Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 4 (1878)
- Issue
- 2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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159 als uns schon seine vollbrachten Thaten und Leistungen Liebe und Bewunderung einflößen. Doch, m. A., die Frage ist nicht auf welche Weise solch' natürliche und berechtigte Gefühle und Empfindungen in unserer Brust geweckt werden, sondern die Frage ist: wie und wodurch können und sollen wir diese Gefühle nähren und bethätigen? Nun, m. A., auch darüber können wir nicht lange im Zweifel sein, denn wie die Ehrfurcht vor Gott in nichts Anderem besteht, als daß wir seinen unendlichen Eigenschaften nachzustreben, daß wir unser Menschenthum in Wort und Thal immer reiner und vollkommener auszuprägen suchen, so kann auch die Ehrfurcht vor dem Staatsoberhaupt einzig und allein nur in dem Bestreben sich äußern, unser Bürgerthum bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck zu bringen; darin, daß wir unsere Bürgerpflichten treu und gewissenhaft erfüllen, darin, daß wir unsere Kraft und Fähig- Leit in den Dienst des Vaterlandes stellen. Und wie man dem Vaterlande dient, das hat uns Deutschlands Heldenkaiser, das hat uns Wilhelm I. am besten gezeigt. Nicht blos durch seine Kämpfe und Siege, nicht blos durch das, was er vollbracht, sondern auch durch das, was er zu thun unterlassen. Denn, m. A., כשם שמקבלין שכר על הדרישה כך מקבלין שכר על הפרישה wie es preiswürdig ist, wenn man zur rechten Zeit handelt, ebenso rühmlich ist es zur rechten Zeit unthätig zu bleiben. Die Erfolge, die wir errungen, die deutschen Siege, welche die Weltgeschichte verzeichnet hat, sie sind nur dadurch möglich geworden, daß Preußens König zur rechten Zeit beherzigt hat das Salomonische Wort: ״Laß' mit Umstürzlern dich nicht ein!" Preußen war mit der Schmach von Olmütz behaftet, als jener Emporkömmling, der durch Meineid und Meuchelmord auf den Thron gelangte, mit süßen und einschmeichelnden Wor!en, mit lockenden Versprechungen um die Bundesgenossenschaft der ersten deutschen Macht sich bewarb. Schon zu Anfang seiner Regierung winkte die deutsche Kaiserkrone dem Nachfolger Friedrich Wilhelm's IV., aber der treue Sohn der Königin Louise rief dem Versucher zur rechten Zeit zu: ״ יגער ה' בך השטןDir, Satan, wehre der