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Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens · 1926-07-01 · 2 (7.1926) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungsblatt des Landesverbandes israelitischer Religionsgemeinden Hessens
Volume
1 (1926)
Issue
2 (7.1926)
Date
1926-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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•V ~—V I* Juli J926 i i? | J.|a()r0.,)Ilr.2j( des Lslidesverbsnkies Der lstaelitischen s m Rabbiner-c-smtnares 0::::0 Dieses (Blatt erscheint monatlich unö geht den ßllit- III Zuschriften: iBtainj, Ihindcnburgstrahe jllr. 44 gliedern unentgeltlich ju. ♦ krscheinungsort Daini. III schrifttcitung: (Rabbiner Dr. 8. Lcoi, ttlain) 4-— jflsfri ~t Von unserem Hessischen Landesverband So schwierig die ersten Vorarbeiten für das Zustandekommen des Landesverbandes der israelitischen Religionsgemeinden waren, so schnell und so erfolgreich hat dieser Verband seine eigentlichen Aufgaben ersaßt und zu erfüllen begonnen. Das „Mitteilungsblatt", dessen zweite Monatsnummer wir diesmal bereits durch Postabonnement allen jüdischen Familien Hessens unentgeltlich zusenden können, hat bei seinem Erscheinen allenthalben Befriedigung ausgelvst, weil man überall, wo noch Sinn für unsere Gemeinschaftsaufgaben herrscht, sofort erkannte, daß dieses Blatt, wenn es auch nicht sehr umfangreich ist, geeignet und berufen sei, einer bestehenden Unzulänglichkeit abzuhelsen. Die hessische Iudenheit wohnt in drei Provinzen, die örtlich von einander losgerissen und durch den Rhein von einander getrennt sind. Das eigenste Interesse der hessischen Juden verlangt aber, daß sie von ihren gemeinsamen Aufgaben und von der Gesamtlage unterrichtet-werden. Wenn also die örtliche Verbindung nicht besteht, dann mutz eine geistige Brücke geschlagen werden. Und dies geschieht durch den regen monatlichen Bericht und durch den gegenseitigen Austausch von Mitteilungen in den Spalten unseres Verbandsblattes. Pflicht einer jeden Verbandsgemeinde ist es deshalb, die kleine Mühe nicht zu scheuen und unserer Schriftleitung von denjenigen Vorgängen in ihrem Kreis zu berichten, welche die Gesamtheit interessieren müssen. - Aus der richtigen Erkenntnis heraus, daß in dem neugearündeten Landesverband eine zeitgemäße, wirksame Hilfe gegen die Notlage der kleinen Gemeinden und eine Stärkung der hessischen Gesamtjudenheit bewirkt werden kann, ohne daß in die religiöse und kulturelle Selbstbestimmung der einzelnen Gemeinden bevormundend oder vergewaltigend eingegrifsen wird, wächst die Anteilnahme an der Arbeit unseres Verbandes von Tag zu Tag und jede Ztzoche bringt dem Verbände neue Anmeldungen von Gemeinden, weiche zunächst noch gezögert hatten. Seit dem ersten Gemeindetag sind dem Landesverband beigetreten die Gemeinden Heppenheim a.d.B., Londorf, Oberseemen, Crainfeld, Niederweisel, Hechtsheim, Kestrich, Himbach, Wimpfen und Etorndorf (Kreis Alsfeld). Der Oberrat des Landesverbandes, welcher von dem ersten, konstituierenden Gemeindetag.am 2. Mai eingesetzt worden war, ist am 20. <jiiru bereits zusammengetreten und hat in einer mehrstündigen Sitzung, die in Mainz stattfand, wichtige Beschlüsse gefaßt. Den Gemeinden Butzbach, Rimbach und Seligenstadt wurden die ersten finanziellen Hilfeleistungen für Gemeindeinstitutionen bewilligt. Hierbei kam es zu dem Beschluß, daß Beisteuern des Verbandes zu Synagogenbauten zukünftig nur dann in Frage kommen können, wenn entsprechende Anträge vor Inangriffnahme der Bauten gestellt werden. Ein S ch u l a u s f ch'u ß, bestehend aus den Herren Rabbiner Dr. Sander, Gießen, Rabbiner Dr. Levi, Mainz, Lehrer Kahn, Alsfeld, Lehrer Simon, Darmstadt und Herrn Steinberger, Alsfeld, als Vertreter des Verbandsvorsitzenden, wurde gebildet. Diesem Ausschuß wurde die Aufgabe überwiesen, Erhebungen über die Besoldung der Lehrer und über bestehende Bedürfnisse für Einrichtung von Unterricht anzustellen. Außerdem erhält er das Recht, Anträge auf Lehrerbeihilfen vor den hohen Feiertagen -an den Verbandsvorsitzenden zu richten, die weitestgehend mögliche Berücksichtigung finden sollen. Die Schwierigkeiten, welche heute mancherorts der Ausübung der. Schechitoh gemacht werden, wurden besprochen, zweckentsprechende Maßnahmen wurden beschlossen. Auch die Schwierigkeiten, welche den Gesuchen der ausländischen Juden um Einbürgerung gemacht werden, führten zu einer ausgiebigen Erörterung und zu dem Beschluß, daß eine generelle Vorstellung beim hessischen Ministerium erfolgen solle. Ueber die Frage „Reichsverband der deutschen Juden" und über die in Berlin stattgefundene Satzungsberatung nahm der Oberrat den Bericht des Herrn Rechtsanwalt Rothenberger, Gießen, entgegen und wurde sich über die Höhe des von uns bereitzustellenden Beitrags zu diesem Reichsverband schlüssig. * Aus diesem kurzen Berichte vermag man bereits die Vielseitigkeit der Aufgaben unseres Verbandes, aber auch die segensreichen Möglichkeiten zu ersehen. 01326402010200020100

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