Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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214 Einheitsbande werde, das sich schlingt um alle Glieder des Volkes — also walte es deine Gnade! Amen! VIII. Das fromme Elterichn»;׳. Wredigt für Saööaty Wajeze. Von Dr. G. Perlitz in Klattan. ״ ויצא יעקב מבאר שבעJakob zog aus aus Berseba und ging nach Charan." Mit diesen wichtigen, wenngleich scheinbar unbedeutenden Worten beginnt der heutige Wochenabschnitt. Wichtig sind diese Worte, denn sie bezeichnen den eigentlichen Anfang der Lebensgeschichte Jakobs, die mit dein Momente beginnt, wo er die Heimath verläßt itnb den Wanderstab er• grreift, um hinauszuziehen in die weite, ihn! unbekannte Welt. Sein Leben im Vaterhause war blos seine Vorgeschichte, in welcher nicht er selbst, sondern seine Eltern, Jsak und Nebekka, als handelnde Personen im Vordergründe erscheinen. Er aber lebt in stiller Einsamkeit und in häuslicher Zurückgezogenheit, noch harret die Kraft, die in ihnr schlummert, des weckenden Rufes, daß sie sich entfalte, noch ist ihm nicht Gelegenheit geboten, daß er selbstthätig der eigenen Kraft vertraue und sich loslöse von der elterlichen Liebe und Fürsorge, die schirmend ihn bewacht und leitet. Da schlägt die ernste Stunde, wo ihn die Mutter zu sich ruft und Spricht: ״Mein Kind! In Berseba ist deines Bleibens nicht — unsere Liebe kann dich fortan nicht schirmen, seitdem der Haß des Bruders des Augenblickes harrt, der Dich verderben soll." Noch ein Wort des väterlichen Segens — und Jakob greift zum Wanderstab, verläßt das Elternhaus und tritt fortan selbstthätig auf und selbstständig, und nun gewinnt seine Lebensgeschichte an Interesse, nun nimmt er bis an sein Lebensende unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Denn ein vielbewegtes Leben ist