde herausgegeben wurde. Beim Lesen des Merkchens erkennt man sofort, daß der Verfasser mit ebenso großem Geschick wie Geschmack das sonst etwas trocken und nüchtern anmutende Aktenm.ätzige, das mit großem Fleiß zusammengetragen wurde, zu einem lebensvollen Bilde verarbeitet hat und so interessante Mitteilungen zu machen weiß über Entstehung der Gemeinde, Leid und Freud ihrer Mitglieder, Synagoge usw. Vielleicht findet sich durch das lesenswerte Schriftchen noch manch andere Landgemeinde unseres Verbandes — auch ohne Grund durch eine festliche Feier — veranlaßt, ihre Geschichte zu schreiben. Wir möchten diese Anregung im besonderen den Herren Vorständen und Lehrern geben und würden uns freuen, wenn dieselbe auf fruchtbaren Boden fiele. Es wäre damit jedenfalls der Geschichte der Juden in Hessen ein großer Dienst erwiesen. I. Jüdischer Ingendverein Mainz a. Rh. Programm für November. 3. November, abends 8Yk Uhr: im Gemeindehaus Generalversammlung. 11. November, Freitagabendfeier im Restaurant „Ratskeller", abends 8)4 Uhr, unter Leitung des Herrn Nabb. Dr. Levi. 14. November, abends 8)4 Uhr pünktlich: Gemeindehaus, Vortrag des Herrn Tr. Paul Simon. Aussprache und Referat „Die Jugend in der Gemeinde". Arbeitsgemeinschaft. 17. Nov., abends 8)4 Uhr. Leitung Max Tchornicki. Thema nach Wahl. 21. Nov., abends 8)4 Uhr. Leitung Dr. Picard. Bericht über die Delegiertentagung in Worms. 24. Nov., abends 8)4 Uhr. Leitung Dr. Süssel. Allgemeine Tagesfragen. In der Zeit vom 7. bis 14. Nov. finden unsere Werbeveranstaltungen statt, auf die wir besonders aufmerksam machen. Der JJV. veranstaltet in Gemeinschaft mit anderen jüdischen Vereinen eine Vortragsreihe: „Jüdische Geschichte des letzten Jahrhunderts" mit Aussprache. Als Redner ist Tr. Ernst Simon, Frankfurt, gewonnen. Wir empfehlen ihren Besuch ganz besonders. Beginn am 10. November; 14tägig. Näheres wird alsbald bekannt gegeben. 10 Wandergruppe. Sonntag, den 13. November, Tagesfahrt: Wiesbaden, Jdsteinerweg, Trompeter, Sauwasen, Siebenhügelstraße, Idstein. Marschzeit 4 Stunden. Treffpunkt Mainz Hbf. 9,45. Rückkunft 18,36. Fahrgeld JL 1.50. Führung Dr. Süssel. Sonntag, den 27. November, Tagesfahrt: Hattenheim, Hallgarter Zange, Kalte Herberge, Mapper Schanze, Hausen, Rauenthal. Marschzeit 4)4 Stunden. Treffpunkt Mainz Hbf. 9,45. Rückkunft 19,04. Fahrgeld Ji 1.10. Führung Max Tchornicki. Wir erwarten im neuen Vereinsjahr rege Mitarbeit aller Mitglieder. Bund Jüdischer Jugend „Kadimah" Mainz. Arbeitsplan für Monat November 1927. Fahrten: Sonntag, den 6., 13., 29. für Jungenszug und Mädelsgruppe getrennt. Heimabende: Jeden Samstag, nachmittags 2)4 Mädels, )45 Jungenszug, Jüngere, abends 8)4 Aeltere im Gemeindehaus. Boy Scoutabende: Jungenszug Mittwoch, abeuds 8)4 Uhr, Kaisertor. In diesem Monat beginnt unsere Mädelsgruppe ihre Arbeit. — Unser 3. Tätigkeitsbericht ist erschienen. Wir bitten diesen bei uns anzufordern. Adresse: „Kadimah" Mainz, Hindenburgplatz 1. Jüdischer Frauenbund, Mainz. Mittwoch, 16. November, abends 8 Uhr, in der Nhenusloge, Vortrag von Fräulein Dr. Martha Wertheimer aus Frankfurt, über: „Rathenaus" Weltuud Zeitbild. Montag, 28. November, mittags 4 Uhr, in der Rhenusloge, geselliges Zusammensein. Sonntag, 4. Dezember, morgens 9411 Uhr, im Kasino zum Gutenberg: „Kinderkonzert". Berichtigung. In der letzten Nummer unseres Mitteilungsblattes ist es versehentlich unterblieben, den Namen des Verfassers des Artikels „Mehr Gründlichkeit" anzugcbcn. Wir holen das Versäumte hiermit nach und geben unseren Lesern davon Kenntnis, daß Erwin Baer, Frankfurt a. M., der Name des Autors ist. Die Schriftleitung. Personalnotizen. Geboren: Mainz: 9. 10. 27 eine Tochter des Herrn Max Frank, Jakob- Dietrichstratze 30. Verlobte: Wiesbaden — Mainz: Frl. Aenne Daniel mit Herrn Paul Metzger. Hechts heim- Wiesbaden : Frl. Cäcilie Selig ■ mit Herrn Max Weis. Barmizwoth: Mainz: 19. 11. 27 Egon Schönberger, Sohn des Herrn Arthur Schönberger. 26. 11. 27 Walter Frank, Sohn des Herrn Leo Frank. Gestorben: M a i n z : 7. 10. 27 Salomon Stehermann, 83 Jahre alt. 8. 10. 27 Henriette Levy, geb. Loeb, Ehefrau des Herrn Jakob Levy, 70 Jahre alt. 17. 10. 27 Chary Gochsheimer, 66 Jahre alt. 29. 10. 27 Salomon Weis, 66 Jahre alt. Hillesheim, 13. 10. 27. Bernhard Hirsch, 71 Jahre alt. Worms, 25. 10. 27: Emil Kuhn. 65 Jahre alt.

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