Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 2 (1927)
- Issue
- 9 (9.1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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ber Hindcnbnrgwohlfahrtsbriefinarken den schwer notleidenden Blittelstai^dsangehörigei:, Sozialrentnern usw. zugute konnnen. Zur Ausgabe gelangen: 8, ln, 25 und 50 Pfennig Marken und eine künstlerisch ansgestattete Postkarte zum Preise von 15 Psg., sowie Markenheftchcn. Die Zentralwohlfahrtsstelle bittet, dieses Werk fördern zn wollen, zumal die Deutsche Nothilfe bei ihren Verteilungen für Wünsche von jüdischer Seite vollstes Verständnis bewiesen bat. In dem Tätigkeitsbericht der.„Jüdischen Tuberkulosefürsorge", der vor einigen Wochen an dieser Stelle abgedrnckt war, wird das neue Wvker Kinderheim des Jüdischen Frauenbundes als Heim für tuberkulosekranke Kinder bezeichnet, wodurch Mißverständnisse hervorgernfcn wurden. Zur Richtigstellung muß folgendes gesagt werden: die Nordsee ist für Lungentuberkulose absolut ungeeignet, schon aus diesem Grunde können Lungenkranke in Wyk überhaupt nicht ausgenommen werden. Ausgenommen werden in erster Linie nur sogen, t u b e r k u l o s e g e f ä h r d e t e Kinder, d. h. solche, deren schlechter Gesamtzustand eine Tuberkulosebereitschaft befürchten läßt, oder in deren näherer Umgebung sich ständig Tuberkuloseerkrankte befinden. Ferner finden Aufnahme in Whk sogen, skrofulöse Kinder und gelegentlich solche, die leichtere Formen von Drüsen- oder Knochentuberkulose zeigen, bei denen aber eine Ansteckungsgefahr ganz ausgeschlossen ist. Jeder irgendwie a n st e ck u n g s f ä h i g e Fall wird unbedingt a b g e w i e s e n , wofür zunächst die erste ärztliche Untersuchung auf Grund der festgesetzten Aufnahmebedingungen, dann die genaue vertrauensärztliche Durchsicht der einzelnen Anfnahmeattcste und drittens schließlich noch der leitende Arzt in Wyk sorgt. — Bei dieser Handhabung ist es deshalb ganz unbedenklich, falls dringende Fälle nicht vorliegen, einzelne Kinder mit Asthma oder immer wiederkchrenden Katarrhen, die für das Nordseeklima besonders geeignet sind, im Heim unterznbringen. Es sei zum ch l u ß nochmals betont, daß an st eckungsfährge Kinder im Heim nicht a u f g e n o m m e n werde n. Tr. Rudolf Neumann, Vertrauensarzt für das Wyker Heim des Jüdischen Frauenbundes. Die kalendarische Eigenart des Jahres 5688. Jedes jüdische Jahr hat seine mit wenigen hebräischen Buchstaben angedeutete Eigenart. Der Charakter des am Dienstag, den 27. September d. I. beginnenden Jahres 5688 ist durch folgendes Zeichen ausgedrückt: Hierbei bedeutet das zuletzt stehende Wort, daß dieses Jahr ein einfaches und kein Schaltjahr ist. Dies besagt also, daß das Jahr 6688 zwölf Monate (und nicht 13 Monate) hat. Der mittlere der drei diesem Wort vorangehenden Buchstaben, das 2 ist der Anfangsbuchstabe des Wortes >77"!^ und bedeutet, daß das Jahr eine regelmäßige Srdnung der aufeinanderfolgenden Monate anfweist, und daß also immer ein Monat von 30 Tagen mit einem solchen von 29 Tagen regelmäßig abwechselt und sich die Gesamtsumme von 354 Tagen für die Tauer des Jahres ergibt. Ein bemerkenswerter Unterschied zwischen dem beginnenden und dem zu Ende gehenden Jahre besteht darin, daß im Jahre 5687 sämtliche Wochenabschnitte der Thora einzeln „gingen" (d. h. vorgetragen wurden); im Jahre 5688 dagegen werden die sieben Wochenabschnittes-Paare, dieüberhaupt zusammen „gehen"können, sämtlich verbunden, so daß wir also im kommenden Jahre sieben reguläre Thoravorlesungen weniger haben, als im verflossenen Jahr. Ter dem - vorangestellte Buchstabe deutet den Wochentag an, auf welchen der Neumond Tischri (d. h. Rosch-ha-fchonoh) fällt, und der dem - folgende Buchstabe -1 nennt uns den Wochentag, auf welchen der Neumond Nissan und somit auch der 1. Tag Pessach fällt. Wir werden also Dienstag den 1. Tag Nosch-ha-schonoh und Donnerstags den 1. Tag Pessach haben. (Ta dieser Donnerstag Gründonnerstag ist, werden die Hausfrauen in diesem Jahre eine besonders schwierige Aufgabe für die Bewältigungder Küchenvorbereitungen haben.) Dr. L. ' Bücherschau. Bestrebt, die Kenntnis jüdisch-religiöser Ueberl.irferung auszubreiten und dadurch die Liebe zum Judentum zu vertiefen, hat die (Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. B. in Frankfurt a. M. nunmehr zum vierten Male ihren jüdischen stylender, 717 für das Jahr 5688, herausgegeben, dessen hebrÄscher Text dem bekannten Hermon-Luach entnommen ist und dessen Verdeutschung und Erläuterung dem Wunsche zahlreicher Juden entsprechen will, die des Hebräischen unkundig sind. 14 Wir können diesen Kalender, der zn jedem Sabbat, Fest-, Fast- und Gedenktag in hebräischer und deutscher Sprache die wissenswertesten Angaben über den Inhalt der Liturgie, der Thoravorlcsung, des Prophetenabschnittes usw. enthält, sehr empfehlen. Er kostet 40 F und ist durch den Schriftführer der Gesellschaft, Herrn Dr. Ernst Simon, Frankfurt a. M., Bockenheimer Landstraße 115, zn beziehen. Unsere Mitarbeit an der deutschen Kultur betitelt sich die am 8. August 1927 unter Mitwirkung hervorragender Wissenschaftler und Schriftsteller erschienene Sondernummer der (5. B.-Zeitung. In ihrer Reichhaltigkeit vermittelt diese Sondernummer ein umfassendes Bild von dem Anteil der deutschen Juden an der kulturellen Entwicklung ihres Vaterlandes und zugleich von der Tätigkeit 'und den Zielen des Ecntralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Personalnotizen. Wir beabsichtigen in Zukunft unter dieser Rubrik Mitteilungen über Familienfeiern (wie z. B. Barmizwoth, Geburten, Verlobungen, Hochzeiten usw.) in unserem Blatte aufzunehmcn und bitten aus diesem Grunde die Vorstände unserer Verbandsgemeinden sowie Private von dieser Einrichtung recht ausgiebigen Gebrauch zu machen. Barmizwoth: Mainz: 3. 9. 27 Gerd Bnchdahl, Sohn des Herrn Max Buchdahl. 10. 9. 27 Erwin Salomon, Sohn des Herrn Eugen Salomon. 24. 9. 27 Wilhelm Löwensberg, Sohn des Herrn Fritz Löwensberg. Geburtstage: Mainz: Frau Sally Fürth, 80 Jahre. Gestorben: Mainz: Julius Cahn, Seniorchef der Firma Herz Cahn, 29. 8. 27. Fritz Weis, Sohn des Herrn Louis Weis, 4. 9. 27. A . P®,«F /Vjf >r << 'O \ V» A" T» A ö <£> c? />o o>,^ •*s 5.