Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 127)
- Language
- German
- Belongs to
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287 stende Schluß unserer heutigen Haftora wird in Erfüllung gehen: הלא מעתה קראתי לי אבי אלוף נעורי אתה (Jer. 3,4.) ״Jetzt wieder nennst du mich, nennt mich in Einigkeit und Brüderlichkeit ganz Israel Vater, Herr meiner Jugendjahre bist du. Amen. XVII. Redeals die Orgel in der Glogauer Synagoge am Sedan feste zum ersten Mal gespielt wurde. Von Dr. Nippner, Rabbiner in Glogau. M. A.! Die Kunst der Töne ist eine Tochter der Religion, sie ist aus der Religion geboren, wie denn überhaupt all und jede Kunst aus diesem Schoße enlsprossen ist. Die religiöse Empftndung wollte alle Talente, alle Künste weihen dem Dienste des Höchsten, sie konnte sich niemals genug thun, denn, wie es der fromme König so einfach und innig ausdrückt (Ps. 35,10) ״Alle meine Glieder sollen es sagen: Ewiger, wer ist wie du! Der sterbliche Mensch fühlte lebhaft den Abstand zwischen sich und dem unendlichen Wesen seiner Anbetung, und so ersann er stets Neues und Neues, um den zu feiern, den keines Menschen Mund, und keines Menschen Kraft würdig feiern und preisen kann. Ein eigenthümlicher Gegensatz macht sich geltend in der Gestaltung des Gottesdienstes; die Einen häufen Glanz unb Pracht und rufen alle Künste zu Hilfe, daß das Auge schier geblendet und der Sinn fast bis zur Ueberspannung erregt wird von all dem Pomp und dem Prunke. So ist es gekommen, daß die Gotteshäuser die erhabensten Denkmäler sind der Künste des Baumeisters, des Bildners, des Malers, und daß in ihnen auch Sang und Spiel und die Dichtung der Töne seit alter Leit die großen Triumphe feiern. Aber diese Prachtentfaltung hat auch ihre Gegner gefun-