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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 245

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 245 (sequence 85)
Language
German
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letzte Aufflammen thathkräftigen Freiheitsdranges auf dem geweihten Boden Palästina's, sie sah das Todesröcheln der letzten Heldensöhne Jnda's im Riesenkampfe mit der Zwingmacht Rom. Und auch der heutige Wochenabschnitt bietet in seinem Eingänge uns ein Bild, das ebenfalls der Freude höchste und des Schmerzes größten in sich vereint. — Im Weiheglanze ist das Zelt errichtet zur Verehrung des Allmächtigen — im Priesterschmucke walten darum Aron und seine Söhne vor dem Herrn. — Da plötzlich sinken zwei derselben, auf die noch eben das ganze Volk mit Stolz und Staunen, das Vaterauge freudig hat geblickt, im Tempel nieder, getroffen von dem Todespfeile. Doch nicht geüöret ward die Weihe — der Jubel nur verhallt, verstummt. Ernst walten ihrer Pflicht die Priester — denn daß verletzt sie worden durch jene Beiden, kündet ihnen des Herrn belehrend Wort, das die Mahnung richtet an die!Überlebenden: ואל יבא בכל עת אל הקדש מבית לפרכת אל פני הכפרת אשר על הארן ״Daß nicht zu jeder Zeit der Priester dringen soll ins Heiligthum — dahin, wo in Wolken gehüllt erscheinet die Herrlichkeit Gottes." Dies ist uns ein Fingerzeig, woher entstammt das ewige Gedenken unseres Volkes an Alles, was da ruht im Schooße der Vergangenheit, das bietet uns den Grund, weshalb der Schrnerz nie die Verdumpfung, das Glück nie lärmende Freude in Israel hervorgerufen hat. Der Weisheitslehren Quell ward ihn ein jedes Ereigniß — durch die Belehrung, die das Geschick so reich ihm bot, ward der Trübsinn gemildert, aber auch der Frohsinn gedämpft — ward Ereigniß und Lehre in beiden verewigt. Unser Heiligthum nun, m. A., ist das Gotteswort; seine Priester sind wir Alle. Lasset uns deshalb ernsten Sinnes Nachdenken der einst an die Priester gerichteten Mahnung, auf daß wir erkunden, wie wir eindringen dürfen in das Heiligthunr des Herrn, wie wir erlangen sollen Einsicht und Erkenntniß. Amen. I. A. V. Unter den mannigfachen Gründen, welche unsere

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