Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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Antwort bestreiten? Wird nicht alles Hohe und Erhabene, was des Menschenbruft durchzittert, was veredelt, was erhebt, nahe bringt dem Schöpfer, so oft geopfert dem Vergänglichen? Der gute Name und Ehr' und Gewissen, die unverwelklichen Kränze, die grünen und blühen, wenn der Herbst abschüttelt Blätter und Früchte, die dauernder denn trügendes Denkmal und verwitternder Stein unser Andenken segnend bewahren, werden sie nicht oft — guter Name und Ehre imb Gewissen eingesetzt, damit wir. wie die Ameisen, ohne Ruh und Raft einheimsen für den Winter, für den wir Menschen doch ganz andere Nahrung bedürfen, um ruhig zu leben und Vertrauensvoll und heiter von hinnen scheiden zu können. Wahrlich bei einenr solchen Leben, das nichts Höheres denn Erwerben kennt, das Alles opfert, um sich gleichsam zu gießen ein güldenes Kalb, das uns führe in das Land sklavischen Genusses und träger Ruhe, bei solchem Leben wahrlich ״ist das Schicksal der Menschenkinder wie das Schicksal des Thieres und ein Geschick trifft sie, wie das Eine stirbt, so stirbt das Andere und nur ein Lebenshauch ist Allen, da giebt es keinen Vor- §119 des Menschen vor dein Thiere, denn Alles ist da nichtig." Doch glaubt nicht, m. A., daß ich zu den Lobrednern der vergangenen Zeit gehöre, daß ich nicht eingestände, daß jede Zeit ihre Berechtigung, ihre Vorzüge besäße, nicht einsähe, daß Großes und Menschenwürdiges die unsere vollbracht, oder daß ich gar verachtete die beglückende Arbeit und das thätige Handeln! Lehren würde ich euch oa Falsches, das nicht entspricht den Ansichten unserer Religion. Unwahres künden euch die Bücher — uub ihrer giebt es viele — daß die Bibet nur immer von der Ruhe und nicht auch vom Segeil der Arbeit spreche. Schlaget nur auf ihre ersten Blätter und ihr iverdet sinnig und tief wie nirgends es lesen, daß es nach ihr ketn glückliches Leben giebt — und wäre es selbst ine Paradiese — ohne eigenes Handeln, ohne selbstrettende Thal. ״Und Gott, heißt es da, setzte den Meilschen in den Garten Eden in das Paradies ״ לעבדה ולשמרהum es zu bearbeilen und zu behüten." Kann klarer und deutliher imb er ha-