Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 2 (1927)
- Issue
- 5 (5.1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitgliederversammlung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. . _ ^ountag, den 3. April, fand im Repräsentanten-Sitzungssaal der indischen Gemeinde zu Berlin die Mitgliederversammlung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden statt, die aus allen Teilen des Reiches zahlreich besucht war. Erschienen waren liisbesondere Vertreter von Landesverbänden jüdischer Gemeinden Landes- und Provinzialwohlsahrtsstellen, Großorganisationen Gemeinden, Vereinen und Aiistalten. Die Verhandlungen wurden am Vormittag von Herrn Sanitätsrat Dr. Seeligsohn, Berlin am Nachmittag von Herrn Pros. Dr. Seligmann, Berlin, und Herrn Rabbiner Dr. Eschelbacher, Düsseldorf geleitet und wurden durch eine Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Vorstandes der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Herrn Kammergecichtsrat Wolfs eingeleitet. Der Geschäftsführer Herr Tr. Ollendorfs erstattete den Tätigkeitsbericht; den Rechnungsabschluß legte für den Vorstand Herr Otto Eskeles, Berlin, vor. Dem bisherigen geschäftsführenden Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die neue Satzung der Zentralwohlsahrtsstelle — für die die eingegangenen Abänderungsvorschläge verwertet waren, und deren Beratung durch eine Vorbesprechung am Vormittag vorbereitet war, wurde einstimmig angenommen. Zum Vorsitzenden der Zentralwohlsahrtsstelle wurde Herr Rabbiner Dr. Leo Baeck, Berlin, gewählt. Die Wahl einer Anzahl Sachverständiger zu Mitgliedern des Gesamtvorstandes folgte. An die Mitgliederversammlung schloß sich eine ebenfalls zahlreich besuchte Sitzung des neuen Gesamtvorstandes an, der sich konstituierte und einen geschästssührenden Vorstand von zunächst 13 Mitgliedern bestimmte. Nachdem auch dieser engere Vorstand zu einer kurzen ersten Beratung zusammengetreten war, vereinigten sich die auswärtigen und die Berliner Teilnehmer an den Verhandlungen am Abend zu einem geselligen Beisammensein in den Räumen des Logenhauses. Hier wurden die Gäste durch eine Ansprache von Herrn Dr. Meier Hildesheimer, Berlin, begrüßt; namens der Auswärtigen dankte Herr Justizrat Dr. Eli Strauß, München. Ein ausführlicher Bericht über die für die Entwicklung der jüdischen Wohlfahrtspflege bedeutsamen Verhandlungen bleibt für später Vorbehalten. Aus unseren Verbandsgemeinden. Tarmstadt. Mit lebhafter Spannung sehen künstlerisch interessierte Kreise der Ausstellung entgegen, die unter dem Titel „Alte Kunst am Mittelrhein" eine zusammensassende Uebersicht mittelalterlicher Kunstwerke im Rhein-Maingebiet aus der Zeit vom 10. bis Io. Jahrhundert bieten wird. Die Ausstellung wird auch eine jüdische Abteilung enthalten auf der u. a. die altehrwürdigen Gemeinden Worms, Mainz und Frankfurt a. M. mit Leihgaben vertreten sein werden. Die Ausstellung, die den erfahrenen Händen des Herrn Kustos Dr. Freund anvertraut ist, wird Mitte Juni im Landesmuseum eröffnet werden. Gießen. Am 6. Juni, dem ersten Tage des Wochensestes, begeht unsere Gemeinde die Feier des Olljährigen Bestehens der Synagoge. Aus diesem Anlaß findet ein Festgottesdienst statt. — Am 28. April hielt Herr Tr. Prager, Breslau hier in der Vortragsgemeinschast des Zentralvereins, Frauenvereins und des Reichsbundes jüd. Frontsoldaten einen Vortrag über Naturwissenschaft und Religion. — Am 24. April verstarb hier plötzlich und vollkommen unerwartet Justizrat Katz. Der Verstorbene war ein Mann, der ein arbeitsreiches Leben geführt hat und noch mit 08 Jahren seine Praxis ausübte. Katz, als Jurist und Notar iit gleichem Maße geschätzt, war auch ein gediegener und geschickter Kriniinalverteidiger. Lampertheim. Am Sonntag, den 3. April, wurde auf dem hiesigen Friedhof der verdienstvolle erste Vorsteher unserer