Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 2 (1927)
- Issue
- 4 (4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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empfehlen deshalb, etwaige Anmeldungen zur Aufnahme in die Anstalt möglichst bald zu bewirken. Die Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege in Frankfurt a. M. (Langestraße 30) und die Zentralwohlfahrtsstelle bei der israelitischen Neligionsgemeinde Mainz (Hindenburgstraße 44) sind zur Erteilung jeglicher Auskunft gern bereit. Mittelstandskuren für Kinder. Wir weisen hiermit darauf hin, daß ebenfalls hier in Mainz den Eltern btc Möglichkeit geboten ist, ihren Kindern die Wohltat eines Ferienaufenthaltes in einem der vorzüglich geleiteten .Kinderheime zu außerordentlich günstigen Bedingungen zu verschaffen. Weite Kreise des Mittelstandes werden es sicherlich begrüßen, hier eine Gelegenheit zu haben, ihre Kinder ohne Bedenken der Leitung erfahrener Persönlichkeiten anvertrauen zu können und die Gewißheit zu haben, daß ihre Kinder in hygienisch durchaus einwandfreien Erholungsstätten untergebracht sind. Interessenten belieben sich mit dem Büro der israelitischen Religionsgemeinde Mainz in Verbindung zu setzen, wo ihnen bereitwilligst jede nähere Auskunft erteilt wird. In der Mitgliederversammlung der Zentrnlwohlfahrtsstette der deutschen Juden, welche für den 3. April d. I. nach Berlin einberufen war, wurde auch über ihre Arbeit im letzten Jahre berichtet. Die Tätigkeit auf den allgemeinen Arbeitsgebieten der Zentralwohlfahrtsstelle wurde im vergangenen Jahre fortgesetzt. Daneben ist ein weiterer Ausbau auf organisatorischem Gebiet erfolgt. Unter Mitwirkung der Zentralwohlfahrtsstelle wurden 2 Provinzialverbände und 12 örtliche Wohlfahrts- und Jugendämter neu begründet. Wichtige Arbeitsgebiete sachlicher Art wurden teils neu übernommen, teils erheblich ausgebaut, vor allem die Vermittlung von Krediten aus Reichsmitteln, die Durchführung der Bestimmungen über die soziale Wohlfahrtsrente für die jüdischen Einrichtungen (Anstalten, Stiftungen usw>), die praktische Tuberkulosefürsorge, sowie Pie Förderung der Jugendpflege und Jugendbewegung. Auch auf dem Gebiete der Gefährdetenfürsorge, insbesondere der Gefangenen- und Psychopathenfürsorge, ist die Entwicklung im vergangenen Jahre ein Stück vorwärts gekommen, wenn auch gerade hier noch Wesentliches zu tun bleibt. Ein ausführlicher Bericht über die Gesamttätigkeit der Zentralwohlfahrtsstelle wird aus Anlaß ihres zehnjährigen Bestehens im September d. I. erstattet werden. Den Hauptverhandlungsgegenstand bildete die neue Satzung, welche gemäß dem Beschluß der letzten Düsseldorfer Tagung der Mitgliederversammlung in neuer Fassung vorgelegl wurde. Die neue Satzung soll der weiteren Festigung der organisatorischen Grundlagen der Zentralwohlfahrtsstelle als der vom Reich anerkannten Spitzenorganisation der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland dienen. Sodann soll durch die Satzung vor allem auch der Zusammenhang zwischen der Zentralwohlfahrtsstelle unv allen übrigen an der jüdischen Wohlfahrtspflege beteiligten Organisationen im ganzen Reiche verstärkt und vertieft werden. Fm- 17jährigen, in jüdischer Gartenbauschule Ahlem b.Hannover (Abteilung Schneiderei) ausgebildeten jungen Mann, der jetzt seine Gesellenprüfung abgelegt hat, sofort Stellung als Scfineidergeliilfe in Sabbat geschlossenem Geschäft gesucht. Zentralwohlfahrtsstelle der Israel. Religionsgemeinde Mainz. Kalendarisches. Pesach beginnt in diesem Jahre am Samstag Abend (16. April). Das Chomez muß also schon am Freitag früh verbrannt werden. Das Verbot des Ehomezgenusses tritt für unsere Gegend am Samstag Vormittag um 9.10 Uhr in Geltung. Bücherschau. Poljakofs, Sabbatai Zewi. Die jüdische Buchgemeinde „der Heine-Bund" hat ihre erste Veröffentlichung herausgebracht. Im Mittelpunkt dieses Buches steht die von mystischem Hauch umwehte Gestalt des Sabbatai Zewi, der in Smyrna um 1025 geboren und infolge seiner wirkungsvollen Persönlichkeit -als Messias betrachtet wurde. Als es sich aber um die Prüfung der Wahrheit seiner Mission