Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 3 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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183 heftet, wenn Frieden und Ruhe von ihm verscheucht werden, dann hat er Schrecken sich selbst erzeugt. Und so, meine Theuren, kann jede Arbeit in jedem Berufszweige, jede Mühe der Menschen eine erfolgreiche und geglückende, eine erfolglose und verhängnißvolle werden. Der Landmann, der Geschäftsmann, der Handwerker, der Lehrer und Erzieher, der Forscher und Künstler, der Richter und der Gesetzgeber, der Staatsmann und der Fürst, ihr Arbeitsgebiet gleicht dem Felde des Ersten, all ihre Arbeit kann wie die seinige Quell der Freude und Quell des Leides werden. Wenn wir das nunmehr bedenken, wo die Zeit unserer Arbeit wieder sich eröffnet, so liegt die Frage nahe, kann der Mensch sich nicht das Bessere selbst schaffen? Oder umgekehrt, wenn dem Menschen der Erfolg blüht, hat er ihn dann nicht seiner Arbeit zu danken? Nun, m. Theuren ' Cs ist nicht selten, daß Menschen, von schwerer Sorge ergrifsen, gar keine Erfolge hoffen, und wiederum Andere jeden Erfolg als ihr Verdienst preisen. Doch der Regen belehrt uns, daß beide Gedanken unrichtig sind. Was nützte dem Landmann alle seine Mühe, was seine Tugenden selbst, was seine vorgeschrittene Kenntniß, wenn der Himmel seine Schleußen nicht öffnete und die Saaten mit seinem Tranke erquickte? Kann der Landmann den Regen leiten, schaffen, oder muß er nicht vertrauend Gott seinen Boden hingeben, und bescheiden den Abschluß von ihm erwarten? Muß er nicht auf alle Kenntniß der göttlichen Weisheit gegenüber verzichten und alle Kraft vor Gottes ״ גבורותgewaltiger Macht" verschweigen? Kann er nicht aber auch auf Gottes Gnade bauen und ruhig seine Habe unter seinen Schutz stellen? Wie es aber dem Landmann geht, ergeht es so nicht jedem Arbeiter? Wer kann sich rühmen, daß er die Wolken schaffe, allein und sicher, aus denen der Regen für sein besonderes Arbeitsfeld quillt? Wie viele Umstände wirken günstig zu unfern Erfolgen nrit, die wir nicht lenken, nicht schaffen können, ja oft nicht einmal ahnen? Der Inhalt, das Glück, wie wir im Leben es nennen, sind das nicht eben nur Bezeichnungen für die Ohnmacht des menschlichen Wissens und Könnens? Und wie viel im