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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1927-10-01 · 10 (10.1927) · p. Seite 10

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
2 (1927)
Issue
10 (10.1927)
Date
1927-10-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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-VE w LM Handlung - die Organisation des jüdischen Wohlfahrtswescns in Deutschland und bringt sehr schöne und ansprechende Bilder aus eiiier großen Reihe unserer Krankenanstalten, Altersheime, Erziehuiigsuiid Erholungsheime. Der Film ist sowohl für die jüd. Bevölkerung, als auch für interessierte christliche Kreise, vor allem die Wohlfahrtsbehörden, außerordentlich gccigiiet. Er soll in den eiiizeliieli Gemeinden neue Helfer, Mitarbeiter und Spender werben, Anregungen für die Weiterarbeit verniittelri uiid ist sornit als wirksamstes Propagandamittel anzusehen. Ta die Herstellung des Films Niit beträchtlichen, voli der Zentralwohlfahrtsstelle verauslagten Unkosten verkiiüpft war, muß der Verleih von der Erhebung eiiier Verleihgebühr abhängig gemacht werden, die sich nach der Größe der betreffenden Gemeinden richtet. Tiefe Beträge siiid jedoch so niedrig angesetzt, daß den Veranstaltern neben dem ideellen Erfolg ein beträchtlicher f i n a n z i e l l e r Nutzen verbleiben dürfte. Als Veranstalter kommen in Frage: jüdische Wohlfahrtsorganisationen, jüdische Gemeinden, Logen, Fraucnvereine,, Jugendvereine usw. Anfragen wegen Verleihbedingungen uiid T'ermin siiid zu richten an die Zcntralwohlfabrtsstelle der deutschen Judcri, Berliii C 2, Rosenstraße 2/4. Bücherschau. Prof. Tr. Rudolf Kittel, Gestalten und Gedanken in Israel. Geschichte eines Volkes in Charakterbildern. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig. 524 Seiten. Das vorliegende Werk gehört zu den nicht zahlreichen Werken alttestamentlicher Wissenschaft, die ebenso sehr den Fachgelehrten wie den gebildeten Laien zu interessieren, ja zu fesseln vermögen, die in hervorragender Weise Ernst und Tiefe der Forschung mit ineisterhafter Tarstellungskunst und Schönheit der sprachlichen Form verbinden, die kühle Ruhe und Besonnenheit des Forschers mit der Liebe und Herzenswärme des aufrichtigen Bewunderers der heroischen Gestalten und Gedanken der biblischen Welt, vereinigen. Einst bildete die heilige Schrift die Lieblingslektüre von Jung und Alt, von Hoch und Nieder, war das Hausbuch m der Hütte sowohl wie im Palaste. Heute ist dies nicht mehr der Fall. Und das ist tiefbedauerlich. Denn dadurch sind starke Quellen sittlicher Kraft und religiöser Erhebung verschüttet, vernichtet worden. Ist es auch nicht mehr möglich, jene alte Zeit wieder herbeizuführen, in derdas Wort der heiligen Schrift im Munde jedes gebildeten, zumal• jüdischen Menschen lebte, so sollte doch versucht werden, das Interesse für die großen Heldengestalten unseror Vergangenheit sowie die geschichtlichen und literarischen Fragen unserer Bibel in gebildeten jüdischen Kreisen zu beleben und zu erwecken. Als ein Mittel zu diesem Zweck könnte das Werk Kittels tressliche Dienste leisten. Dieses Buch entwirft nämlich ein Bild unserer Vergangenheit in einer neuen Form, in der Form von Charakterbildern, und versucht, an die Seele der biblischen Menschen heranzu'kommen. sie aus ihrem Innersten heraus zu verstehen und die Entwicklung des israelitischen Volkes aus dem Persönlichen heraus zu begreisen. Bei aller Würdigung der moderiien demokratischen Ideen von der Bedeutuiig des Volkes, seiner geistigen und seelischen Naturanlagen, geht doch ein aristokratischer Zug durch das ganze Buch, wird es von der Ueberzeugung beherrscht, daß die starken Persönlichkeiten, die Heroen, es sind, die die Geschichte machen, die Volker leiten, beeinflussen, daß sie die Träger der Ideen sind, die Krastzentren der Volker. 