Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 97)
- Language
- German
- Belongs to
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257 licfjen Werth in unseren Augen bedeutend herabzusetzen, unsere Energie und Willensstärke im Ringen nach dem Idealen und Göttlichen leicht zu schwächen angethan sind! Die Menschenweisheit wird demnach an der rechten Ergründung des so sehr schwankenden und unbeständigen, wie räthselhaften und verworrenen Dinges,Herz genannt, vollstänbig zu Schanden. Und doch muß jedem Einzelnen von uns ganz besonders viel daran gelegen sein, dasselbe in jeder Hinsicht ganz zu verstehen, da es der Sitz des Willensund der Ausgangspunkt aller menschlichen Handlungen und Bestrebungen ist. Könnten sonst Eltern eine ungeschmälerte Freude an ihren blühenden Söhnen und Töchtern empfinden, wenn sie bedenken, wie wenig ihnen ein EinbKck in das Herz dieser gestattet sei! Müßte der wackere Lebrer und Bildner der Jugend, der im Schweiße seines Angesichts an der Veredelung der ihm anvertrauten jungen Herzen arbeitet, nicht mit besorgter und bekümmerter Miene auf diese blicken, sobald er des zweifelhaften Erfolgs gedenkt, der seinen eifrigen und redlichen Bemühungen zu Theil werden möchte! Es giebt aber Eines, das uns aller Sorgen und Zweifel nach dieser Seite hin mit einem Male überhecht, das uns einen sicheren Erfolg in dem frommen Bestreben zu verbürgen vermag, den uns von Gott geschenkten und anvertrauten Lieben ein reines Herz und einen festen Sinn zu schaffen, das uns in allen Lagen und Verhältnissen das einzig Wahre und Rechte erkennen und üben läßt, und dies Eine ist: die Kenntniß der Gotteslehre und dastreue, hingebungsvolleLeben undHandeln nachden in ihr geoffenbarten Lehren und Satzungen. Die rechte Mäßigung in Glück und Freude, das Fernbleiben von allen niedrigen und verwerflichen Genüssen, das muthige und vertrauensvolle Aufrechtstehen in schweren, schmerzvollen Tagen, der Adel des Geistes und Herzens, die Unschuld und Reinheit des Gemüthes, das Streben nach dem Hohen und Edlen, die Begeisterung für alles Gute uub Schöne: alles dies fließt in unerschöpflichem Maße aus dem Studium des Ra hm er, JLraelitisLes Predigt-Magazin. IV. Jhrg. 4 Heft. 7