handelte, erwies sich die leere Haltlosigkeit feiner Erscheinung. Aus diesem Stoff gestaltet Poljakofs mit bestechender Wortgestaltung und mit zartem Empfinden für die psychische Konstellation der Mvnschenseele einen historischen Roman, dem trotz seiner überaus klaren Gliederung die gleichmäßige Bearbeitung der einzelnen Teile durchaus fehlt. Abgesehen von kleineren historisch-genetischen Fehlern bietet das in gediegener Ausstattung erschienene Buch einen ästhetischen Genuß, und man darf auf die weiteren Arbeiten des Heinebundes gespannt sein. R. H. Quellenlesebuch zur jüdischen Geschichte und Literatur, bearbeitet von Dr. Julius Höxter, III. Teil: Deutschland, Frankreich und Italien, Verlag I. Kauffmann, Frankfurt am Main 1927, 130 Seiten. Soeben ist dieses Sammelwerk als Ergänzung der beiden früher erschienenen Bände herausgekommen. Mit außerordentlicher Kenntnis und Geschicklichkeit hat dex Autor es verstanden, Textstücke aus dem großen Material auszuwählen, durch welche die Behandlung der jüdischen Geschichte im Mittelalter, soweit sie sich in Deutschland, Frankreich und Italien abspielte, illustriert wird. Verordnungen der Fürsten und Behörden, religionsgesetzliche Erlasse der Rabbinen, Dichtungen und sonstige Literaturstücke sind zusammengetragen und können geradezu als Gerüst dieses geschichtlichen Gebietes angesprochen werden. Wir empfehlen dieses schön und gut ausgestattete Buch, das ausnahmsweise den billigen Preis von Mk. 1,80 hat, zur Anschaffung für den Schulunterricht und auch als Geschenkwerk. Soeben ist das erste Heft des 3. Jahrgangs der Zweimonatszeitschrist „Der Morgen" (herausgegeben von Prof. Goldstein, Darmstadt; Philoverlag Berlin) erschienen. Wie in den beiden ersten Jahrgängen so wird auch in diesem Heft eine Reihe sehr beachtenswerter Originalartikel, welche jüdische Fragen behandeln, gebracht. Namhafte Autoren haben wissenschaftliche oder literarische Beiträge geliefert, und wenn die Zeitschrift auch selbstverständlich in ihrer geistigen Einstellung eine gewisse Höhe einzuhalten sich bemühen muß, so enthält sie doch immer eine Reihe von Abhandlungen, die nicht bloß die Beachtung der weitesten Kreise verdienen, sondern auch die Erfassungsfähigkeit jedes Interessierten nicht überschreiten. Von einer Neuerscheinung auf dem Gebiete der jüdischen Zeitschriften, die besonders die Kantoren und Lehrer angeht, haben wir zu berichten. Eine Zweimonatsschrift des allgemeinen deutschen Kantorenverbandes hat begonnen unter dem Titel „Ter jüdische Kantor" zu erscheinen. Neben textlichen Abhandlungen welche die Geschichte und das Arbeitsgebiet des Kantorats betreffen, bringt diese Zeitschrift auch musikalische Beilagen, Bildmaterial und die den Kantorenverband angehenden Mitteilungen und Nachrichten. Die Zeitschrift erscheint geeignet, das Standesbewußtsein der Fachgenossen zu verlebendigen und den inneren Zusammenhang des Kantorenverbandes zu stärken. Eine Sondernummer des Gemeindeblattes der israel. Religionsgemeinde Dresden ist zum 75-jährigen Bestehen des Henriettenstistes im Febr. d. I. herausgekommen. Dieses Sonderblatt enthält sehr beachtenswerte Darstellungen prinzipieller Art über Wohltätigkeit und Wohlfahrtspflege und gibt durch Berichte und Bildmaterial einen Einblick in das Wohlfahrtswesen der Dresdener israel. Neligionsgemeinde. Iugendecke Jüdischer Jugendverein Mainz a. Nh. Programm für Monat April 1927. 1. Montag, den 4. April, abends 814 Uhr, im Cafe Fürstenhof: Arbeitsgemeinschaft Dr. Picard: Ueber Tagesfragen (aus der Verbandszeitschrift). 2. Donnerstag, den 7. April, abends 814 Uhr, im Heim im Gemeindehaus: Arbeitsgemeinschaft Max Tschornicki. 3. Sonntag, den 10. April, im Bankettsaal der Mainzer Liedertafel, Führertagung des Hessischen Landesverbandes: 914—12 Uhr vorm.: Vorträge von Dr. Paul Epstein und Rabbiner Dr. Lazarus zum Grundsätzlichen; I Privatklinik für Chirurgie und Frauenkrankheiten von Dr. Rosenthal, Darmstadt, EschollbrUckerstr. Tel. 580. Aufnahme finden Männer, Frauen u. Kinder mit chirurg. Krankheiten sowie Frauen mit Frauenkrankheiten u. zur Entbindung. Für jüdische Patienten streng koschere Küche. 10