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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1927-08-01 · 8 (8.1927) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
2 (1927)
Issue
8 (8.1927)
Date
1927-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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r V Slugufl J927 .4 iU Ji ^Cy/7 L 2 Jaljrg., (flr.8 i iU,.= MWlMMblalk des Landesverbandes der israelitischen llieliaionsaemelnden Astens ÄLW ivieses lSlatt erscheint monatlich und geht den gliedern unentgeltlich ju. Erscheinungsort Main;. Luschristen: lUlainj, lhindenburgstrahe flr. 44 8christleitung: lkiabbiner vr. S. Levi, Itlami ■KG =S Umschau! Hält man gegenwärtig Umschau bei den Organisationen, welche die Gemeinden des deutschen Judentums nach Ländern umfassen, so kann man erfreulicherweise erkennen, daß diese Landesverbände von Sitzung zu Sitzung sich tiefer und umfassender in ihren Aufgabenkreis einarbeiten. Daß die alten Landes-Organisationen in Baden und Württemberg der neuen Zeit in manchen Punkten Rechnung tragen mutzten, hat ihrer straffen und alle Gebiete des jüdischen Gemeindelebens umfassenden Arbeit Neuantriebe gegeben. Aber auch die in den letzten Jahren erst entstandenen Landesorganisationen in Preußen, Bayern, Sachsen und Hessen haben in bewunderungswürdig schneller Einstellung ihre Aufgaben erfaßt; die Ausschüsse wie die Gesamttagungen arbeiten umsichtig und erfolgreich. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen religiösen Lagern scheint hierbei reibungslos zu erfolgen. So kann man mit besonderer Befriedigung auf die Rede, die ein Hauptvertreter der bayrischen Orthodoxie, HerrRabbinerDr. Wohlgemuth in Kitzingen, bei der letzten bayrischen Tagung gehalten hat, Hinweisen. Einige markante Sätze aus dieser Rede wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten: „Ich muß sagen, daß im vergangenen Jahr außerordentlich gute Arbeit geleistet worden ist, und daß wir voller Vertrauen in die Zukunft blicken können." „Ich darf im Namen der konservativen Fraktion der Verbandsleitung herzlichen Dank für die geleistete Arbeit zum'Ausdruck bringen und gleichzeitig ihr versichern, daß wir zu ihr volles Vertrauen haben. Wir stehen in einer Zeit, die die Notwendigkeit der Zusammenfassung zersplitterter Einzelkräfte erkannt hat und den Wert der Organisation zu schätzen versteht." „Wir anerkennen die Leistungen des Verbands auf dem Gebiete der Wiederherstellung von Gotteshäusern, Schulgebäuden, Ritualbädern und Friedhöfen." „Unser Verband kann stolz auf seine Leistungen sein." „Ich befinde mich in Uebereinstimmung mit meinem liberalen Vorredner (Betr. Verwaltungen)." Diese Willigkeit zur Zusammenarbeit innerhalb der jungen Organisation war ja auch von dem im vorigen Jahr bekannten Führer der bayrischen Orthodoxie, Herrn Kommerzienrat Sigmund Fränkel sel. A. in München, mit voller Ueberzeugung gefördert worden. Dieser zu früh Verstorbene hat seinem gesetzestreuen Kreise als seinen letzten Wunsch den Rat ans Herz gelegt: „Sucht keine Trennung herbeizuführen, sondert Euch nicht ab von Euren Glaubensbrüdern, erkennt in ihnen die Brüder eines Vaters, sucht das allgemeine Wohl zu fördern und bleibt in der Gemeinschaft." Wo solcher Geist herrscht, werden unsere jüdischen zeitlichen und ewigen Aufgaben aus die würdigste und fruchtbarste Art gelöst werden. Es ist drum auch als erfreuliche Tatsache zu melden, daß sich unter den zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen süddeutschen Landesverbänden eine Kommission zur Herausgabe einer Zeitschrift für Geschichte der Juden in Süddeutschland, gebildet hat; dieser Kommission gehören an: Rabbiner Dr. Freudenthal, Nürnberg und Dr. Rafael Strauß, München (für Bayern); Bezirksrabbiner Dr. Pinkus, Heidelberg und Prof. Dr. Stein, Karlsruhe (für Baden); Rechtsanwalt Dr. Gunzenhauser, Stuttgart und Stadtrabbiner Dr. Rieger, Stuttgart (für Württemberg); Rechtsanwalt Dr. Goldschmidt, Worms und Rabbiner Dr. Levi, Mainz (für Hessen). Es ist zu hoffen, daß die ersten Veröffentlichungen dieser Kommission noch im Herbste dieses Jahres erscheinen werden, und daß die geplanten regelmäßigen Druckschriften viel geschichtliches Material sammeln und vor dem Untergang bewahren werden. Wenn nun der von allen Seiten gewünschte Reichsverband der deutschen Juden recht, bald ins Dasein träte, dann wäre die für die Gesamtheit der deutschen Juden notwendige Gesamtorganisation als krönender Abschluß geschaffen. Aber über den Weg zur Verwirklichung dieses Wunsches ist man noch nicht einig, wenn auch die Erkenntnis, daß der Reichsverband nur auf dem Wege über die Landesverbände gebildet werden könne, bereits über die süddeutschen Landesverbände hinaus gedrungen ist; so erstattete bei der am 19. Juni d. I. abgehaltenen Tagung

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