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Israelitisches Predigt-Magazin · 1878-01-01 · 3 (1878) · p. Seite 225

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
4 (1878)
Issue
3 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 225 (sequence 65)
Language
German
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225 tes nicht vergessen unsere hohe Bürgschaft, dann wird es mehr Glückliche, mehr Zufriedene geben. Il- Wie aber, m. A., sollen wir bürgen für das Gesetz, das unser Leben regelt und beglückt, womit einstehen für den unauflösbaren Bund, den der Herr geschlossen nicht nur mit unfern Vätern, sondern mit allen komrnenden Geschlechtern, der unsere Ehr, unsere Zier ist den Völkern gegenüber, unsere Leuchte, unser Führer in allen Wirren des Lebens, was ant- Worten dem mächtigen Strome der Zeit, wenn uns entgegen- Hallen die Worte: ״ הורידהו אליbringet Alles, Gesetz und Sitte, Treue und Glauben herab" auf meinen Altar, dann will ich euch geben Ehre und Geld und Gut! Nun, m. Fr., gewiß gefällt euch das mannhafte Benehmen des Juda, gewiß würdet ihr an seiner Stelle ebenso gehandelt haben. Als der unerbittliche Herrscher befohlen hatte ״ הוריההו אליbringt mir den Benjamin herab," dann will ich euch geben Getreide zu leben, und als er zurückhalten wollte den, für welchen Juda gebürgt mit dem Glücke seiner Zukunft — ihr wißt — da sprach er: ״ ועתה ישב נא עבדך תחת הנער עבד לאהדUnd nun laß doch deinen Knecht statt des Knaben bleiben, als Sklave meinem Herrn," laß mich Alles, was mir daheim lieb und theuer ist, vergessen, laß mich zerreißen die Bande, die mich fesseln an Heünath, Hab und Gut, ehe ich breche mein Wort, lehe ich schände meinen Namen, ehe ich opfere das Glück und die Heiterkeit meines Alters! Mit der allgewaltigen That, nicht mit Worten nur bürgte Juda, mit rettender That laßt uns ihm nachahmen, gleich ihm antworten der Zeit, ״laß uns doch bleiben frei und zufrieden im Herzen, scheinbare Sklaven," als frei nur Diener unserer edlen Wünsche und Leidenschaften. Laßt uns lieber einfach und wahrlich auch zufrieden leben, um nicht zu verletzen den Bund des Herrn, der uns allein die wahre Glückseligkeit verheißt und verbürgt, laßt uns nicht nur immer nachjageu dem niedern Erwerb und Alles vergessen, was uns zu wahren Menschen, Rabmer, LsraelitisLeS Predigt-Magazin. IV. Jhrg. 3. Heft. 5

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