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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 284

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 284 (sequence 124)
Language
German
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284 Wenn wir von der Vergangenheit unseren Blick auf die Gegenwart richten, wenn wir eine Rundschau im heutigen Israel halten, wenn wir nach den beiden, das jüd. Volk so sehr schmückenden Sinaimyrthen suchen, m. lieben Fr., gestehen wir es uns offen und ehrlich, unser Auge wird nicht gelabt durch den erquickenden Anblick beider Myrrhen; die eine namentlich, das נעשה, die Ausübung und Befolgung der göttlichen Gesetze, ist leider welk geworden, diese so kostbare Myrthe droht ganz zu vertrocknen, und sollen wir sie nicht ganz verlieren, wollen wir sie uns retten, so müssen wir uns mit der der alten Jugendkraft aufraffen,שמרו^את נשמע כאלו שהרםה ״ את שניהםdas נשמע, das Horen und Lernen der Thora mit besonderer Sorgfalt pflegen, dem Studium des Gesetzes mit verdoppeltem Eifer uns widmen, es gilt ja das נעשה zu retten, es gilt ja die treue, hingebende altjüdische Frömmigkeit in Israel wieder herzustellen. Da vernehmen wir wohl von gewisser Seite, es gibt noch in unserer Mitte gar viele ältere Männer, welche dem Studium der Gotteslehre mit aller Hingebung obliegen, welche die vier Ellen der Halacha ארבע אמות של הלכה mit unermüdlichem Eifer erforschen und ergründen, welche geübte Steuermänner im großen Meere des Talmud ים התלמוד — es ist das Alles wahr, und freuen wir uns, daß es wahr ist, aber hören wir auch eine andere Stimme, das goldene Wort eines alten berühmten Lehrers: דכי מאיד אומר בשעה שעמדו ישראל לפני הד סיני א״ל ה״קב״ה הביאו ערבים שאתם משמרים את התורה ואני נותנה לכם א" ל אבותינו ערביב״אותנו א״ל אבותיכם יש לי עליהם וכי א״ל בנינו ערבים אותנו א״ל הם ערבים טובים מפי עוללים ויונקים יסדת עוז (Jalk. Jer. 267). ״Als unsere Väter, sagt R. Meier, vor dem Sinai standen, sprach zu ihnen der ewige Gott, bringet mir Bürgen, daß ihr die Thora beobachten werdet, so werde ich sie euch geben. Da erwiderten sie, unsere Väter sind unsere Bürgen, aber Gott sagte, nein, eure Väter nehme ich nicht als Bürgen an, da stellten sie ihre Kinder als Bürgen, welche Gott mit den Worten annahm: diese sind gute Bürgen." Was will wohl R. Meier mit diesem seinem

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