16 solcher Charakterbilder werden uns vorgeführt von Mose bis Juda Makkabi. Ist es naturgemäß auch nur eine Auslese von Personen, die utts gezeigt werden, so ist es doch eine große Mannigfaltigkeit von Gestalten und Bildern, die wir zu sehen bekommen. Monumentalgestalten sind darunter wie aus Marmor gehauen und in Erz gegossen, aber auch zarte, feine, ätherische Gestalten, mit feiuften Pinselstrichen einer hochentwickelten Kleinmalerei gezeichnet, die im Vorübergehen uns begegnen. Und nicht nur das jüdische Volk der allen Welt, der Protagonist, wenn ich so sagen darf, tritt uns hier leibhaftig entgegen, fondern auch die Mit- und Gegenspieler unter den großen und kleinen Völkern jener Zeit lernen wir aus Anlaß ihres jeweiligen Zusammenstoßes mit dem jüdischen Volke genauer kennen. Tenn alles, was Ausgrabungen und historische Forschung bis in die jüngste Zeit an Ergebnissen gezeitigt, ist hier in den Zusammenhang hineingearbeitet, verwertet. Kittel steht auf dem Boden der Bibelkritik, wenn er auch zu den besonnensten und pietätvollsten Kritikern gehört. Darum wird man zu seinen Aufstellungen und Behauptungen sich kritisch stellen müssen. Muß er doch selbst bekennen, daß ein großer Teil selbst der sogenannten gesicherten Resultate der Bibelkritik auf bloßen 10 Hypothesen beruht, auf Konstruktionen, die eben nur so lange in der Wissenschaft gelten, als man keine besseren und einleuchtenderen an ihre Stelle glaubt setzen zu können. Das darf der Leser auch dieses hervorragenden Buches nicht vergessen. Es ist daher ein Buch nur für reife, gebildete und kritische Leser. Diesen aber wird es Stunden wahrer Erhebung und erlesenen Genusses bereiten. Rabbiner Dr. Holzer, Worms. Personalnotizen. Geboren: Mainz : 15. 9. 27, ein Sohn des Herrn Moritz Kahn, Schösferstr. Barmizwoth: S e I i g e n st a d t : 15. 19. 27, Siegfried Grünbaum, Sohn des Herrn Lehrer und Kantor B. Grünbaum. Mainz: 22. 10. 27, Bernhard Albert Mayer, Sohn des Herrn Albert Mayer. 22. 10. 27, Egon Neugarten, Sohn des Herrn Max Neugarten. Gestorben: Mainz: 15. 9. 27, Sally Schaumberg. B i s ch o f s h e i m : 22. 9. 27, Frau Rosa Kahn gcb. Dörnberg, Witwe des Herrn Haymann Kahn, Stadecken: 22. 9. 27, Frau Emilie Neumann, geb. Kahn, Ehefrau des Herrn Max Neumann. Jüdischer Iugendverein Mainz a. Rh. Sonntag, 2. Oktober, Tagesfahrt: Kreuznach, Kuhberg, Rheingrafenstein, Huttental, Münster a. St., Ebernburg, Rotenfels, Kreuznach. Marschzeit 5K> Stunden. Treffpunkt Mainz- Hbf. 7,20 Uhr, Rückkunft 20,25 Uhr. Führung Otto Kronenberger. Fahrgeld 2,20 Jl. Sonntag, 9. Oktober: Treffpunkt Mainz-Hbf. 7,30 Uhr. Fahrt nach Worms. Telegiertentagnng des Hess. Landesverbandes in den Räumen der Talberg-Loge. Nachmittags Besichtigung der jüdischen Sehenswürdigkeitein Sonntag, 23. Oktober, die für den 18. September vorgesehene, wegen Regenwetter nicht 'ausgeführte Tagesfahrt: Bingerbrück, Lauschhütte, Tiefenbach, Stromberg, Marschzeit 5 Stunden. Treffpunkt Mainz-Hbf. 7,30 Uhr^ Rückkunft 20,18 Uhr. Fahrgeld 2,40 Jl. Führung Max Tchornicki, Mit Rücksicht auf die Feiertage finden weitere Fahrten im Oktober nicht statt. Anträge zu der am 3. November stattfindenden Generalversammlung bitten wir bis 20. Oktober einzureichen. Bund Jüdischer Jugend „Kadimal)" Mainz. Arbeitsplan für Monat Oktober 1927. Samstag, den 1. und 8.: Heimnachmittag der Jüngeren im Gemeindehaus; Heimabend der Aelteren, Hindenburgplatz 1,2. Samstag, den 15.: Heimabende der Jüngeren und Aelteren in der Sukkoh. Sonntag, den 16.: Festfahrt zur Feier der Mainzer Bundesgründung vor einem Jahre. Samstag, den 22. und 29.: Heimabende wie am 1. Sonntag, den 23.: Schnitzeljagd (Pfadfinderspiel). Mittwoch, den 26.: Boy Scoutabend. Kaisertor 8,10 Uhr. Sonntag, denMl.: Fahrt. Richtung, Wiesbaden. In der Sukkothzeit vom 11. bis 19. Oktober, treffen wir uns jeden Abend in unserer Sukkoh im Hofe der Hauptsynagoge. — Wie im vergangenen Jahre soll auch diese Sukkoh die Sukkoh der jüdischen Jugend werden. Es sind uns also alle jüdischen Mädels und Jungens hierbei willkommen. An den Hauptfeiertagen wird durch einen unserer Jungens in der Sukkoh Kiddufch gemacht. k

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