ReUgonsgemeinde, Herr Leopold Oppenheimer, zu Grabe getragen. Eine aus vielen Hunderten bestehende Menschenmenge, Juden und Christen, erwies dem im 80. Lebensjahre Dahingeschiedencn die letzte Ehre. Herr Lehrer Meyer zeichnete in einem kurzen Nachruf seine Verdienste und Tugenden als Familienvater, Gemeindevorstand und Bürger. Herr Fabrikant I. Eberhardt stattete bewegt den Dank der Gemeinnützigen Baugenossenschaft ab, deren Vorsitzender, zuletzt Ehrenvorsitzender, der Verewigte gewesen war. Mit der Entwicklungsgeschichte Lampertheims wird der^Name Leopold Oppenheimer für alle Zeiten verknüpft sein, Wallertheim. Zu der in der letzten Nummer unseres Blattes gebrachten Notiz über die 75jährige Jubelfeier der Ehewra Gemitus Chesed sei noch ergänzend vermerkt, daß sich um den Verein und die Feier in außerordentlicher Weise dessen Präsident der 70jährige Herr Moses Jsaac verdient gemacht hat. Bücherschau. Das Gute. Paul Häberlin, Basel. Kober C. P. Spittlers Nachfolger, 1920. 375 Seiten. 8.— RM. Der Autor, Professor an der Universität Basel, geht nicht die Wege, die für die deutsche Universitätsphilosophie durch die letzten bahnbrechenden Arbeiten aus dem Gebiete der Ethik maßgebend wären. Das wäre im Sinne eines aus das größere Publikum eingestellten Buches eher eine Empfehlung, denn die Philosophie nicht als exakte Disziplin, sondern als Weltanschauungslehre kann wichtige Aufgaben der sittlichen Allgemeinbildung erfüllen. Aber es muß der Zusammenhang mit der exakten Wissenschaft gewahrt bleiben. In diesem Sinne könnte dem Buche Häberlins gegenüber bemerkt werden, daß das Jch-Duverhältnis ein S a ch Verhältnis ist und kein Wert Verhältnis. Die echte Tragödie, die im Mittelpunkt der sittlichen Kämpfe liegt, entsteht nicht durch den Zusammenstoß der Sachen, sondern durch den Zusammenstoß der Werte. — Das Buch Häberlins zeigt dem Leser ein geistiges Ringen, als dessen Fazit die Erkenntnis steht, daß glücklich nur der ist, der gut ist. Rabb. Tr. Maybaum. Iugendecke | ' Jüdischer Iugendverein Mainz a. Rh. Programm für Mai. Arbeitsgemeinschaft Tr. Picard. Montag, den 2. und 9. Mai, 8X Uhr: Gemeindehaus. Erziehungssragen. Referat: Frl. Hedy Vogel. Aussprache. Donnerstag, den 5., 12. und 19. Mai, 8% Uhr: Gemeindehaus. Arbeitsgemeinschaft Tschornicki. Tonnerstag, den 20. Mai 1927, 8X Uhr, Gemeindesaal: Öffentlicher Tebattierabend. Leitung Max Tschornicki. Referenten: Heinz Gochsheimer Mainz und Elara Lebrecht, Mainz. Zu diesem öffentlichen Debattierabend ist die gesamte Mainzer jüdische Jugend eingeladen. Tonnerstag, den 2. Juni, 8% Uhr, Gemeindehaus: Gemeinsamer Heimabend des Jüd. Jugendvereins und der Kadimah unter Leitung des Herrn Rabbiner Tr. Levi über: Das Schewuorhsest und die Omerzeit. Bund jüdischer Jugend „Kadimah" Mainz Programm für Mai. 1. Mai, Tressen um X0 Uhr am Hbf.: Maisahrt. 4. Mai,4X Uhr: „Musikalischer Kreis", Schulstr. 04, 1. 7. Mai, 4X> Uhr: Heimnachmittag im Gemeindehaus, Eingang Gabelsbergerstraße. 8. Mai, %8 Uhr vorm., Hbf.: Fahrt nach Wiesbaden, Richtung Grauer Stein. 11. Mai, 4X> Uhr: „Spielkreis", Hindenburgplatz 1 (Hans Sachs- Spiele). 14. Mai, 4X> Uhr: Heimnachmittag. 15. Mai (Zeit wird beim Erscheinen des neuen Fahrplans noch bekannt gegeben): Spielfahrt nach Wiesbaden, Richtung Platte. 18. Mai, 4X Uhr: „Musikalischer Kreis", Schulstraße 04,1. 21. Mai, A% Uhr: Heimnachmittag. 22. Mai (Siehe 15. Mai): Fahrt nach Hattenheim, Hallgartner Zange, Kloster Eberbach, Eltville. 25. Mai, 4X Uhr: „Spielgruppe", Hans Sachs-Spiele. 28. Mai: Heimnachmittag. 29. Mai (S. 22. Mai): Fahrt nach Wiesbaden, Richtung Fischzucht. Wasserschläuche in Ia. Qualität, seit über 35 Jahren Schlauchwagen, Rasensprenger Gustav Adolph, Mainz Gerichtstr. 5 Tel 303 ß. Schliff, fDainz 1 Spezialgeschäft für 5erde, Oefen, Gasapparafe, Grofjkodianlagen. Reparatur- Werkffätfe. :: Beiztechnilches Büro. 7