Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Journal
- Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
- Volume
- 1 (1926)
- Issue
- 7 (12.1926)
- Date
- 1926-12-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherschau. OJuttmnnn, ^zacob, Prof. Tr. weiland Rabbiner der Shnahvgengenteinde Breslau, Fest- und Sabbathpredigtcn. Verlag von I. Kaussmann, Frankfurt a. M., 1926. 823 Seiten. Brosch. 6.50 Jl, geb. 8.— M. SKcr Jacob Guttinann je als Prediger gehört hat, der wird mit Freude davon Kenntnis nehmen, daß eine Auswahl seiner Predigten im Druck erschienen ist. Die überzeugungsstarke, mit dem ganzen Rüstzeug der Wissenschaft und der Gestaltungskraft des Wortes ausgestattete Persönlichkeit Gnttmanns tritt aus diesen Predigten wieder hervor, packt den Leser und reißt ihn wuchtig mit fort. Guttmann war nie ein Ileberreder, aber immer ein lleberzeuger. Gründlichste Durcharbeitung der Probleme, die seine Predigten behandelten, ob sie nun religionswissenschaftlicher, geschichtlicher oder soziologischer Art waren, fiihrt den Leser wie früher den Hörer gedaiiklich vorwärts uiid aufwäts. Schwungvolle Sprache, edler jüdischer Stolz belebt die Darstellung. Der Sohn des verewigten Kanzelrcdners, Herr Professor Dr. Julius Guttinann ii> Berlin, hat ein dankciiswertes Werk durch die Herausgabe dieses Predigtbandes geschaffen. Eiii jeder, der das Bestreben und das Verlangen hat, Belehrung und Erhcbuiig über Fragen uiid Aufgaben des Judentums gu gewinnen, der vertiefe sich in die Lektüre dieses Buches. Nicht nur Rabbiner uiid Lehrer, sonderii jeder Jude, dem es um jüdische Fortbildung ernst ist, wird bleibenden Gewinn aus diesem Buche ziehen. (Siehe auch den Leitartikel in der heutigen Nuinmer des „Mitteilungsblattes". Bin Gorion, Micha Joses, Die Sagen der Juden. 4. Baiid: Mose. Verlag Rütten und Loening, Frankfurt a. M. 1026. 418 S. Brosch. 8.— Jl, geb. 11.— JL Den drei früher veröffentlichten Bänden dieses Sammelwerkes, die Uiiter den Titelii „Tie Urzeit", „Die Erzväter" uiid „Die zwölf Stämme" hcrausgckonimen waren, läßt die Witwe und der Sohn des verstorbenen, feinsinnigen bin Gorion, Rahel und Emanuel bin Gorion. diesen vierten Band folgen. Das Material zu diesem Baiide hatte der Verfasser noch zu seinen Lebzeiten gesammelt und geordnet. Das unvergleichliche Leben und Schaffen Mvses wird in diesem Bande aufgezeigt, so wie es sich ili den vielfältigen Sagen, Sinnbetrachtungcn Uiid Gleichnisreden alter Jahrhunderte gespiegelt und gebrochen hat. Die grosien Geschichtsvorgänge in der Pcit Moses wie die feinsten seelischen Erlebnisse des größten Propheten werden da umsponnen vom Netzwerk der Sage. In liebevoller Schlichtheit der Sprache werden die alten Urkunden, die diese Gerank um Moses Sein schlingen, durch die Uebersetzung wiedergegeben. Quellennachweise, Verzeichnisse, Register und Uebersichte von vorbildlicher wissenschaftlicher Genauigkeit vervollständigen das Buch und umdicit es für Forscher wie für besinnliche Leser gleich wertvoll. Eine kleine Probe aus dem Inhalt des Buches mag seine Art und' seinen Wert veranschaulichen: Die letzten acht Verse in der Thora hat Josua geschrieben. Woher wissen wir dies: Weil es heißt: Und Mose starb daselbst — das kann aber Mose nicht geschrieben haben. Also wird Mose alle Worte der Thora bis zu diesem Satz niedergeschrieben haben, die letzten Zeilen schrieb Josua. Aber es steht doch auch geschrieben, daß Mose zuvor den Leviten befahl, die Thora in die Bundeslade zu legen; und sollte in dieser Thora noch ein Satz gefehlt haben, den Josua erst hinzuschreiben mußte? Nein, so ist es zu verstehen; Mose hat die ganze Thora geschrieben. Bis er zu-jener Stelle kam, da sprach ihm Gott immer jedes Wort vor, Mose wiederholte es und schrieb es dann nieder; von jenem Satze an aber wiederholte Mose nicht mehr das vorgesprochcne Wort, er schriebs nur nieder und weinte dabei. (Seite 374/375. nach Talmnd babli, Baba batra S. 14 und S. 15.) Talmudisches zu Chanukkah: Beth Schamai sagte: am ersten Tage zünde man acht Lichter an, an jedem weiteren Tage ein Licht weniger; Beth Hillel sagte: am ersten Tage zünde man ein Lichr an, an jedem weiteren Tage ein Licht mehr. (Talmud babli, Sabbath, S. 21 h.) Kalendarisches: Der Fasttag des IO. Teves fällt aus Mittwoch, den 15. Dez. Tie Sammlung des Vereins zur Pflege jüdischer Altertümer Mainz, Hauptshnagoge (Eingang Gabelsberaerstraße) kann nach vorheriger Anmeldung im Gemcindebüro daselbst Montags bis Donnerstags, vormittags von 11 bis 1 Uhr und 3 bis 5 Uhr nachmittags und Sonntags, vormittags von 11 bis 1 Uhr besichtigt werden. Tie Goldene Medaille der großen Ausstellung Düsseldorf 1926_ «Gesoleii für die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Die Leitung der Ausstellung Gcsolei dankt, nachdem die Pforten der Ausstellung sich geschlossen haben, allen Mitarbeitern, die ibr beim Aufbau der wissenschaftlichen Gruppen behilflich gewesen sind. Sie erkennt an, daß nur durch die aufopferungsvolle Mitarbeit der einzelnen Institutionen und Persönlichkeiten cs möglich gewesen war, eine solche lückenlose Darstellung der wichtigsten Themen aus dem Gebiet der Gesundheitspflege, Sozialen Fürsorge und Leibesiibungen zu geben. Der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden wurde als äußerliches Zeichen der Anerkennung für die in hervorragendem Maße bei denr Aufbau der Ausstellung geleisteten Hilfe nach der stattgehabten Prämiierung die Goldene Medaille der großen Ausstellung Düsseldorf 1926 verliehen. Stauder & €9 Kohlenhandelsgesellschaf! in. b. H. MAINZ Kaiserstr. 29' ln : Telefon 3920 Beste u. billigste Bezugsquelle für sämtliche Hausbrandkohlen la. Ware! Reelles Gewicht! Wir halten uns zur Lieferung waggonweise für industrielle Zwecke gleichzeitig bestens empfohlen. HgJ) flrGj Hamburg-Amerika Linie Ueberseereisen (Streng rituelle Küche unter R?bbinat^aufsicht.) Vertretung in Mainz : Reisebüro J. F. Hillebrand, G.m.b H., Reiche Klarastrasse 10 und im Kaufhaus Tietz sowie an allen in- und ausländischen Plätzen. Hlsberq Größtes Spezialhaus für fertige Mainz Damen-föfeidung Spezialität: Weite Frauengröijen; Kinderkleidung