Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616701-9619793-9619958--1348-9620042- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XII. Predigt zum Aöschnitt 7112 אהרי• Von Rabbiner Dr. 21. 2 e סו׳ in. M. A.! Nicht wie der unbedachte Jüngling begeht das alterfahrene, dem Job gleich schwergeprüfte Israel seine Feste mit lautem Jubel; nicht allein das Leben heiterere Freude, nein zugleich des Lebens stiller Ernst soll, so will es unser Glauben, walten in der Feier, die wir uuserm Gotte weihen. Heiterer Ernst und stille Freude, sie breiten gemeinsam ihre Schwingen über Israels Festeszeiten, sie begleiten uns als Frucht der Feier hinaus iu das Alltagsleben. Denn der religiöse Sinn, wie der feste Zusammenhang unseres Volkes mit seiner Vergangenheit verbinden das Gedenken freudiger Ereignisse mit den Denktagen trüber Zeiten; sie weben derart Schmerz und Frohsinn, sie jauchzen und seufzen in eins und schassen so den wehmuthsvollen und doch so freudenreichen, von Feierklängen, heitern und düstern, stets umtönteu Lebenspfad den: seinen Gotte, seinem Volke treuen Israeliten! Auch wir, m. A., treten noch voll der frohen Festes׳ stimmung ein in eine Zeit, die ursprünglich vazu bestimmt war, uns ewig neu zu erhalten das Bewußtsein von den: Werthe der herrliWen aller Gottesgaben — seiner Lehre. Mit der Liebe Ungeduld, die, der Vereinigung harrend, zählt Tag und Stunde, die noch dahingehen müssen, eh' sie gelangt an's heißersehnte Ziel, so zählen wir die Tage von dem Feste der Befreiung bis zum Feste der Offenbarung. Dieser Zeit des Harrens und des Zählens ward durch Ereignisse der Folgezeit das Frohe, Innige abgestreift, der Schmerzenszug dafür verliehen. Denn diese kurze Spanne Zeit, sie umfaßte das