Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 2 (1927)
- Issue
- 3 (3.1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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'' lUlärj )W i ,ji Rabbiner-Seminares 12Jaljr0.,|flr.3 i •V~— -»•. •=> —• MMliMsblatt kies Lsnklesvttbsndes k>er israelitischen ßeligionsgemeinklen Hessens -2-^----3;::iC'. ' -r iDiefes ®!aft erscheint monatlich unü geht den slllit-!I> Zuschriften: ßlainj, thindenburgstratze D. 44 gliedern unentgeltlich zu. ♦ .Erscheinungsort Waini. III schriftleitung: Rabbiner Dr. S. Levi, Wainj y ■ -■ . - .t Um den Reichsverband der deutschen Juden. Die Bemühungen um das Zustandekommen eines Reichsverbandes der deutschen Juden haben mit dem scheitern des ersten Versuches noch kein Ende genommen. Während man von Berlin aus versucht, den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund (D.J.G.B.) zu einem Reichsverband der deutschen Juden unter entsprechender Satzungsänderung auszubauen, sind die süddeutschen Landesverbände entschlossen, auf dem Wege über die bestehenden Landesverbände eine Zusammenfassung der deutschen Juden zustande zu bringen. Zwar hatte der D.J.G.B. im Jahre 1921 in einer aus sehr zahlreichen Religionsgemeindcn beschickten Vertreterversammlung den Auftrag erhalten, die notwendige Zusammenfafsung der deutschen Juden zu bewirken; diesen Auftrag hat der D.J.G.B. aber durch sechs Jahre ruhen lassen. Inzwischen haben sich die Zustäude und Voraussetzungen für eine Gesamtorganifation der deutschen Juden insbesondere iutrd) Gründung zahlreicher Landesverbände, wie z. B. auch unseres Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden Hessens derart geändert, daß der im Jahre 1921 gefaßte Beschluß überholt ist. Aus diesem Gesichtspuiikt heraus haben sich die süddciltschen Laiidesverbäiide zu einer iieueu initiativen Tat entschlossen, über die folgende offizielle Berichterstattung Aufschluß gibt: Gründung einer Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Landesverbände. Stuttgart, 7. Februar 1927. Tie Vertreter der Israelitischen Religionsgemeinschasten und Laiidesverbäiide in den Ländern Bayern, Baden, Württemberg lind Hessen siiid am 6. Februar 1927 in Stuttgart zusammengetreten und haben, vorbehaltlich der Zilstiinmuiig ihrer Organe, die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft beschlosfcri. Die Vertreter der Laiidesverbäiide sind nach iviedcrholter eiiigeheiider Prüfung zil der einstimungen Auffassuiig gelangt, daß die Bildiiiig eines Reichsverbandes erstrebenswert ist, aber nur auf dem Wege über die Laiidesverbäiide geschaffen werden kaiiii. lieber die Zusammensetzung dieser Arbeitsgemeinschaft und ihre Arbeitspläne werden wir in einer unserer nächsten Nummern nach berichten. Im Zusammenhaiig mit diesen gezeichneten Vorgängen ist es aber unbedingt erforderlich, daß die Leitung unseres hessischen Landesverbandes einen klaren Ueberblick über verschiedene Sachverhalte in den hessischen Gemeinden gewinnt und richtet deshalb an sämtliche Gemeindevorstände den folgenden F r a g e b o g e n , dessen baldige Beantwortung in der durch die Nummern gegebenen Reihenfolge wir nachdrücklichst erbitten müsseii. Wir ersuchen die verehelichen Gemeindevorstände deshalb, ims behilflich zu sein und soweit es nicht bereits geschehen ist, u in g e h e ii d folgende Fragen an die Adresse: „Landesverband der israelitischen Religionsgemeindeii Hessens, Mainz, Hindenburgstraße 44", zu b e a ii t w o r t e n. 1. Ist Ihre Religionsgemeinde Mitglied des Deutsch-Israelitischen Gemeinde-Bundes? 2. Wenn ja, seit wann? Wenii nein, war sie früher Mitglied? «Wenn ja, bis wann?) 9. Wenn ja, welche Beiträge hat sie an D.J.G.B. geleistet? im Jahre 1924 im Jahre 1925. im Jahre 1926 . 4. Leistet Ihre Gemeinde Zuschüsse oder Beiträge nach außerhalb? Wenn ja, für welche Einrichtungen oder Vereine? u) im Jahre 1926 .... b) im Jahre 1927 . Das Purim-Fest. *) Das Buch der Versuchung. Von Rabbiner Dr. Bruno Italiener, Tarmstadt. Daß jede Zeit die Bibel mit ihren eigenen Augen anschaut, jedes Geschlecht daher im Grunde seine eigene Bibel hat, kommt einem besonders deutlich zum Bewußtsein, wenn man die Erklärungen liest, mit denen man früher —. etwa zu talmudischer Zeit — das Estherbuch schmückte, und wenn man damit die Art vergleicht, in der man heute zu den Gestalten der Esthergeschichte Stellung nimmt. Liest man die kurzen Predigten, die uns im Talmudtraktat Megillah (von 10 b ab) zum EstherbuclD überliefert find, so ist das erste, was einem auffällt, der -völlig unkritische und .ungeschichtliche Sinn, mit dem unsere Lehre» ^>rn geschilderten Ereignissen und Personen zum großen Teile gegenüberstehen. Während für uns sämtliche Gestalten der Bibel Menschen sind, mit bestimmten Tugenden und Fehlern, Menschen, die den Stempel einer bestimmten Kulturepoche au sich tragen, werden sie den Lehrern des Talmud vielfach zu bloßen Typen, zu Trägern einer bestiinmten Weltanfchauung. Das hat zwar den Vorteil, daß die Ideen, als deren Verkünder die betreffenden Menfchen gelten, an- *) Siehe auch „Kalendarisches".